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Immer alles im Blick

Immer alles im Blick

Immer alles im Blick

Dominik Dose
Dominik Dose Online-Redaktion
Lakolk
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Wenn es einmal schnell zum nächsten Strandabschnitt gehen muss, nutzen Asker (l.) und Emil den Geländewagen. Foto: Dominic Dose

Die Rettungsschwimmer Asker, Emil und Jonas bewachen in dieser Woche den Strand von Lakolk. Bisher verlief alles ruhig, doch auch bei schlechtem Wetter sind sie immer wachsam.

Die Wolken reißen langsam auf. Erste blaue Flecken sind am Himmel zu sehen. Sie werden immer größer. Es ist 10.30 Uhr. Ein sonniger Tag steht der Insel Röm und den Gästen am Strand von Lakolk bevor. Immer mehr von ihnen strömen zu Fuß und mit dem Auto über die Straße, die durch die Dünen bricht, Richtung Wasser.


Asker und Emil haben vor 30 Minuten ihren Dienst angetreten. Die rot-gelbe Flagge weht hoch oben im Wind. Sie signalisiert den Strandbesuchern, dass die beiden an ihrem Platz sind. Bisher können Asker und Emil die wenigen Badegäste entspannt aus der unteren Etage ihrer Wachhütte im Auge behalten – doch bald wird einer von beiden den Platz oben auf dem Turm einnehmen müssen. Für einen besseren Überblick.

Denn der ist in ihrem Job das A und O. Er kann über Leben oder Tod entscheiden. Asker und Emil sind Rettungsschwimmer. Jede Woche an einem anderen Strand in Dänemark. Die ganzen Sommerferien über. In dieser Woche bewachen sie den Strand von Lakolk. „Wir arbeiten immer in Dreierteams“, erzählt Asker. Der Dritte im Bunde ist Jonas. Er hat heute seinen freien Tag.

Für Emil ist es die zweite Saison als Rettungsschwimmer. Für Asker die sechste. Er ist bereits ein alter Hase.

Auch bei schlechtem Wetter wachsam

Der Sommer verläuft bisher ruhig. An allen Stränden. Das Wetter ist noch nicht so, wie sich das ein Strandurlauber vorstellt. Kein Vergleich zum vergangenen Jahr. Aber wer glaubt, dass Rettungsschwimmer deshalb weniger zu tun haben, der täuscht sich.

„Ist es bewölkt, weht meist auch ein kräftiger Wind. Dann sind zwar keine Badegäste am Strand, aber jede Menge Kitesurfer. Sie nutzen den freien Platz und die Windbedingungen aus. Die sind schnell unterwegs, da ist es nicht immer leicht, alle im Auge zu behalten“, sagt Emil. Um sowohl Badegästen als auch Kitesurfern in jeder Notsituation zur Hilfe eilen zu können, stehen den Rettungsschwimmern diverse Hilfsmittel zur Verfügung.

Für Badegäste, die in Strandnähe Hilfe brauchen, steckt ein sogenanntes „Rescue-Board“ im Sand, das sich die Lebensretter direkt greifen und mit dem sie durch wenige Armschläge schnell zur Stelle sein können. Braucht tatsächlich einmal ein Kitesurfer oder eine Person, die zu weit herausgeschwommen ist, Hilfe, liegt am Strand ein Schlauchboot mit Außenbordmotor bereit.


Aber auch am langen Strand ist eine schnelle Fortbewegung gesichert. Ein gelber Geländewagen hilft dabei.
Zum Glück sind weder Rescue-Board noch Boot oder Geländewagen bisher auf Röm zum Einsatz gekommen. „Wir mussten bisher noch nicht eingreifen, alle Badegäste halten sich an die Regeln, so soll es sein“, sagt Asker.

Nächster Stopp: Hvidbjerg Strand

Der 26-Jährige aus Aalborg arbeitet normalerweise als Ingenieur. Emil ist 20 Jahre alt. Er kommt aus Aarhus und ist gerade mit dem Gymnasium fertig. Er ist volle sieben Wochen an den verschiedenen Stränden in Dänemark im Einsatz, Asker in diesem Sommer für vier Wochen. Der nächste Stopp für die beiden und ihren Kollegen Jonas ist Hvidbjerg Strand bei Blåvand.

„Es ist ein toller Job. Wenn viel los ist, gehen wir am Strand Patrouille. Man kommt mit den Menschen ins Gespräch – und sie freuen sich, dass wir da sind“, erzählt Asker.
Ausgebildet und angestellt sind sie vom TrygFonden, der die Rettungsdienste an den Stränden betreibt.


Wer selbst Rettungsschwimmer werden will, muss eine mehrwöchige Ausbildung absolvieren. „Grundsätzlich ist es so, dass man die erste Saison, die man dabei ist, ausgebildet und auch mit der ganzen Ausrüstung vertraut gemacht wird“, so Emil.


Und auch wenn er und Asker sich mit allem bestens auskennen und für jede Notsituation bereit sind: Beide hoffen, dass der Sommer genauso ruhig zu Ende geht, wie er begonnen hat.

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Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
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