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Ein letztes Auslands-Abenteuer würde noch reizen

Ein letztes Auslands-Abenteuer würde noch reizen

Ein letztes Auslands-Abenteuer würde noch reizen

Hadersleben/Haderslev
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Mads Albæk in seiner neuen Heimat Loitkirkeby. Foto: Claus Thorsted/Ritzau Scanpix

Nach jeweils zwei Jahren in Frankreich, Schweden und Deutschland ist Mads Albæk im Sommer nach Dänemark zurückgekehrt, wo er bei Fußball-Superligist SønderjyskE einen Vierjahresvertrag unterschrieben hat. Trotz der langfristigen Absprache mit den Hellblauen sind die Träume von einem letzten Auslands-Abenteuer noch nicht ausgeträumt.

„Ich hoffe, dass da noch etwas für mich drin ist. Wir haben zu Hause darüber gesprochen, dass es uns schon reizen würde, noch einmal ins Ausland zu gehen, wenn die Chance entstehen sollte und alles passt, aber das alles gehen wir ganz ruhig an. Ich bin ja gerade erst angekommen und gebe jetzt hier Vollgas“, sagt Mads Albæk zum „Nordschleswiger“.

Der aus Roskilde stammende 29-Jährige machte mit dem FC Midtjylland einen Teil des Aufstiegs mit, bevor er im Sommer 2013 an den französischen Erstligisten Stade Reims verkauft wurde.

„Die Zeit in Frankreich war fantastisch, vielleicht auch weil das meine erste Destination im Ausland war. Die erste Saison lief richtig gut, aber leider habe ich mir im zweiten eine Verletzung zugezogen. Ich wäre dort gerne länger geblieben, bin dann aber zu IFK Göteborg gewechselt. Das ist ein Riesenklub und Schweden ist ein tolles Land zum Fußballspielen“, so Albæk, der nach zwei Jahren in Schweden zum 1. FC Kaiserslautern in die 2. Bundesliga wechselte. Der vierfache deutsche Meister ist mittlerweile in die 3. Liga abgestürzt und befindet sich dort in Abstiegsgefahr.

Mads Albæk trug zwei Jahre das Trikot des 1. FC Kaiserslautern. Foto: Ritzau Scanpix

„Für die Familie war die Zeit in Kaiserslautern die häteste. Es hat mich nicht aus der Bahn geworfen, aber die Ungewissheit war groß. Wir sind immer wieder mit der Mannschaft ins Hotel gezogen. Das ist nicht einfach, wenn die Familie nach vier, fünf Monaten aus Dänemark zu Besuch kommt und man dann für dreieinhalb Tage ins Hotel muss, weil man ein Spiel verloren hat“, erzählt Albæk, der den Absturz des 1. FC Kaiserslautern mit einem weinenden Auge verfolgt: „Ich vermisse das manchmal, vor dieser Kulisse zu spielen. Wer hat schon in der 3. Liga einen Zuschauerschnitt von 20.000-25.000? Bei Derbys kommen sogar 35.000 bis 38.000. Das ist ein Traditionsklub, wo der Aufsichtsrat leider zerstritten ist und die Denkweise ein wenig altmodisch ist. In den vergangenen drei Jahren hat es fünf oder sechs Trainerentlassungen gegeben, und nach Niederlagen werden Strafen verhängt. Ich habe nichts dagegen, mehr zu laufen, wenn man seine Leistung nicht gebracht hat, aber das ist nicht mehr die beste Vorgehensweise.“

Mads Albæk hat sich nach seiner Rückkehr nach Dänemark mit Lebensgefährtin und Kind in einem gemieteten Haus in Loitkirkeby niedergelassen und genießt die Ruhe und Beschaulichkeit.

„Ich hatte mich mit unserem Masseur Kim Zacho unterhalten, der selbst in Loit gelebt hat und mir von der Gemeinschaft, dem Vereinsleben und den netten Leuten erzählt hat. Und ich muss sagen, dass ich begeistert bin. Man hört so viel über das Aussterben der Dörfer, aber ich habe nicht den Eindruck, dass Loit in diese Richtung geht. Und die Umgebung hat mich wahnsinnig überrascht. Ich habe einen schönen Strand bei Barsö Landing gefunden. Im Sommer denkt man, dass man sich hier gar nicht in Dänemark befindet. Ich habe mit unserem Pressechef Jacob Ravn Barsö umsegelt und denke mal, dass ich mir für die nächste Saison ein kleines Schiff anschaffen werde, damit ich auch mal Kapitän sein kann“, lacht Mads Albæk, der sich auch am Vereinsleben beteiligt und Assistenztrainer der U12-Kicker von Løjt IF geworden ist: „Wenn es passt, helfe ich dort gerne mit. Das sind junge Burschen mit Lust am Fußball und am Leben.“

Mads Albæk absolvierte 26 Spiele für die dänische U21-Nationalmannschaft. Foto: Mads Albæk
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