Delfine in den Förden

Große Tümmler in unsere Natur zurückgekehrt

Große Tümmler in unsere Natur zurückgekehrt

Große Tümmler in unsere Natur zurückgekehrt

Apenrade/Aabenraa
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Ein Großer Tümmler führte in der Apenrader Förde und vor Sonderburg Luftsprünge vor. Foto: shz.de/screenshot youtube

Der dänische Walforscher Carl Christian Kinze hält eine dauerhafte Ansiedlung des Großen Tümmlers in Dänemark für möglich.

Der aus Sonderburg stammende Biologe und Walforscher Carl Christian Kinze hat mit großer Aufmerksamkeit die Beobachtungen von Großen Tümmlern vor den Küsten Nordschleswigs in den vergangenen Wochen verfolgt.
Er hat sich mit diesen aus den berühmten Flipper-Fernsehfilmen bekannten Meeressäugern seit Jahren befasst. „Wir können vielleicht gerade erleben, dass die Großen Tümmler in unsere Natur zurückkehren“, so der Biologe, der berichtet, dass seit 2015 ständig Große Tümmler in der Nordsee beobachtet werden.

„Vor Djursland konnte man in diesem Jahr lange eine ganze Schule von Großen Tümmlern beobachten“, berichtet Kinze. Neben männlichen und weiblichen erwachsenen Walen befanden sich darunter auch Jungtiere. „Wir wissen allerdings nicht, ob aktuell in dänischen Gewässern Junge zur Welt gebracht werden“, erläutert Kinze, der auf der Homepage hvaler.dk über Beobachtungen und Neuigkeiten aus der Welt der heimischen Wale berichtet, zu deren festen Bestand bisher in erster Linie die kleinen Schweinswale und Weißschnauzendelfine zählen.

Kinze hat sich in den vergangenen Jahrzehnten vor allem mit den Schweinswalen befasst, deren Ostseebestand nur aus wenigen Hundert Exemplaren besteht. Der Nordseebestand, der auch die dänischen Küstengewässer umfasst, ist dagegen recht groß. „Die Großen Tümmler töten mitunter sogar Schweinswale“, so der Biologe.

Gutes Nahrungsangebot

Er hält es für möglich, dass die Großen Tümmler wegen des guten Nahrungsangebotes – sie fressen Fische, Tintenfische und wirbellose Tiere –, aber auch aufgrund des Schutzes der Kleinwale wieder in heimische Gewässer vorgedrungen sind.

Sie waren vor Jahrzehnten aus der Nordsee verschwunden, kamen aber im westlichen Ärmelkanal vor. Jetzt sind sie in die Nordsee zurückgekehrt, vor allem vor die Küste Schottlands, erläutert er. Er würde sich über Fotos von Tümmler-Beobachtern freuen. Diese können auch an eine Facebook-Gruppe Hvaler.dk gesendet werden.

Neuer Name: Øresvin

Kinze stellt außerdem fest, dass ein Apenrader Fischer den ausgewachsen, über drei Meter großen Walen wahrscheinlich den dänischen Namen Øresvin gegeben habe. „Vermutlich haben sie darin den lateinischen Namen einer anderen Delfinart, Orca, einfließen lassen“, berichtet er dem Nordschleswiger.

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