Kriegsende 1918

Gedenken mit Schwerpunkt Kriegsgefangenenlager

Gedenken mit Schwerpunkt Kriegsgefangenenlager

Gedenken mit Schwerpunkt Kriegsgefangenenlager

Bjolderup
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Pastor Martin Bangsø beim Gedenken an die im Ersten Weltkrieg gefallenen Soldaten aus dem Kirchspiel Bjolderup. Foto: kjt

In Bjolderup gedachte man dem Ende des Ersten Weltkrieges und der 57 gefallenen Gemeindemitgliedern. Erinnert wurde auch an die Gefangenenlager in Europa und im hiesigen Raum.

Es ist ein Moment, an dem international innegehalten wird: Am 11. 11. endete der Erste Weltkrieg (1914 -1918). Dem Waffenstillstand und den gefallenen Soldaten des grausamen Krieges erinnerte man am Montag auch wieder in Bjolderup.

Am Mahnmal mit den Namen der 57 im Krieg gefallenen Bürgern aus dem Kirchspiel Bjolderup legten der Gemeinderat und der Grenzverein Kränze nieder. Pastor Martin Bangsø hielt eine kurze Andacht vor den rund 50 Teilnehmern.

Der Gemeinderat und der Grenzverein legten Kränze nieder zu Ehren der gefallenen Soldaten aus dem Kirchspiel Bjolderup. Foto: kjt

Eingebettet in das alljährliche Gedenken waren in diesem Jahr Beiträge von Historiker Jørn Buch zum Thema Kriegsgefangenschaft. In Nordschleswig, unter anderem in Baistrup, befanden sich damals Tausende russische, belgische, englische und französische Soldaten in Gefangenschaft.

Jørn Buch ging bei der Gedenkfeier in Bjolderup und später beim Vortrag im Reppelcenter auf das Thema Kriegsgefangenenlager ein. Foto: kjt

Noch in Bjolderup griff Jørn Buch die Erzählungen eines Soldaten aus Lysabbel auf, der 1915 als 30-Jähriger eingezogen wurde. Er kam zunächst an die Ostfront und wurde durch einen Schuss am Arm verletzt.

„Nach zehn Tagen im Lazarett kam er zunächst nach Brügge. 1916 war er an der Schlacht an der Somme in Frankreich dabei. Mit über einer Million Soldaten war es eine der größten Schlachten des Ersten Weltkrieges“, berichtete Jørn Buch.

In französischer Gefangenschaft

Nach einer erneuten Verwundung wurde der Nordschleswiger schließlich von den Franzosen gefangen genommen, ergänzte Buch, der aus den Erzählungen des Soldaten unter anderem die Zeit im Gefangenenlager und den Zwangseinsatz bei Bauern wiedergab.

Buch griff auch die Erlebnisse im Lager Aurillac auf, in dem es einen Abschnitt ausschließlich mit dänisch gesinnten und dänisch sprechenden Soldaten gab. „Da fühlte er sich ein wenig wie Zuhause“, bemerkte der Historiker, der kurz darauf seinen Kurzvortrag abbrach.

Es war 11 Uhr, und wie jedes Jahr läutete die Kirchenglocke in Erinnerung an das Geläute zum Waffenstillstand 1918. Am Gedenkstein hielt man inne und es wurden die Kränze niedergelegt.

Im Reppelcenter hatten die Gäste kurz darauf nach einem Frokost die Möglichkeit, mehr von Jørn Buch über die Gefangenenlager in Europa und über das Schicksal nordschleswigscher Soldaten zu erfahren.

Der große Gedenkstein in Bjolderup, der die Namen der im Ersten Weltkrieg gefallenen Soldaten aus dem Kirchspiel trägt. Foto: kjt
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Leitartikel

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
„Es bleibt sitzen“