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Eva Kjer will Schlagbaum für Familienbesuche öffnen

Eva Kjer will Schlagbaum für Familienbesuche öffnen

Eva Kjer will Schlagbaum für Familienbesuche öffnen

Nordschleswig/Kopenhagen
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Grenze Pattburg
Eva Kjer Hansen will grenzüberschreitende Besuche bei einem Partner oder Familienmitglied zulassen. Foto: Karin Riggelsen

Die Venstre-Politikerin unterstützt die Initiative der Schleswigschen Partei (SP) zu einer schrittweisen Öffnung der Grenze.

Der Schlagbaum an der deutsch-dänischen Grenze darf kein Hindernis sein, wenn man Partner, Kinder und nahe Verwandte besuchen möchte. Dies meint die nordschleswigsche Abgeordnete für Venstre, Eva Kjer Hansen.

Die Schleswigsche Partei (SP) hat Staatsministerin Mette Frederiksen (Soz.) zu eben solch einer Lockerung aufgefordert.

„Ich unterstütze voll und ganz die Initiative der SP, die auf reale Probleme hinweist, wenn es um grenzüberschreitenden Familienbesuch geht. Man muss bedenken, dass hier im Grenzland besondere Verhältnisse herrschen“, sagt Kjer Hansen dem „Nordschleswiger“.

Brief der SP weitergeleitet

Die SP hat in ihrem Brief vorgeschlagen, dass als ein erster Schritt zur allmählichen Öffnung der Grenze Familienbesuche als triftiger Grund für ein Überqueren der Grenze anerkannt werden.

„Wenn wir nur alle die Regeln zur Hygiene und zum Abstandhalten befolgen, dann spielt es kaum eine Rolle, ob man auf der einen oder der anderen Seite der Grenze wohnt“, meint die Venstre-Politikerin.

Eva Kjer Hansen hat den Brief der SP im Europa-Ausschuss des Folketings, wo sie Mitglied ist, verteilt.
„Ich habe auch Staatsministerin Mette Frederiksen um eine Antwort gebeten.“

Initiativen in Schleswig-Holstein

Der Radikale Nils Sjøberg hat bereits am Sonntag gegenüber dem „Nordschleswiger“ erklärt, dass er eine schrittweise Öffnung der Grenze befürwortet.

Auch südlich der Grenze mehren sich die Stimmen, die eine Öffnung der Grenze befürworten. Nach dem Südschleswigschen Wählerverband (SSW) haben sich auch der grüne Europa-Abgeordnete Rasmus Andresen sowie die SPD entsprechend geäußert.

„Natürlich wollen wir als Europapartei offene Grenzen. Wir hoffen daher, dass die Maßnahmen schnellstmöglich beendet werden können. Eine Öffnung sollte von der konkreten Bedrohungslage durch das Virus abhängig gemacht werden“, heißt in einer Erklärung des Vorsitzenden der SPD-Landtagsfraktion, Dr. Ralf Stegner, sowie der Sprecherin für die deutsch-dänische Zusammenarbeit, Birte Pauls.

Eine eigentliche Öffnung der Grenze soll nach Vorstellung der SPD-Abgeordneten eine gemeinsame Initiative der Bundesländer sein.

„Was wir jedoch befürworten, sind Ausnahmen, wenn es zum Beispiel um Ehepartner, die sich gegenseitig besuchen wollen, oder um Studierende geht. Auch Berufspendler sollten in den Fokus genommen werden. Schließlich ist ein großer Teil des Pflegepersonals in Tondern aus Deutschland. In anderen Bereichen sieht es ganz ähnlich aus.“

„Wir erwarten in dieser Frage von der Landesregierung, mit Dänemark schnellstmöglich Kontakt aufzunehmen und gemeinsam Regeln dafür zu finden, dass diejenigen, die im Alltag für Arbeit, Studium oder Familien ohne Grenzen leben, das auch weiterhin tun können“, schließen die beiden Abgeordneten.

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