Wirtschaft

Hansen: „Ärgerlich, dass jetzt wieder auf Pattburg fokussiert wird“

Hansen: „Ärgerlich, dass jetzt wieder auf Pattburg fokussiert wird“

„Ärgerlich, dass jetzt wieder auf Pattburg fokussiert wird“

Jon Thulstrup
Jon Thulstrup Online-Redaktion
Pattburg/Padborg
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Ein Sattelauflieger der Firma HP Therkelsen Foto: Archiv

Der Direktor des Pattburger Transportcenters ärgert sich über den jüngsten Fall der Transportbranche in Pattburg.

Kabotagefahrt

Kabotagefahrten sind Transportdienstleistungen innerhalb eines Landes mit einem ausländischen Fahrzeug. Laut EU-Gesetz darf ein ausländischer Lkw beispielsweise drei Inlandsfahrten innerhalb einer Woche in Dänemark vornehmen – vorausgesetzt, die internationalen Güter wurden schon entladen.

Seit am Dienstagvormittag fünf Mitarbeiter des Fuhrunternehmens HP Therkelsen von der Polizei festgenommen wurden, sind nun alle Augen bezüglich der Transportbranche abermals auf Pattburg gerichtet. Und darüber ärgert sich der Direktor des Pattburger Transportcenters, Jesper Schimann Hansen, der erst seit Anfang Oktober den Sitz an der Spitze des Centers übernommen hat. Schon mit dem Kurt-Beier-Fall im Oktober 2018 geriet Pattburg in die negativen Schlagzeilen.

„Es ist traurig, dass der Kurt-Beier-Fall auch als Pattburg-Fall bezeichnet wurde. Die Stadt und das Gebiet um Pattburg werden dann mit Gesetzesbrechern in Verbindung gebracht“, so Hansen gegenüber dem „Nordschleswiger“.

Zum jüngsten Fall bei HP Therkelsen wolle er sich nicht äußern. „Es ist wichtig, dass schnell herausgefunden wird, was und ob etwas bei einem unserer Mitglieder vorgefallen ist“, betont er.

Er zweifelt nicht daran, dass Pattburg mit dem Fall wieder in Verbindung gebracht werde. Auf die Frage, wie das Center solche Fälle in Zukunft umgehen könne, antwortet er: „Es ist nicht unsere Arbeit zu kontrollieren, ob alle auch die Regeln einhalten. Wir erklären gegenüber unseren Mitgliedern, dass sie sich nach den Gesetzen richten sollen. In erster Linie ist es aber unsere Aufgabe, ihnen beim Schaffen guter Arbeitsbedingungen für ihre Mitarbeiter unter die Arme zu greifen.“ Für das Transportcenter sei es zudem wichtig, die guten Geschichten der Branche zu erzählen.

Dem Fuhrunternehmen HP Therkelsen wird vorgeworfen, Dokumente zur illegalen Kabotagefahrt gefälscht zu haben. Insgesamt wurden am Dienstag fünf Mitarbeiter des Unternehmens festgenommen – darunter vier Lkw-Fahrer. Zwei wurden im Laufe des Tages wieder freigelassen. Die drei übrigen wurden am Mittwoch dem Haftrichter in Roskilde vorgeführt, weil die Polizei von Mittel- und Westseeland als Kläger den Fall übernommen hat. Dabei wurden zwei Lkw-Fahrer und einer der Mitarbeiter zu vier Monaten und zu jeweils 30 Tagen Haft auf Bewährung verurteilt. Die Angeklagten bestätigten das Urteil. Die Ermittlungen gegen das Fuhrunternehmen laufen weiter, teilte die Polizei auf ihrer Twitter-Seite mit.

Der Direktor von HP Therkelsen, Peter Therkelsen, war am Mittwoch für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.


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