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Bittere Pille für Bjørn Paulsen

Bittere Pille für Bjørn Paulsen

Bittere Pille für Bjørn Paulsen

jki/dpa
Ingolstadt
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Bjørn Paulsen hadert mit Schiedsrichter Dingert. Foto: dpa

Der Fußball-Gott war in den vergangenen Tagen nicht auf der Seite von Bjørn Paulsen. Der Augustenburger muss mit dem FC Ingolstadt nach zwei Gegentoren in der Nachspielzeit in der 3. Liga bleiben.

Seit eineinhalb Jahren trägt Bjørn Paulsen das Trikot des FC Ingolstadt 04, doch seine Zeit ist bei den Schanzern ist von viel Pech und Last-Minute-Gegentoren geprägt gewesen. Der 29-jährige Fußballer aus Augustenburg, der von SønderjyskE über Esbjerg fB zu Hammarby IF nach Stockholm kam, war Anfang 2019 für den schier aussichtslosen Abstiegskampf in der 2. Bundesliga geholt worden. Der FC Ingolstadt 04 rettete sich mit einem atemberaubenden Endspurt in die Relegation, scheiterte hier aber haarscharf am SV Wehen Wiesbaden.

In der abgelaufenen Saison fehlten Ingolstadt nur wenige Sekunden zum direkten Aufstieg in die 2. Bundesliga, bevor ein Tor der Würzburger Kickers nach einem fragwürdigen Elfmeter in der Nachspielzeit die Schanzer zurück auf Platz drei schubste.

Ingolstadt verpasst Aufstieg in letzter Sekunde

In der Relegation folgte ein noch größeres Drama. Mit der schwierigen Hypothek eines 0:2-Rückstands ging der FCI ins Rückspiel gegen den 1. FC Nürnberg. Mit einer beeindruckenden Phase mit drei Toren in 13 Minuten stellten die Gastgeber aber die Weichen auf Aufstieg.

Doch der Fußballgott hatte einen letzten Dolchstoß parat. In der sechsten Minute der Nachspielzeit traf Fabian Schleusener für Nürnberg. Der Club war gerettet, Ingolstadt muss ein weiteres Jahr in der 3. Liga antreten.

Dass der Treffer fiel, nachdem die eigentlich angezeigte Nachspielzeit von fünf Minuten abgelaufen war, brachte das Fass zum Überlaufen. Die Ingolstädter Spieler, allen voran Stefan Kutschke und Filip Bilbija, legten sich nach Spielende mit einigen Akteuren des Gegenübers wie Fabian Nürnberger an.

„Es gibt schlechte Verlierer und noch schlechtere Gewinner", sagte FCI-Profi Marcel Gaus.

Auch mit Club-Coach Wiesinger geriet Kutschke laut Bild heftig aneinander, Betreuer verhinderten offenbar eine Schlägerei. Auf dem Weg in die Kabine soll Kutschke Wiesinger gedroht haben: „Komm hier rein und sei ein Mann!"

Und Trainer Tomas Oral war auch auf Schiedsrichter Christian Dingert nicht gut zu sprechen.

„Fakt ist: Es gab eine Nachspielzeit, die unverständlich ist", sagte Oral bei DAZN, der erst im vergangenen Jahr in der Relegation mit Ingolstadt gescheitert und in die 3. Liga abgestiegen war: „Das setzt dem Ganzen die Krone auf."

Oral schimpft: "Wenn der Schiedsrichter nicht mitspielt ..."

Bei der entscheidenden Szene fühlte er sich ebenso benachteiligt, da Ingolstadts Verteidiger Antonitsch nach einem kleinen Kontakt mit Michael Frey im Strafraum zu Boden ging und Schleusener wohl nur deswegen das Tor erzielen konnte. „Wenn Kontakt da ist, ist es Foul. Er berührt ihn schon. Das ist brutal", sagte Oral.

Später ergänzte er bei Sky: „Dass er da nicht hingeht, und sich die Szene anschaut, wenn es um eine ganze Saison geht, ist für mich verständnislos", meinte der 47-Jährige.

Im Nachhinein bemängelte Oral zudem die unterschiedliche Regenerationspause. Nur drei Tage vor dem Hinspiel (7. Juli) mussten die Schanzer noch in der 3. Liga ran, während der letzte Spieltag der 2. Liga am 28. Juni stattfand.

„Die Situation war sehr unglücklich. Da haben sich die Leute nicht die Gedanken machen können. Aber ich möchte nicht von Wettbewerbsverzerrung sprechen", erklärte Oral.

Zumal er für den finalen Moment einen anderen Schuldigen fand: "Wenn der Schiedsrichter nicht mitspielt, ist es natürlich brutal.“

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