Flüchtlinge

Einblick in das Leben im Asylbewerberheim

Einblick in das Leben im Asylbewerberheim

Einblick in das Leben im Asylbewerberheim

Lügumkloster/Løgumkloster
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Menschen bei einem Konzert im Asylbewerberheim
Center Aaløkke führt einen Tag der offenen Tür durch. Foto: Jane Rahbek Ohlsen

Die 120 Bewohner in Lügumklosters Asylstätte gewähren am 28. November einen Blick in ihren Alltag. Von der Fahrradwerkstatt bis hin zum Friseursalon sind alle Einheiten im Haus geöffnet.

Zu einem Tag der offenen Tür im Asylbewerberheim Center Aaløkke in Lügumkloster laden die Betreibergesellschaft der Kommune Tondern, AsylSyd, und die Stätte am Donnerstag, 28. November, von 17 bis 20 Uhr ein.

Im dreistöckigen Asylbewerberheim im früheren Pflegeheimgebäude in Lügumkloster leben derzeit 120 Menschen vieler verschiedener Nationalitäten, während sie darauf warten, dass ihr Asylantrag von der Ausländerbehörde behandelt und entschieden wird.

„Den Normalfall gibt es nicht“

„Einige von ihnen sind seit vier bis fünf Jahren hier und warten immer noch darauf, dass ihre Sache entschieden wird“, erläutert die Teamkoordinatorin des Asylbewerberheims, Nina Hansen.

„Den Normallfall gibt es in diesem Zusammenhang nicht. Es ist sehr individuell, wie lange es dauert. Das hängt auch damit zusammen, inwieweit das Herkunftsland sich während ihrer Flucht im Krieg befand“, sagt Nina Hansen.

„Wichtig ist in diesem Zusammenhang zu erwähnen, dass den Flüchtlingen in Dänemark nur ein zwischenzeitlicher Aufenthalt gewährt wird“, berichtet die Koordinatorin.

Neue Bewohner kommen laufend dazu

Im Heim in Lügumkloster, das im August 2014 eröffnet wurde, leben Familien mit Kindern, alleinstehende Männer und alleinstehende Frauen. Es gibt nach wie vor einen Zulauf an neuen Bewohnern.

„Wir möchten mit dem Tag der offenen Tür einen Eindruck vom Leben im Asylbewerberheim vermitteln und was man hier hat und was nicht machbar ist“, sagt Nina Hansen.

Sie ist seit der Zeit mit dabei, als die Kommune Tondern im August 2015 die Zuständigkeit für die damals vier Asylbewerberheime in den Kommunen Tondern und Apenrade übernahm.

Außer Lügumkloster und der Asylstätte für minderjährige Kinder ohne erwachsene Begleiter in Tondern gehörten auch die inzwischen geschlossenen Einrichtungen in Uk und Bollersleben dazu.

Zwischendurch gab es auch eine Stätte in Toftlund. Aktuell betreibt AsylSyd außer in Tondern und in Lügumkloster auch ein Heim in Hviding in der Kommune Esbjerg.

Aktuell betreut die Betreibergesellschaft AsylSyd 465 Asylbewerber.

Das Asylheim für Kinder in Tondern hat 15 Bewohner.

Im Heim in Hviding in der Kommune Esbjerg leben 330 Asylbewerber, und in Lügumloster sind es 120 Personen.

Die Gesellschaft hat etwa 80 Personen auf der Gehaltsliste (nicht Vollzeit).

Die höchste Anzahl von Bewohnern gab es im März 2016 mit 1.200 bis 1.300 Geflüchtenden, die auch teils für einige Tage in einer Notunterkunft unterkamen. Damals wurden etwa 140 Mitarbeiter beschäftigt.

Kinder stehen vor dem Asylbewerberheim Schlange
Im Januar 2018 wurde der Kulturbus eingeweiht, der unter anderem Lesestoff, Brettspiele und Kulturkoffer mitbringt. Die mobile Initiative fußt auf einer Zusammenarbeit zwischen dem kommunalen Bibliothekswesen und AsylSyd. Das Projekt „Während wir warten" soll den Asylbewerbern die dänische Kultur, Demokratie und Bildung näherbringen. Foto: Jane Rahbek Ohlsen

Kostproben aus vielen Ländern

„Alle unsere kleinen Einheiten wie die Fahrradwerkstatt, der Friseursalon, der Taubenschlag,
die Spielstube und der Laden sind geöffnet“, so Nina Hansen. Im kulinarischen Bereich gibt es Geschmacksproben aus den heimischen Küchen der Bewohner.

Ahmed Joumaa, der regelmäßig mit dem Kulturbus anrollt, berichtet ab 18.30 Uhr über sein Buch „Mens du venter“ (Während du wartest).

Ein reger Kontakt mit der Außenwelt

„Wir haben noch vereinzelt Bewohner hier, die in Joumaas Buch vorkommen“, sagt die Koordinatorin. Den Austausch mit den Bürgern im Ort bezeichnet sie als rege. „Die Bewohner knüpfen selber Kontakte. Außerdem schauen viele Bürger auf eine Tasse Kaffee herein oder bringen Kleiderspenden für unseren Laden vorbei.

Eine Außenansicht des Asylbwerberheims
Das Asylbewerberheim hat Platz für 170 Bewohner. Im Januar 2018 war es voll belegt. Foto: Monika Thomsen
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Leitartikel

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
„Es bleibt sitzen“