Coronavirus

Masken: Die richtige Verwendung

Masken: Die richtige Verwendung

Masken: Die richtige Verwendung

Apenrade/Aabenraa
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Das Tragen von Mund-Nase-Bedeckungen wird auch in Dänemark bald zum Alltag dazugehören. Foto: Norma Mortenson/Pexels

Selbstgenähte Mund-Nasen-Bedeckung oder doch besser medizinische Gesichtsmasken aus der Apotheke? Wer sich und andere vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus schützen möchte, hat die Qual der Wahl. Doch beim Tragen ist einiges zu beachten.

Zum Schutz vor der Ansteckung mit dem Coronavirus empfiehlt die dänische Gesundheitsbehörde seit vergangener Woche das Tragen von Mund-Nase-Bedeckungen in öffentlichen Verkehrsmitteln sowie an Orten in der Öffentlichkeit, an denen der empfohlene Sicherheitsabstand nicht gewährleistet werden kann.

„Abstand zu halten ist effektiv, aber es kann große Auswirkungen auf unter anderem die Kapazitäten im öffentlichen Personenverkehr haben. Deshalb empfiehlt die Gesundheitsbehörde den Gebrauch von Mund-Nase-Bedeckungen in besonderen Situationen, etwa, wenn es nicht möglich ist, Abstand zu halten, zum Beispiel wenn man eine Person mit erhöhtem Risiko besucht und ihr nahe kommt“, schreibt die Gesundheitsbehörde.

Warum Mund-Nase-Bedeckung tragen?

Sind Mund und Nase bedeckt, halten die Masken feine Tröpfchen beim Husten, Niesen und sprechen ab. Der Träger des Mundschutzes schützt also nicht nur sich selbst vor einer Infektion, sondern auch andere. Dabei gilt zu beachten, dass ein einfacher Mund-Nasen-Schutz keinen hundertprozentigen Schutz einer Infektion mit SARS-CoV-2 bietet, die Infektionsrate in der Bevölkerung allerdings eindämmen kann. „Je weniger Infizierte es gibt, desto mehr müssen eine Maske tragen, um einen neuen Infizierten zu verhindern“, schreibt das DR-Magazin „Detektor“.

Welche Masken gibt es?

1. Mund-Nasen-Bedeckung

Bei den Masken für den privaten Gebrauch, auch Community- oder DIY-Maske genannt, handelt es sich um die bunten und vielfältigen selbstgenähten Stoffmasken: Diese Behelfsmasken aus Stoff sind wiederverwendbar und daher ökologisch. Allerdings gelten sie nicht als medizinisches Produkt.

Als Alltagsmasken erfreuen sich besonders selbstgenähte Stoffmasken großer Beliebtheit. Mit der richtigen Reinigung können sie – im Gegensatz zu Einwegmasken – immer wieder verwendet werden. Foto: Vera Davidova/Unsplash

2. Medizinische Gesichtsmasken

Medizinische Gesichtsmasken kennen wir zum Beispiel als Operations-Masken. Sie haben vorrangig den Zweck, das Gegenüber vor Infektionen zu schützen. Wenn sie richtig sitzen, können sie auch den Träger der Maske schützen.

3. Partikelfiltrierende Halbmasken

Partikelfiltrierende Halbmasken haben die Zweckbestimmung, den Träger der Maske vor Partikeln, Tröpfchen und Aerosolen zu schützen. Im Aussehen und in der Sicherheitsstufe können sie sich sehr unterscheiden. So gibt es etwa Masken mit oder ohne Atemventil.

Doch welche Maske bietet sich für den privaten Gebrauch an? Vielerorts werden selbstgenähte Mund-Nasen-Bedeckungen gewählt. Forscher und Virologen haben geteilte Meinungen dazu.

„Es verhält sich so, dass, wenn sie richtig gemacht ist und richtig genutzt wird, sie genauso gut wie eine chirurgische ist“, sagt Jens Lundgren, Chefarzt und Professor für Infektionsmedizin am Reichshospital und an der Kopenhagener Universität, über Stoffmasken. Studien hätten ergeben, dass selbstgemachte Stoffmasken nicht schlechter sein müssen als medizinische Masken.

Der Virologe Allan Randrup Thomsen erwähnte hingegen zu „Videnskab.dk“: „Mir sträuben sich bei selbstgemachten Masken fast die Nackenhaare, denn ich meine, dass sie eine falsche Sicherheit geben.“

Auf welchen Schutz die Wahl fällt, bleibt somit nur jedem selbst überlassen. Wichtig, um Infektionen zu vermeiden, ist die richtige Anwendung der Gesichtsbedeckung.

Masken sollten ein weltweites Zeichen der Solidarität werden.

Tedros Ghebreyesus, WHO-Chef

Was muss ich beim Tragen beachten?

Damit die Masken einen schützenden Effekt erzielen, sollten beim Tragen folgende Punkte beachtet werden:

  • Der von der WHO empfohlene Mindestabstand von 1,50 m sollte weiterhin eingehalten werden.
  • Die Maske nur mit sauberen, gewaschenen Händen aufsetzen und die Innenseite möglichst nicht berühren.
  • Die Maske sollte richtig sitzen, damit sie nach dem Aufsetzen nicht mehr berührt werden muss. Eine Maske sitzt richtig, wenn sie eng anliegt und Mund und Nase bis zum Kinn bedeckt.
  • Ist die Maske durchfeuchtet, sollte sie unbedingt gewechselt werden.
  • Beim Abnehmen nur an der Befestigung berühren. Anschließend gründlich die Hände waschen. Auf der Außenseite könnten sich Erreger befinden.
  • Einwegmasken direkt nach dem Tragen entsorgen. Stoffmasken nach dem Gebrauch am besten direkt waschen. Wenn das nicht möglich ist, kann sie z.B. in einem Gefrierbeutel mit Zippverschluss luftdicht aufbewahrt werden.
Die Maske nur mit sauberen, gewaschenen Händen aufsetzen und beim Abnehmen nur an der Befestigung berühren. Anschließend gründlich die Hände waschen. Foto: Anna Shvets/Pexels

Stoffmasken richtig reinigen

Wiederverwendbaren Mund-Nase-Bedeckungen sollten ja jedem Tragen möglichst direkt gewaschen werden. Ist das nicht möglich, können sie luftdicht verpackt aufgehoben werden, z.B. in einem Gefrierbeutel mit Zippverschluss.

Um die Masken gründlich zu waschen, gibt es verschiedene Möglichkeiten.

  • Bei mindestens 60 Grad, besser noch: 95 Grad, mit Vollwaschmittel in der Waschmaschine waschen. Beachte, dass du eventuelle Energiespar-Programme ausschaltest, das sonst ggf. die Waschmaschine nicht warm genug wird.
  • Die Maske mit etwas Waschmittel in einen Kochtopf auf dem Herd 5 bis 10 Minuten in kochendes Wasser legen.
  • Wichtig: Nach dem Waschen die Maske komplett trocknen lassen!
  • Weitere empfohlene Möglichkeiten, Mund-Nase-Bedeckungen zu reinigen, konnten bisher nicht als wirksam belegt werden und werden daher hier nicht aufgezählt.
  • Einwegmasken nicht wiederverwenden

Wo und wie du die Maske nicht tragen solltest:

  • Auf dem Kopf oder auf der Stirn. Nach der Verwendung muss sie gewaschen oder entsorgt werden.
  • Ebenso wenig unter dem Kinn.
  • Der Mundschutz darf nicht locker sitzen und du sollst ihn nach dem Aufsetzen nicht mit den Händen berühren.
  • In der Hand, der (Hosen-)Tasche oder am Arm. Nach der Verwendung muss der Mundschutz direkt gewaschen oder entsorgt werden.
  • Mit freier Nase. Mund und Nase müssen immer bedeckt sein.
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