Eishockey

Mario Simioni sieht sich langfristig bei SønderjyskE

Mario Simioni sieht sich langfristig bei SønderjyskE

Mario Simioni sieht sich langfristig bei SønderjyskE

Woyens/Vojens
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Mario Simioni wird bei SønderjyskE eine Doppelrolle einnehmen. Foto: Karin Riggelsen

Aus einem auslaufenden Vertrag als Cheftrainer ist ein zeitlich unbefristeter Kontrakt als Manager geworden. Der 57-jährige Italo-Kanadier übernimmt nach dem Ausstieg zu Saisonende von Kim Lykkeskov bei SønderjyskE eine Doppelfunktion, brennt aber weiterhin auf den Trainerjob.

Mario Simioni war mit dem Vorhaben zu einer Besprechung mit Sportchef Kim Lykkeskov und Direktor Klaus Rasmussen gegangen, auf eine Aufstockung des damals mit fünf Legionären bestückten Ausländer-Kontingentes in seinem Kader zu drängen, als Lykkeskov seinen Rücktritt zum Saisonende mitteilte.

„Ich habe dies überhaupt nicht kommen sehen. Das war für mich ein Schock, und ich werde ihn vermissen“, sagt Mario Simioni im Gespräch mit dem „Nordschleswiger“.

Der SønderjyskE-Trainer wird zur kommenden Saison in eine Manager-Rolle schlüpfen und in einer Doppelfunktion Cheftrainer und Sportchef sein.

Mario Simioni stand in der Saison 2004/05 erstmals bei SønderjyskE hinter der Bande. Foto: Karin Riggelsen

„Die Aufgaben werden auf viele Schultern verteilt werden. Administrative Aufgaben und die Videoarbeit werden mir abgenommen. Und ich hoffe, dass Kim sein Telefon in der Nähe hat, denn ich werde ihn anrufen, wenn er beim Reparieren von Fahrstühlen ist“, schmunzelt der Italo-Kanadier: „Ich habe großen Respekt vor Kim. Ich bewundere, dass er die Aufgabe als Sportchef übernommen hat, ohne dass er die Möglichkeit hatte, mit Stockfisch darüber zu sprechen, wie er es gemacht hat. Klaus hat ihm geholfen, aber er hat bei null anfangen müssen.“

Aus einem auslaufenden Vertrag als Cheftrainer ist für Mario Simioni ein zeitlich unbefristeter Kontrakt als Manager geworden, und die neue Rolle könnte durchaus bedeuten, dass er längerfristig bei SønderjyskE bleiben wird.

„Meine Töchter leben hier, meine Freundin lebt hier. Woyens ist seit 26 Jahren on/off in meinem Leben, und ich bin jetzt insgesamt schon 15 Jahre lang in dieser Organisation. Ich hatte in meiner Karriere zwei Möglichkeiten, in einer größeren Liga Trainer zu sein, und hatte dabei auch Pech. Ich kann nicht sagen, ob da noch einmal jemand bei mir anklopft, aber ich sehe es nicht kommen. Ich habe jetzt hier die Möglichkeit bekommen, als Manager zu arbeiten“, sagt der 57-Jährige.

Mario Simioni hat den Continental-Cup-Sieg mit SønderjyskE als den größten Erfolg seiner Karriere bezeichnet. Foto: Karin Riggelsen

Mario Simioni kam 1994 als Spieler zu Vojens IK und avancierte in seinen vier Jahren im VIK-Trikot als Torjäger zum Publikumsliebling. 1998 konnte der Klub nur knapp das finanzielle Aus vermeiden. Der Italo-Kanadier wechselte nach Odense, wo er sechs Jahre lang als Spieler, Spielertrainer und Cheftrainer wirkte.

Der Italo-Kanadier bekam im Sommer 2004 die Chance in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) bei den Krefeld Pinguinen, doch nach nur drei Siegen in den ersten zehn Saisonspielen wurde er im Oktober 2004 vom deutschen Meister von 2003 gefeuert. Das wurde für SønderjyskE zum Glücksfall. Simioni löste im Dezember 2004 beim Tabellenschlusslicht den entlassenen Stefan Nyman ab und wurde in der Saison darauf mit SønderjyskE sensationell Meister.

Der temperamentvolle Trainer war nach dem Gewinn der Meisterschaft 2013 im Streit mit der Vereinsführung gegangen, kehrte aber im Sommer 2018 nach den Stationen HC Bozen, Herning Blue Fox und Frederikshavn White Hawks zu SønderjyskE zurück.

„Ich denke, das war von Kim ein guter Schachzug, mich zurückzuholen. Wir haben im ersten Jahr das Finale erreicht, sind im zweiten Continental-Cup Sieger geworden und haben in dieser Saison den Pokal gewonnen“, meint Mario Simioni, der in keiner kompletten Saison mit SønderjyskE ohne Medaille geblieben ist, obwohl er in seinen zwei Amtsperioden insgesamt bereits mehr als elf Jahre bei SønderjyskE hinter der Bande gestanden hat.

Mario Simioni mit seinen beiden Töchtern nach dem DM-Titel 2009 Foto: Karin Riggelsen

Die Aufgabe als Manager ist aber kein langsamer Abschied von der Trainerbank.

„Ich liebe weiterhin das Adrenalin, das mir der Trainerjob gibt. Sollte ich den Enthusiasmus und die Leidenschaft verlieren, könnte sich das ändern, aber das sehe ich für die nächsten drei oder vier Jahre nicht kommen. Ich liebe es weiterhin, diesen Job zu machen, und ich habe mich in den letzten zehn Jahren als Trainer geändert, bin nicht mehr so hart, spreche viel mehr mit den Spielern und höre mir auch Meinungen an, aber wenn wir den richtigen Mann finden, der zum künftigen Cheftrainer werden kann, könnte sich das irgendwann einmal ändern“, so der 57-Jährige.

Mario Simioni ist in seinen insgesamt elf Jahren bei SønderjyskE viermal Meister und viermal Pokalsieger geworden und hat einmal Silber und viermal Bronze geholt. Hinzu kommen der Continental-Cup-Triumph mit SønderjyskE sowie ein Pokalsieg mit Odense, drei Vizemeisterschaften mit Odense bzw. Herning.

„Simioni und Lykkeskov haben im Alltag eng zusammengearbeitet und es gemeinsam hervorragend gemacht, und als Manager kann Simioni unser Projekt fortführen. Um weitere Ressourcen freizusetzen, werden wir einen Vollzeit-Assistenztrainer holen, und wir werden die kommende Zeit nutzen, um herauszufinden, wie das Anforderungsprofil aussehen muss“, sagt SønderjyskE-Direktor Klaus Rasmussen.

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