Hilfe nach Corona

Tondern will Extrawurst wegen Pandemie-Auswirkungen

Tondern will Extrawurst wegen Pandemie-Auswirkungen

Tondern will Extrawurst wegen Pandemie-Auswirkungen

Tondern/Tønder
Zuletzt aktualisiert um:
Mit der Aktion „Sæt pris på Tønder“ wird darum geworben, in Tondern einzukaufen. Foto: Archiv: JydskeVestkysten

Die bisherigen Hilfspakete, die die Regierung für Umsatzeinbußen infolge der Pandemie bereitgestellt hat, reichen Tondern nicht aus. Daher soll es für die Grenzkommune ein Sonderpaket geben.

Die coronabedingte Schließung der Grenze hat dem Einzelhandel in Tondern erhebliche Umsatzverluste gebracht. Daher reichen die von der Regierung in Aussicht gestellten Hilfspakete nicht, meinen die Kommune und der Handelsverein. Als Grenzkommune sei man in dieser Hinsicht besonders schwer benachteiligt gewesen, dass keine deutschen Kunden nach Tondern gekommen sind.

Auf nach Christiansborg

Daher werden sich Bürgermeister Henrik Frandsen (V) und der Vorsitzende des Handelsvereins, Anders Jacobsen, am Donnerstag, 11. Juni, auf den Weg nach Kopenhagen machen, um sich vor dem Wirtschaftsausschuss des Folketings für ein Sonderpaket für Tondern stark zu machen. Aufgrund der Lage direkt an der Grenze habe die Schließung dem örtlichen Handel besonders weh getan. Etwa 40 Prozent des Umsatzes, den die Geschäfte in der Tonderner Fußgängerzone verzeichnen, kommen von Kunden von südlich der Grenze. Fachgeschäfte verzeichnen 30 Prozent Ausgaben deutscher Kunden in ihren Kassen und in Cafés und Restaurants beträgt der Euro-Umsatz 25 Prozent.

Daher wären Sonderentschädigungen für die Ausfälle angemessen.

Anders Jacobsen, Vorsitzender des Handelsvereins Tondern

„Wir wissen, dass der Einzelhandel in ganz Dänemark geblutet hat. Aber die Kommune Tondern unterscheidet sich aufgrund der Grenznähe vom Rest des Landes. Daher wären Sonderentschädigungen für die Ausfälle angemessen“, meint Anders Jacobsen.

Der Bürgermeister teilt diese Ansicht, zumal die Folketingspolitiker schon einmal die besondere Situation Tonderns durch die Befreiung vom Ladenschlussgesetz anerkannt hatten, damit man mit dem Grenzhandel konkurrieren werden könne. Die Senkung der Mehrwertsteuer in Deutschland verschärfe nun den Konkurrenzdruck der Nachbarn im Süden.

Die Corona-Krise hat aber leider gezeigt, dass wir verletzbar sind, wenn keine deutschen Kunden in unsere Geschäfte kommen.

Henrik Frandsen, Bürgermeister der Kommune Tondern

„Normalerweise sind wir glücklich über die Nähe zur Grenze. Die Corona-Krise hat aber leider gezeigt, dass wir verletzbar sind, wenn keine deutschen Kunden in unsere Geschäfte kommen. Wir freuen uns natürlich auch über die Öffnung der Grenze ab 15. Juni, aber die letzten drei Monate haben unseren Geschäftsleuten hart zugesetzt. Daher wäre eine zusätzliche Hilfe angemessen und sehr willkommen“, unterstreicht Frandsen.

Der Ökonomieausschuss bewilligte im Mai ein Hilfspaket in Höhe von einer Million Kronen für die Handelsvereine in der Kommune. Anders Jacobsen zeigte sich damals natürlich dankbar, unterstrich aber, dass dieser Betrag nicht ausreiche.

Mehr lesen

Kulturkommentar

Rabea Papke
„Country-Musik im Norden“