Sozialdienst

Erster Familienberater in Nordschleswig startbereit

Erster Familienberater in Nordschleswig startbereit

Erster Familienberater in Nordschleswig startbereit

Osterhoist/Øster Højst
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Regin Hansen ist der neue Familienberater für die Sozialdienste Tondern sowie Jeising, Seth und Abel Foto: Monika Thomsen

Regin Hansen aus Osterhoist übernimmt zum Jahresanfang das Ruder von Karin Müller. Der 46-jährige Vater von drei Kindern freut sich auf die neuen Herausforderungen.

„Ich freue mich sehr“, scheint in der Vorweihnachtszeit bei Regin Hansen in Osterhoist Vorfreude auf seine neue Aufgabe als Familienberater für die Sozialdienst-Reviere Tondern und Jeising, Seth und Abel durch.

Der 46-jährige Familienvater tritt am 1. Januar 2021 die Nachfolge von Karin Müller an, die knapp zehn Jahre beim Sozialdienst Nordschleswig als Familienberaterin tätig war.

Mit ihm kehrt bei dem sozialen Verband der deutschen Minderheit in Nordschleswig eine neue Ära ein, da die Familienberatung bislang fest in weiblicher Hand war.

Die bildlich gesprochene Position als „Hahn im Korb“ hatte im hauptamtlichen Bereich bis jetzt Abteilungsleiter Hans Grundt inne.

Die große Bandbreite und Vielseitigkeit des Jobs mit einem Meer von verschiedenen Aufgaben spricht mich an.

Regin Hansen, Familienberater

„Die große Bandbreite und Vielseitigkeit des Jobs mit einem Meer von verschiedenen Aufgaben spricht mich an“, beschreibt Regin Hansen seine Beweggründe, aktiv in die Familienberatung einzusteigen.

Sozialbereich kein neues Terrain

Mit dem Sozialbereich betritt der 2017 ausgebildete Sozialberater kein Neuland.
Nach seiner Ausbildung war er zunächst bei der Kommune Hadersleben (Haderslev) im Beschäftigungsbereich als Projektmitarbeiter tätig. Anschließend war er zwei Jahre bei der Kommune Tondern als Sozialberater.

Weichen neu gestellt

„Ich habe im Januar 2020 aufgehört, da ich mich nicht mit dem kommunalen System und den Anforderungen, die an die Bürger gestellt wurden, anfreunden konnte“, so Hansen. Seitdem hatte er verschiedene Vertretungs-Stellen und nutzte die Zeit als Art Denkpause, um die Weichen neu zu stellen.

Regin Hansen engagiert sich im Schulbereich ehrenamtlich. Foto: Monika Thomsen

Nun blickt er mit Erwartung auf den neuen Arbeitsbereich mit der Beratung von Menschen in allen Altersgruppen und Lebenslagen.

„Deswegen habe ich auch meine Ausbildung gemacht, um Menschen zu helfen und zu unterstützen“, so Hansen.

Der gelernte Autoelektroniker ist in Lügumkloster (Løgumkloster) und ab seinem zweiten Schuljahr in Branderup aufgewachsen, wo seine Mutter noch lebt.

Erfahrung mit Kindern und Jugendlichen

Erfahrung von der Arbeit mit Kindern bringt er aus seiner früheren Tätigkeit als privater Tagespfleger mit.

Als er vor einigen Jahren gemeinsam mit seiner Frau Elisabeth vor den Toren von Osterhoist Ferien auf dem Bauernhof betrieb, beschäftigte er sich unter anderem mit der Unterstützung von sozial benachteiligten jungen Menschen, die darauf vorbereitet wurden, aus ihrem Zuhause auszuziehen.

Sozialdienst keine unbekannte Komponente

„Wir sind schon seit vielen Jahren Mitglied beim Sozialdienst und haben auch schon mal selber Hilfe in Anspruch genommen. Außerdem sind unsere Mädchen im Haus Quickborn in Kollund zu Aufenthalten gewesen“, so Hansen zur Frage, inwieweit er bislang mit der sozialen Organisation der Minderheit in Berührung war.

In die deutsche Minderheit ist er durch seine Frau Elisabeth hineingeschlittert. Die drei Kinder der Familie – Carsten (15 Jahre), Siri (10 Jahre), Leah (8 Jahre) – haben wie ihre Mutter die deutschen Einrichtungen im Ort besucht.

Ich habe im Vorstand des Kindergartens angefangen, als Carsten den besucht hat. Später habe ich dann im Schulvorstand weitergemacht.

Regin Hansen, Familienberater

„Ich habe im Vorstand des Kindergartens angefangen, als Carsten den besucht hat. Später habe ich dann im Schulvorstand weitergemacht“, so Regin Hansen.

Er war bis zur Schließung der deutschen Einrichtungen im November 2018 Vorsitzender der Schule. Nun gehört er dem Schulvorstand im Nachbarort Rapstedt (Ravsted) an.

Dort gehen Siri und Leah zur Schule, während ihr großer Bruder sich in Svendborg auf der Seefahrt-Schule auf die Hochschulreife vorbereitet.

Spannende Einblicke gewonnen

„Ich bin im Schulausschuss und auch im Hauptvorstand. Wenn man mitmischen will, dann muss man aktiv sein. Ich finde es spannend. Man gewinnt Einblick, wie die ganze Arbeit im DSSV und dem großen Komplex, der dahintersteckt, läuft und wirkt an der Weiterentwicklung mit“, sagt Hansen mit Blick auf den Deutschen Schul- und Sprachverein für Nordschleswig (DSSV).

„Es wird auch spannend, mit der Schule, den Kindergärten, der Bücherei und den Pastoren zusammenzuarbeiten und den Sozialdienst-Ortsvorständen", sagt Hansen, der derzeit zu Hause ein Homeoffice einrichtet.

Gäste werden bei der Familie Hansen vor der Haustür auf Deutsch „willkommen" geheißen. Foto: Monika Thomsen

Beim Einstieg in das neue Betätigungsfeld birgt die Corona-Pandemie einige Herausforderungen.

„Ich kann nicht einfach zu den Leuten rausfahren und an die Tür klopfen. Die Besuche müssen erst durch Anrufe und dem Klären des gegenseitigen Gesundheitszustandes koordiniert werden. Da gibt es beim Sozialdienst klare Richtlinien“, so Hansen.

Sesamstraße als Lehrmeister

Deutschkenntnisse bringt der neue Familienberater auch mit.

„Ich habe Deutsch in der Volksschule gelernt und sonst vorrangig aus der Sesamstraße. Das war vor dem Satelliten-Fernsehen“, so Hansen mit einem Lächeln.

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