Coronavirus

Grenzschließung: Akademiker auf der Suche nach Antworten

Grenzschließung: Akademiker auf der Suche nach Antworten

Grenzschließung: Akademiker auf der Suche nach Antworten

Apenrade/Edinburgh
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Die Grenze zwischen den Dörfern Ruttebüll und Rosenkranz ist seit dem 14. März 2020 als Maßnahme gegen die Corona-Pandemie geschlossen. Foto: Karin Riggelsen

Dr. Ruairidh Tarvet von der Universität in Edinburgh und Prof. Martin Klatt von der Süddänischen Universität arbeiten an einem Forschungsprojekt über die deutsch-dänische Grenze und brauchen nun die Hilfe von zahlreichen Grenzlandbewohnern.

Die Nachrichten über die Schließung der deutsch-dänischen Grenze als Maßnahme zur Eindämmung des Coronavirus haben es bis nach Schottland geschafft. „Ich habe gehört, dass bei der Grenzschließung zwischen Deutschland und Dänemark einiges schiefgelaufen ist“, berichtet Dr. Ruairidh Tarvet von der Universität in Edinburgh im Gespräch mit dem „Nordschleswiger“.

Was hätte besser laufen können?

Gemeinsam mit Prof. Martin Klatt von der Süddänischen Universität will er nun in einem internationalen Projekt herausfinden, wie die Bevölkerung die Schließung der Grenze wahrgenommen hat und was bei einer möglichen zweiten Welle besser laufen könnte.

Weltweit beschäftigen sich Akademiker mit dem Thema der Grenzschließung während der Corona-Krise. Die Ergebnisse sollen in einem Buch veröffentlicht werden, das im Januar erscheinen soll. Um das Kapitel über die deutsch-dänische Grenzschließung kümmern sich Dr. Ruairidh Tarvet und Prof. Martin Klatt.

Umfrage dauert nur drei Minuten

Klatt kümmert sich um die Dokumentation der Ereignisse und Tarvet forscht, wie die Bevölkerung mit den Corona-Maßnahmen umgegangen ist. „Dazu benötigen wir die Hilfe der Grenzlandbewohner und den Minderheiten. Wir haben einen Fragebogen erstellt und möchten gerne etwas über die Erfahrungen mit der Grenzschließung herausfinden“, so der gebürtige Schotte, der selbst familiäre Verbindungen ins Grenzland hat. Er verspricht, dass die Teilnahme an der Umfrage lediglich drei Minuten dauert.

Besonders von der deutschen Minderheit fehlen uns noch Erfahrungen.

Ruairidh Tarvet, Universität von Edinburgh

Der Dozent an der schottischen Universität hat bereits mehrere Publikationen über Sprachen, Minderheiten und Identitäten veröffentlicht und hofft, dass möglichst viele Menschen an der Umfrage teilnehmen. „Besonders von der deutschen Minderheit fehlen uns noch Erfahrungen“, berichtet Tarvet.

„Mit den Erkenntnissen wollen wir etwas für die Menschen aus dem Grenzland tun. Politiker sollen verstehen, was die Grenzschließung im Alltag für die Bewohner bedeutet hat und was für Probleme es gibt, wenn man nur national denkt“, erklärt der Schotte.

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Leitartikel

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
„Ruhe an der Grenze“