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Marc Pedersen: „Es macht keinen Sinn mehr“

Marc Pedersen: „Es macht keinen Sinn mehr“

Marc Pedersen: „Es macht keinen Sinn mehr“

Hadersleben/Haderslev
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Marc Pedersen kam im Sommer 2015 zu SønderjyskE. Foto: Cindy Schoof

Der SønderjyskE-Kapitän hat das Handtuch geworfen. Nach drei Knieoperationen und ständigen Schmerzen ist bereits mit 31 Jahren Schluss. Marc Pedersen muss aufhören, bleibt dem Klub aber erhalten.

Der Entschluss ist schon länger gereift, aber noch keineswegs verdaut. Bereits im Alter von 31 Jahren sieht sich Marc Pedersen gezwungen, seine Profi-Karriere zu beenden.

„Ich bin voller Wehmut, und irgendwo finde ich, dass es wahnsinnig ungerecht ist, aber ich kann nichts dagegen tun. Es macht keinen Sinn mehr. Der Entschluss hat sich seit längerer Zeit angebahnt, aber ich muss ihn erst sacken lassen. Ich werde hoffentlich bald verdaut haben, dass jetzt Schluss ist, aber noch bin ich nicht so weit“, sagt Marc Pedersen zum „Nordschleswiger“: „Ich hatte in den letzten anderthalb Jahren ständig Knieschmerzen. Mittlerweile sind wir bei einer Grenze angelangt, wo wir sagen müssen, dass wir alles versucht haben und es keinen Fortschritt gibt.“

Drei Knieoperationen

Der SønderjyskE-Kapitän hatte sich am 21. April 2019 beim so wichtigen 1:0-Sieg in Horsens einen Kreuzbandriss zugezogen, sich aber dreimal operieren lassen und sein für Februar geplantes Comeback mehrmals verschieben müssen. In der Vorbereitung auf die laufende Saison war er mittlerweile so weit, dass er mehrere Testspiele absolvieren konnte, doch es folgte Anfang September der nächste Rückschlag.

Marc Pedersen zog sich am 21. April 2019 in Horsens den zweiten Kreuzbandriss seiner Karriere zu. Foto: Bo Amstrup/Ritzau Scanpix

„Es ist die letzten anderthalb Jahre eine emotionale Achterbahnfahrt gewesen, voller Höhen und Tiefen“, so der 31-Jährige: „Jedes Mal, wenn ich das Gefühl hatte, dass es vorwärts ging, kam der nächste Rückschlag, und alles ging von vorne los. Die jetzigen Schmerzen habe ich auch, wenn ich Pause mache und nicht trainiere. Es macht keinen Sinn machen, das Knie noch weiter zu belasten. Mir ist gesagt worden, dass dieses Knie keine weitere Operation verträgt. Ich habe drei Operationen hinter mir, und bei einer vierten würde ich das Reha-Training nicht als Leistungssportler machen, sondern nur, um ein normales Leben führen zu können.“

Marc Pedersen begann seine Profi-Karriere bei Vejle Boldklub, kickte danach für Randers FC, Djurgården Stockholm und FC Fredericia, bevor es im Sommer 2015 zu SønderjyskE ging. Der Verteidiger absolvierte 109 Superliga-Spiele für die Hellblauen.

Trainer für Standardsituationen

„Marc Pedersen ist ein Kulturträger, der nach so vielen Jahren im Klub hellblaues Blut in den Adern hat“, sagt SønderjyskE-Sportchef Hans Jørgen Haysen: „Er ist eine der großen Persönlichkeiten in der SønderjyskE-Geschichte, die das Logo mit Stolz getragen haben. Er ist ein Leitwolf, sowohl auf als auch neben dem Platz, er hat die Kapitänsbinde mit großer Würde getragen und eine große Bedeutung für die Kultur, die wir bei SønderjyskE haben. Deswegen bin froh, dass wir ihn im Klub halten können.“

Marc Pedersen hat 109 Superliga-Spiele für SønderjyskE absolviert. Foto: Karin Riggelsen

Der 31-Jährige wird Teil des Trainerstabes und des Teammanagements. Ihm wird die Verantwortung für Standardsituationen übertragen.

„Das ist ein guter Einstieg in die Trainertätigkeit für mich“, sagt Marc Pedersen, der bis Dezember 2021 bei SønderjyskE unter Vertrag steht.

„Höhepunkte gab es viele, auch wenn ich nicht viele Titel geholt habe. Ich habe für einen der größten Klubs Schwedens gespielt. Das war ein Riesenerlebnis. Fantastisch war es auch, Silber mit SønderjyskE zu holen, mit einer Mannschaft, die alle zum Abstieg verdonnert hatten, aber in dieser Saison lief einfach alles“, wirft Marc Pedersen den Blick zurück.

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Leitartikel

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
„Die Suche nach der Balance“