Gleichstellung

Minderheit entwirft eine eigene Gleichstellungspolitik

Minderheit entwirft eine eigene Gleichstellungspolitik

Minderheit entwirft eine eigene Gleichstellungspolitik

Nordschleswig
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Dänische Frauen setzen sich 1915 in Kopenhagen für die Frauenrechte ein. Über 100 Jahre später ist der Kampf um Gleichstellung ein ganz anderer – und noch immer aktuell. Foto: Holger Damgaard / Ritzau Scanpix

Der Bund Deutscher Nordschleswiger hat eine Arbeitsgruppe eingesetzt, um die Gleichstellung von Frauen in Führungspositionen zu untersuchen. Ziel ist ein verpflichtendes Papier für alle Verbände und Organisationen.

Frauen sind in den Führungspositionen des Bundes Deutscher Nordschleswiger (BDN) deutlich in der Unterzahl, von zehn Leitungsposten sind sieben mit Männern besetzt.

Um daran etwas zu ändern, sprich, die Frauenanzahl in Führungspositionen zu erhöhen, beschäftigt sich eine Arbeitsgruppe des BDN mit dem Thema. Die erste Sitzung hat stattgefunden, Ausschussmitglied Ruth Candussi kann erste Wünsche und Visionen nennen.

„Wir wollen in der Arbeitsgruppe eine Vorlage formulieren, die wir dem Hauptvorstand vorlegen, damit dieser sie verabschiedet. Es soll ein Papier sein, das die Verbände und Vereine verpflichtet, sich verbindlich mit dem Thema auseinanderzusetzen“, so die Parteisekretärin der Schleswigschen Partei (SP).

„Das Wort Quote möchte ich am liebsten nicht in den Mund nehmen“

Ist eine bestimmte Frauenquote zu einem gewissen Zeitpunkt das Ziel? „Das Wort Quote möchte ich am liebsten nicht in den Mund nehmen, davon bin ich selbst kein großer Anhänger. Aber ich bin ein Anhänger davon, dass wir gemeinsam etwas an der Situation ändern wollen und dass wir das konkret formulieren und uns überlegen, wie das gehen soll.“

Ein Schritt hin zu mehr Gleichstellung in Spitzenpositionen ist nach Ansicht der Arbeitsgruppe auch, entsprechende Veranstaltungen zum Thema zu organisieren, um das Thema in der Minderheit gegenwärtig zu machen.

„Das könnte ein Vortrag mit einer Gleichstellungsbeauftragten sein oder ein Diskussionsabend. Wir wollen das Thema ja nicht von oben nach unten bestimmen, sondern wünschen uns, dass es zur Sprache kommt und die Leute beginnen, darüber nachzudenken“, so Candussi.

Wie gelingt der Schachzug für mehr Gleichberechtigung – diese Frage stellt sich derzeit in der deutschen Minderheit. Foto: Mads Jessen / Ritzau Scanpix

Anfang August soll das nächste Treffen der Arbeitsgruppe stattfinden. Der BDN-Hauptvorstand könnte daraufhin eine Formulierung verabschieden, die alle Verbände und Vereine in die Pflicht nimmt, eine eigene Politik, eine eigene Vorgehensweise in dieser Sache zu erstellen. Wichtig sei nicht ein konkretes Ziel, sondern der Wunsch, etwas zu ändern, sagt Candussi.

„Man kann natürlich auch sagen, dass die Frauen ja jede Chance haben, wenn sie nur wollen und dass es ihre eigene Wahl ist, wenn sie es nicht wollen. Aber ich hoffe, dass wir verbindlich formulieren, dass wir die Situation so nicht hinnehmen, dass wir etwas daran ändern wollen.“

Auch die SP sucht nach einer entsprechenden Politik

Sie selbst wünscht sich für die Schleswigsche Partei eine entsprechende Politik. „Gerade, wenn es darum geht, für die nächste Kommunalwahl 2021 Frauen als Spitzenkandidatinnen zu nominieren“, so die SP-Sekretärin.

Nicht nur die bezahlten Führungspositionen innerhalb des BDN, auch die ehrenamtlich besetzten Ämter sollen ausgeglichener besetzt werden. „Wir wollen und können niemanden zwingen, aber wir wollen und können in der Minderheit auf das Thema aufmerksam machen. Das ist der erste Schritt“, so Candussi.

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