Naturwerte im Blick

Aufforstung in der flachen Marschlandschaft unerwünscht

Aufforstung in der flachen Marschlandschaft unerwünscht

Aufforstung in der flachen Marschlandschaft unerwünscht

Tondern/Tønder
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In Scherrebek stoßen die Aufforstungspläne aus landschaftlichen Rücksichten auf Widerstand. In Tondern wurde 2020 im Umfeld des Soldaterskoven neu gepflanzt. Foto: Monika Thomsen

Nicht nur die Nachbarn, sondern auch die Kommune Tondern erteilt den Plänen eines Grundbesitzers in Scherrebek eine Abfuhr. Für das betreffende Gebiet soll ein Flächennutzungsplan ausgearbeitet werden.

Auf Gegenwind ist der Plan eines Grundbesitzers in Scherrebek (Skærbæk) gestoßen, der südlich des Gesingvej in der flachen Marschlandschaft auf einer 20 Hektar großen Fläche einen Wald pflanzen will.

Die Nachbarn sind bei der Kommune Tondern gegen diese Pläne angegangen, da sie befürchten, dass ihre Aussicht beeinträchtigt wird.

„Wir haben uns gerade wegen der einzigartigen Natur vor unseren Fenstern hier angesiedelt“, heißt es in dem gemeinsamen Schreiben, das Bjarne Christensen stellvertretend für die Bewohner der Straßenzüge Toften und Gesingvej unterzeichnet hat.

Wir sind uns darüber im Klaren, dass die Kommune die Aufforstungspläne nicht mit Rücksicht auf unsere Aussicht verhindern kann. Wir meinen aber, dass es viele andere gute Gründe gibt.

Bjarne Christensen und Co, Nachbarn

„Wir sind uns darüber im Klaren, dass die Kommune die Aufforstungspläne nicht mit Rücksicht auf unsere Aussicht verhindern kann. Wir meinen aber, dass es viele andere gute Gründe gibt“, schreiben die Nachbarn, die auf die Naturwerte aufmerksam machen.

Naherholungsgebiet mit besonderen Werten

Bei dem Gebiet handele es sich um eine alte Strandwiese und einen Teil des Hinterlandes des Nationalparks Wattenmeer mit der Marsch- und Geestlandschaft.

Zudem entfalte sich auf den Wiesen ein ganz besonderes Vogelleben. Unter anderem würde die seltene Wiesenweihe dort brüten.

Das Umfeld des Gesingsvejs werde von vielen Bürgern als Naherholungsgebiet genutzt. Dort seien Spaziergänger, Jogger und Radfahrer unterwegs.

„Gut für die Gesundheit"

„Oft kommen auch einige Reiter vorbei. Diese Aktivitäten sind gut für die physische und mentale Gesundheit, und das Gebiet lädt zu weiteren Aktivitäten ein“, so die Anwohner.

In Anlehnung an das Kuxbüller und Söllstedter Moor regen sie dazu an, dass dort ein Naturprojekt durchgeführt wird.

Die gewünschte Platzierung des 20 Hektar großen Waldes ist grün markiert. Foto: Tønder Kommune

Die Anwohner sind auch schriftlich bei dem Grundbesitzer vorstellig geworden, der ihnen mündlich mitgeteilt hat, dass er nicht gewillt ist, seine Pläne zu ändern.

Sie fordern die Kommune dazu auf, einen Zusatz zum Kommunalplan auszuarbeiten.

Bedenken stoßen auf Verständnis

Die Politiker im Technischen Ausschuss haben Verständnis für die Bedenken der Nachbarn.

„Wir wünschen nicht, dass gerade in diesem besonderen Marschgebiet ein Wald gepflanzt wird“, sagt der Ausschussvorsitzende Bo Jessen (Tønder Listen).

Verbot verhängt

Eine Ausschussmehrheit hat beschlossen, ein Paragraf-14-Verbot zu verhängen. Demzufolge werden eine Aufforstung, eine Bepflanzung und eine Bebauung, die den landschaftlichen Charakter verändern, verboten.

Binnen eines Jahres muss ein Flächennutzungsplan vorliegen, der genau beschreibt, was in diesem Bereich zulässig ist.

Harry Sørensen (Konservative Volkspartei) votierte dagegen.

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