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Woche der Wahrheit

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Hadersleben/Haderslev
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Johan Absalonsen bei der deftigen Niederlage in Vejle. Foto: Ernst van Norde/Ritzau Scanpix

Der Kampf gegen den Abstieg spitzt sich für SønderjyskE mit drei Spielen innerhalb von sechs Tagen zu.

Der Druck wird bei den SønderjyskE-Fußballern immer größer. Die Hellblauen spüren den heißen Atem von Vejle Boldklub im Nacken und müssen langsam wieder punkten, um den Kontakt zum rettenden Ufer nicht bald abreißen zu lassen.

„Man kann es schon die Woche der Wahrheit nennen. Zwölf Punkte stehen auf dem Spiel, und vier bis sechs Punkte gegen AGF würden uns in eine gute Situation bringen“, meint Trainer Glen Riddersholm vor dem Heimspiel am Montag ab 19 Uhr gegen AGF und dem Auswärtsspiel am Gründonnerstag ab 12 Uhr in Aarhus gegen den gleichen Gegner: „Ich möchte mich aber gar nicht an zu vielen Rechenspielen beteiligen. Wir müssen jetzt erst einmal zu Hause gegen AGF unsere Leistung bringen. Drei Punkte wären super, ein Punkt könnte auch gut sein und eine Niederlage würde Status quo bedeuten. Wir haben also alles zu gewinnen, so wie ich es sehe.“

Der 3:0-Sieg von Vejle gegen Horsens freute Riddersholm, obwohl nun der letzte Tabellenplatz droht.

„Das war doch ein Topergebnis, obwohl viele was anderes meinen. Wir haben somit weiter Top 2 in Reichweite. Bei einem Horsens-Sieg maximal unter Druck gestanden, so haben wir alles weiter selbst in der Hand“, so der SønderjyskE-Trainer, der in dieser Frage auch eine Mentailätsänderung fordert: „Wir kamen in Vejle mit der Favoritenrolle nicht zurecht. Es ist ganz deutlich, dass wir uns hier bei SønderjyskE in der Underdog-Rolle am wohlsten fühlen. Das werden wir so auf die Schnelle nicht ändern können, aber die Mentalitätsänderung muss längerfristig kommen, sonst werden wir die Schritte nach vorne nicht machen können, die wir uns erträumen. Wir dürfen uns nicht ängstlich über die Schulter schauen, sondern müssen uns trauen, nach vorne zu reichen und die Dinge zu attackieren, die greifbar sind. Wir haben auch in dieser Woche viel über die mentalen Mechanismen gesprochen. Wir müssen auch bei Rückschlägen unsere Mentalität bewahren und uns nicht von unseren Gefühlen aus der Bahn werfen lassen. Ich erwarte mir in diesem Punkt mehr von Führungsspielern wie Marc Pedersen, Kees Luijckx und Johan Absalonsen. Sie müssen die Ruhe ausstrahlen und die Kommandos geben, aber in erster Linie muss jeder Spieler bei sich beginnen und Verantwortung übernehmen.“

Foto: Ernst van Norde/Ritzau Scanpix

Das Abstiegsgespenst trieb jahrelang bei SønderjyskE sein Unwesen, ohne aber die Hellblauen aus dem Oberhaus verteiben zu können. In den vergangenen Jahren hatte SønderjyskE aber nichts mehr mit dem Abstieg zu tun. Johan Absalonsen ist im aktuellen Kader einer der wenigen Kicker, die mit SønderjyskE im Abstiegskampf standen.

„Ich spüre schon, dass dieses Gefühl aus den Jahren bis 2015 wieder da ist. Das ist nervenaufreibend und mit den Jahren nicht einfacher geworden“, meint Johan Absalonsen: „Wenn man es erst erfolgreich überstanden hat, kommt man mit mehr Haare auf der Brust raus, aber es macht mit Sicherheit keinen Spaß, wenn man mittendrin steht. Man macht sich viele Gedanken, die Unsicherheit ist groß, denn da stehen Arbeitsplätze auf dem Spiel.“

Der 33-Jährige bezeichnet den mentalen Zustand der SønderjyskE-Mannschaft im Abstiegskampf als gut, räumt aber ein, dass die 1:4-Klatsche in Vejle weh tat.

„Das Vejle-Spiel hat uns getroffen und tat weh. Ich dachte eigentlich, dass wir schon weiter wären. Ich kann nicht sagen, wie dieser Aussetzer zustande kam, aber wir haben das Spiel durchgesprochen und abgehakt. Es ist wichtig, dass wir jetzt Möglichkeiten sehen und nicht nur die Gefahren, die lauern, denn Möglichkeiten gibt es weiterhin reichlich“, so Absalonsen: „Wenn wir das bringen, was wir können, sind wir nur schwer zu schlagen. Wir müssen die Dinge jetzt attackieren und nicht dazu verfallen, aufs Spielfeld zu gehen und irgendwie einen Punkt zu verteidigen. Wir müssen mit breiter Brust reingehen, sonst wird das viel zu verkrampft.“

Nach den zwei Spielen gegen AGF heißt der Gegner am Ostersonntag AC Horsens.

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Leitartikel

Cornelius von Tiedemann
Cornelius von Tiedemann Stellv. Chefredakteur
„Chance in der Krise“