Sachbeschädigung

Zaun offensichtlich von deutscher Seite durchtrennt

Zaun offensichtlich von deutscher Seite durchtrennt

Zaun offensichtlich von deutscher Seite durchtrennt

Kollund
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Auf einem Abschnitt von rund 150 Metern ist der Wildschweinzaun im Kollunder Wald durchtrennt worden. Foto: kjt

Die dänische Polizei geht davon aus, dass Abschnitte des Wildschweinzauns im Kollunder Wald am vergangenen Wochenende von deutscher Seite gekappt wurden. Ob es auch Deutsche waren, ist allerdings unklar. Warnung vor spitzen Teilen der durchtrennten Elemente.

Man habe Fußspuren auf der deutschen Seite festgestellt, und die durchtrennten Zaunelemente sind Richtung Dänemark gekippt worden. Man vermute daher, dass das Durchschneiden des Wildschweinzauns am Wochenende im Kollunder Wald von deutscher Seite erfolgt ist, so Thomas Berg von der Sonderburger Einheit der Polizei für Südjütland und Nordschleswig am Montag. Ermittelt werde wegen schwerer Sachbeschädigung („groft hærværk“).

Auf einem Abschnitt von rund 150 Metern zwischen Krusau und Grenzübergang Schusterkate/Skovmagerhus hatten Unbekannte am vergangenen Wochenende Elemente des Zauns durchtrennt, den der dänische Staat aus Furcht vor der Verbreitung der afrikanischen Schweinepest durch Wildschweine errichten ließ.

Die Ermittlungen laufen

Gemeldet wurde die Sachbeschädigung am Sonntag. Die dänische Polizei bitten um sachdienliche Hinweise unter der Telefonnummer 114. Auch die deutsche Polizei ist eingeschaltet. Ob es sich ausschließlich um Aktivisten von südlich der Grenze gehandelt hat, ist unklar.

Die dänische Polizei warnte Spaziergänger vor scharfen und spitzen Teilen der durchgesägten Elemente. Sie ragen am Boden hervor und stellen für Menschen und auch für Tiere eine Verletzungsgefahr dar.

Die Elemente wurde kurz oberhalb des Bodens durchgeschnitten. Die Täter verwendeten vermutlich Bolzenschneider. Foto: kjt
Förster Merlin Hans von der Naturbehörde schaute sich am Montagvormittag die Sachbeschädigung am Wildschweinzaun noch einmal an. Foto: kjt

„Wir werden uns einen genauen Überblick verschaffen und am Dienstag mit der Reparatur des Zauns beginnen. Wir haben vereinzelt auch noch weitere Stellen gefunden, an denen der Zaun durchtrennt wurde“, so Bent Rasmussen von der Naturbehörde „Vadehavet“, die mit dem Bau und der Wartung des Wildschweinzauns betraut wurde.

Den Schaden schätzt der Oberförster auf über 100.000 Kronen. „Einschließlich der demolierten Gatter, die in den vergangenen Wochen und Monaten immer wieder beschädigt wurden“.

Förster Merlin Hans, der als Mitarbeiter der Naturbehörde „Vadehavet“ für den Zaun zuständig ist, schätzt den Schaden auf mehrere 100.000 Kronen.

Nicht neu in den Boden

Er schaute sich am Montagvormittag noch einmal auf dem Abschnitt mit den durchtrennten Zaunelementen um. Komplett werde man die Elemente nicht ersetzen. Vorgesehen ist laut Hans, die offenbar mit einem Bolzenschneider abgetrennten Teile glatt zu flexen und im Boden zu belassen.

Nahezu alle durchgeschnittenen Zaunelemente wurde zur dänischen Seite hin gekippt. Foto: kjt

Die neuen Elemente werden dann daran verankert und müssen nicht neu in den Boden versenkt werden. Das mache es etwas einfacher, ärgerlich sei es aber allemal. So sieht es auch Bent Rasmussen:

„Wir respektieren es, wenn Menschen gegen den Zaun sind. Es ist aber nicht zu respektieren, wenn man sich über eine demokratischen Entscheidung hinwegsetzt und sich zu solch einer groben Sachbeschädigung hinreißen lässt“, so Rasmussen.

Die Aktion sei kein Kavaliersdelikt und die Täter werden zur Verantwortung gezogen, sollten sie von dänischer oder deutscher Polizei ermittelt werden.

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Leitartikel

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
„Anstand mit Abstand“