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Vorschlag: Keine Brückenmaut für E-Autos

Vorschlag: Keine Brückenmaut für E-Autos

Vorschlag: Keine Brückenmaut für E-Autos

cvt/Ritzau
Kopenhagen
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Honda e
Gratis über den Großen Belt? Honda dürfte sich freuen, steigt der japanische Hersteller doch mit dem „e“ dieses Jahr in den Elektroautomarkt ein. Foto: Honda

Ein weiteres Zeugnis der Annäherung von Rechts- und Linksliberalen: Sowohl Venstre als auch Radikale fordern Vergünstigungen für CO₂-neutrale Autos. Nicht nur auf Brücken, auch bei den Abgaben.

Niedrigere Abgaben, kostenlose oder zumindest stark reduzierte Mautgebühren am Großen Belt und Aufladen zum Nulltarif. Das und mehr wollen die Parteien Venstre und Radikale Venstre in einem Plan für die Umstellung auf umweltfreundlichen Verkehr in Dänemark verankert sehen.

Die beiden liberalen Parteien, die eine (Venstre) traditionelle Anführerin des „blauen“, bürgerlichen Lagers, die andere (Radikale Venstre) dem „roten“ Lager zugeordnet, haben diesbezüglich nun ein gemeinsames Papier erarbeitet. Darin geht es darum, wie Mittel aus Töpfen für umweltfreundlichen Verkehr, die 2018 in der parlamentarischen Absprache zum Thema Energie beschlossen wurden, verteilt werden sollen.

In den Haushaltsverhandlungen gescheitert – Hoffnung auf Mehrheit im Folketing

100 Millionen Kronen sollen laut Absprache in den Jahren 2020 bis 2024 jedes Jahr investiert werden. Eine der Hauptüberschriften der Absprache war es, dass eine Million Elektroautos auf die dänischen Straßen kommen sollen.

Der Plan der beiden liberalen Parteien sieht vor, die Überquerung des Großen Beltes für Elektroautos kostenlos oder zumindest sehr günstig zu machen. Man habe versucht, dies im Haushalt für 2020 unterzubringen, sei jedoch am Widerstand der Regierung gescheitert, sagt die Fraktionssprecherin der Radikalen, Sofie Carsten Nielsen.

„Jetzt haben wir uns also mit Venstre hingesetzt, weil wir uns darin einig werden konnten, diese 100 Millionen Kronen für grüne Initiativen zu nutzen“, sagt sie.

„Und dann rechnen wir auch damit, dass die übrigen Parteien dabei sein wollen oder zumindest zu Verhandlungen bereit sind“, so Nielsen.

FDM: Plan würde klimafreundliche Autos fördern

Bei FDM, dem dänischen Verband der Autofahrer, ist man von der Idee verzückt: „In dem Entwurf steht, dass grüne Autos entweder gratis oder billiger über den Großen Belt fahren sollen. Das ist selbstredend positiv und wird klimafreundliche Autos fördern“, so der FDM-Verbraucherökonom Ilyas Dogru.

Besonders eine Gruppe von Autofahrern wird profitieren, sollte das Vorhaben umgesetzt werden, meint er. „Es würde allen, die über den Großen Belt pendeln, einen riesigen Vorteil verschaffen. Für sie wäre es eine attraktive Möglichkeit, zu einem Elektroauto zu wechseln.“

Auch Fernfahrer und Spediteure, die ihre Lkws auf grüne Energie umstellen wollen, sollen in dem Plan der Liberalen profitieren. 285 Millionen Kronen sollen dafür abgesetzt werden, fordern die Parteien.

Und auch der Flugverkehr wird berücksichtigt: Die Akteure in der Flugbranche sollen in einem Projekt versammelt werden, das innerhalb weniger Jahre dazu führt, dass klimafreundliche Treibstoffe für Flugzeuge produziert werden.

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Leitartikel

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
„Die spinnen die Politiker“