Biologie

Weniger seltene Blumen und mehr invasive Arten in Dänemark

Weniger seltene Blumen und mehr invasive Arten in Dänemark

Weniger seltene Blumen und mehr invasive Arten in Dänemark

Apenrade/Aabenraa
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Søren Byskov Nielsen arbeitet seit Jahren an der Zürückdrängung des Japanischen Riesenknöterichs (Foto), der sich auch in der Kommune Apenrade stark ausbreitet. Foto: Volker Heesch

In der dänischen Pflanzenwelt nimmt die Vielfalt ab und die Gleichheit zu. Das haben Botaniker der Universität Kopenhagen nachgewiesen. Die Kommune Apenrade setzt auf Naturpflege.

In Dänemark hat sich die Zahl der in der Natur vorkommenden Pflanzenarten seit dem 19. Jahrhundert erhöht. Dennoch steht es schlecht um die Artenvielfalt in der heimischen Natur. Das belegen neue Forschungsergebnisse des Biologischen Institutes der Universität Kopenhagen. Demnach sind in den vergangenen 140 Jahren viele einst lokal vorkommende seltene Pflanzenarten ausgestorben.

Zugleich haben sich viele eingeführte Arten, oft verwilderte Gartenpflanzen, in der Natur ausgebreitet und sorgen für eine Vereinheitlichung der Flora. In der Kommune Apenrade hat der Agronom der Umweltverwltung, Søren Byskov Nielsen, tagtäglich mit den pflanzlichen Invasoren wie Riesenbärenklau, Japanischem Riesenknöterich oder der Kanadischen Goldrute zu tun. Diese verdängen nämlich an ihren Standorten geschützte Pflanzen.

„Beim Zurückdrängen des Riesenbärenklaus hatten wir in den vergangenen Jahren Erfolge erzielt“, berichtet Byskov Nielsen. „Wir halten die Vorkommen im Auge und halten die Grundbesitzer an, die Pflanzen zu beseitigen“, fügt er hinzu. Er weist aber darauf hin, dass seltene Arten wie Orchideen meist nicht durch die Invasoren verdrängt werden, sondern durch Landschaftseingriffe, die zum Verschwinden von Heiden und Mooren geführt haben.

„In Apenrade schützen wir die Pflanzenvielfalt durch Pflege der Naturschutzgebiete. So wird offene Landschaft bei Bergschau beweidet“, berichtet er. Es gibt aber weitere Initiativen. „In Apenrade sind wir seit dem Frühjahr eine bienenfreundliche Kommune. Deshalb arbeiten wir an neuen Richtlinien, Wegränder und kommunale Flächen nicht mehr so intensiv zu mähen, damit wir durch mehr blühende Pflanzen den Insekten Nahrung geben können.

„Verarmung der Natur entgegenwirken"

Außerdem ist geplant, Wildpflanzen auszusäen, um der Verarmung der Natur entgegenzuwirken“, so der Agronom, der auch an Naturschutzgebiete wie den Bollerslebener Wald erinnert, in dem sich unberührter Urwald entwickelt und so seltenen Pflanzen Lebensraum gibt. Er berichtet auch, dass Informationskampagnen gefragt sind, damit Bürger bei der Beseitigung von Gartenabfällen vorsichtiger als bisher sind. Der Japanische Knöterich ist dadurch verbreitet worden. Oft fallen auch Pflanzenreste von Anhängern und schlagen Wurzeln.

Die Forscher der Universität Kopenhagen um den Dozenten Hans Henrik Bruun haben neben aktuellen Erhebungen zur Pflanzenwelt Untersuchungen aus den Jahren 1857 bis 1883 ausgewertet. Darunter ist eine Arbeit des Tonderner Lehrers N. Stoltenberg, der 1877 im F. Dröhse Verlag in der Wiedaustadt das Buch „Beitrag zur Kenntniß der Flora Tonderns“ veröffentlicht hat. Ausgewertet wurde auch eine floristische Beschreibung der Insel Alsen des Naturkundlers E. Petit, 1881 veröffentlicht in „Botanisk Tidskrift“.

Der Umweltschutzverband Danmarks Naturfredningsforening (DN) nennt es alarmierend, dass fast die Hälfte der ursprünglich heimischen Pflanzenarten stark zurückgegangen ist. Nur bei 30 Prozent ist das Vorkommen unverändert.

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