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Alexander Bah schwebt auf Wolke sieben

Alexander Bah schwebt auf Wolke sieben

Alexander Bah schwebt auf Wolke sieben

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Helsingør/Apenrade
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Für Alexander Bah ging am Mittwochabend ein Traum in Erfüllung. Foto: Liselotte Sabroe/Ritzau Scanpix

Noch hat der SønderjyskE-Kicker nicht ganz begriffen, was da in den 48 Stunden vom Anruf des Nationaltrainers bis zum Aufwachen nach dem Debüt gegen Schweden alles passiert ist, doch eins ist klar: Er genießt jede Minute.

Am Mittwochabend hat der SønderjyskE-Spieler Alexander Bah sein Debüt in der dänischen Fußball-Nationalmannschaft gegeben. Nach Johnny Thomsen im August 2010 ist er erst der zweite Spieler, dem diese Ehre in seiner Zeit bei SønderjyskE zuteil wird.

Die freudige Nachricht über die Nominierung kam am Dienstagmorgen; erst eine Vorwarnung von SønderjyskE-Trainer Glen Riddersholm, dann der Anruf von Kasper Hjulmand.

„Um 6 Uhr morgens klingelte mein Telefon am Dienstag zum ersten Mal – da bin ich aber noch nicht rangegangen. Etwas später rief Glen dann noch einmal an und überbrachte mir die Nachricht. Kurz darauf hatte ich Kasper Hjulmand am Telefon, und dann ging alles ganz schnell“, erzählt Alexander Bah dem „Nordschleswiger“. „In der Hektik habe ich komplett vergessen, mir etwas zum Zeitvertreib mitzunehmen. Wir müssen ja in unseren Zimmern bleiben, und ich habe weder ein Laptop noch Spiele oder meine Playstation dabei“, so der Mittelfeldspieler.

Zeit für Eindrücke

Zwischen dem Anruf und seiner Einwechselung am Mittwochabend lagen keine 40 Stunden. Die Zeit verging wie im Flug, und erst am Morgen danach wird ihm langsam bewusst, was da eigentlich passiert ist.

„Es wird mir jetzt erst so langsam bewusst, wie groß diese Sache wirklich ist. Vom Anruf am Dienstagmorgen bis zum Spiel am Mittwochabend ging alles so unglaublich schnell, dass ich die Eindrücke noch gar nicht richtig verarbeiten konnte. Jetzt sitze ich in meinem Hotelzimmer und habe viel Zeit, um das alles sacken zu lassen. Es ist wirklich Wahnsinn, und es wird sicher noch einige Wochen dauern, bis ich das alles verarbeitet habe“, sagt Alexander Bah am Donnerstagvormittag. „Normalerweise schlafe ich nach Spielen nicht so gut, aber heute Nacht habe ich geschlafen wie ein Stein.“

Idol an der Seitenlinie

Für Alexander Bah ist am Mittwochabend ein Traum in Erfüllung gegangen. Der Traum eines jeden Jungen, der einmal gegen einen Ball getreten hat.

„Das erste Trikot, das ich als Kind besessen habe, war von Schalke 04, und es stand ‚Sand‘ auf dem Rücken. Gestern Abend wurde ich von ihm bei meinem Nationalelfdebüt eingewechselt. Das ist doch Wahnsinn“, erzählt Alexander Bah. „Als Kind bewundert man natürlich die Nationalspieler – auch die Laudrup-Brüder waren eine große Inspiration für mich“, erzählt Alexander Bah.

Fortsetzung ungewiss

Am Donnerstag ist für 13.30 Uhr ein Pressetermin geplant, an dem auch Alexander Bah teilnehmen wird. Am Donnerstagnachmittag wird trainiert. Wie es für ihn weitergeht, wenn die isolierten Spieler am Freitag zurückkehren, weiß der 22-Jährige noch nicht.

„Ich habe noch nichts weiter erfahren, aber ich hoffe natürlich, noch bleiben zu können. Wenn alle Spieler zurück sind, stehe ich sicher nicht in der ersten Reihe – dafür ist die Konkurrenz auch auf meiner Position zu stark. Aber ich denke, dass ich bei dem Spiel positiv auf mich aufmerksam gemacht habe“, so Alexander Bah. „Dass die sozialen Aktivitäten wegen der Pandemie auf ein Minimum beschränkt sind, ist natürlich schade. Aber beim Training und beim Essen hat man ja immerhin Kontakt zu den anderen Spielern. Karten spielen können wir leider nicht, aber ich genieße jede Minute“, so der Debütant.

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