Entwicklungsplan

Wirtschaftspolitik made in Sonderburg

Wirtschaftspolitik made in Sonderburg

Wirtschaftspolitik made in Sonderburg

Sonderburg/Sønderborg
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Ein Neubaugebiet in Wester-Satrup: In der Kommune Sonderburg wird in 2021 außergewöhnlich viel gebaut. Foto: Sara Wasmund

Einmal im Jahr trifft sich die Kommune Sonderburg mit dem Branchenverband Dansk Industri zur Lagebesprechung. 2021 gab es ein nachdrückliches Lob aus der Baubranche. Wie sich die Wirtschaftspolitik der Kommune entwickeln kann, erläutert der Vorsitzende des Gewerbeausschusses.

Das Gewerbeklima in der Kommune Sonderburg ist gut, soll aber noch besser werden. Zu diesem Schluss sind der Branchenverband Dansk Industri (DI) und die Kommune Sonderburg gekommen. Beim jährlichen Dialogtreffen im Sonderburger Rathaus besprachen sich beide Partner, wie die Kommune noch wirtschaftsfreundlicher werden kann.

2020 hatte sich die Kommune im Wirtschaftsfreundlichkeits-Barometer von DI vier Plätze nach vorne gearbeitet. „Wir können deutlich merken, dass sich die Kommune bewegt hat, vor allem in der Sachbearbeitung von Bauvorhaben und in Sachen Ausschreibungen. Es ist enorm positiv, wenn eine Kommune die Wirtschaftsfreundlichkeit so hoch einstuft, wie man es in der Kommune Sonderburg tut“, so Michael Mathiesen, Vorsitzender von DI Dansk Byggeri Sydjylland.

Handlungsplan für 2021

Für 2021 arbeitet die Kommune an einem konkreten Handlungsplan, um das Umfeld für Firmen und Bauvorhaben weiter zu optimieren. „Wir haben einen sehr guten Dialog mit Dansk Industri, und auf unserem Jahrestreffen haben wir wichtige Themen besprochen, unter anderem das lokale Wirtschaftsklima“, so Bürgermeister Erik Lauritzen (Soz.).

Wer als Unternehmen in Sonderburg sitzt, hat Zugriff auf den Arbeitsmarkt von Nordschleswig und Schleswig-Holstein. Das ist ein großer Vorteil.

Gerhard Bertelsen, Gewerbeausschuss-Vorsitzender

Stadtratspolitiker Gerhard Bertelsen (SP) ist Vorsitzender des kommunalen Gewerbeausschusses. „Wir stehen die ganze Zeit in engem Dialog mit unseren lokalen Unternehmen, und die sind generell zufrieden mit der Wirtschaftsfreundlichkeit der Kommune Sonderburg.“ Dennoch wolle man sich weiterentwickeln, erläutert Bertelsen.

Er nennt drei Bereiche, an denen man gezielt arbeiten will: das Image als nachhaltige Stadtkommune inmitten von Natur, Arbeitsplatzsituation und Ansiedelung sowie die Politik zur Wettbewerbsausschreibung, sprich die mögliche Privatisierung kommunaler Aufgaben.

Privatisierung kommunaler Aufgaben prüfen

In der Kommune Sonderburg führen beispielsweise nur rund 20 Prozent der öffentlichen Aufgaben private Unternehmen aus. In anderen Kommunen liege der Anteil bei 50 bis 60 Prozent, erläutert Gerhard Bertelsen. „Es geht nicht darum, einen solchen Anteil zu erreichen. Aber wir prüfen es ja zum Teil noch nicht mal, ob eine Privatisierung von Aufgaben bei Einhaltung aller Standards Einsparungen mit sich bringt“, so Bertelsen.

Beim Thema Arbeitsplätze könne Sonderburg als Grenzkommune einen Wettbewerbsvorteil vermarkten und nutzen. „Wer als Unternehmen in Sonderburg sitzt, hat Zugriff auf den Arbeitsmarkt von Nordschleswig und Schleswig-Holstein. Das ist ein großer Vorteil. Außerdem gibt es eine enge Zusammenarbeit über die Grenze hinweg, unter anderem mit den Universitäten Kiel und Flensburg, das ist ebenfalls ein Plus für Unternehmen“, erläutert Bertelsen.

Die gezielte Ausarbeitung dieser Themen und eine noch bessere Umsetzung in der Praxis sollen in Kürze in einen Handlungsplan einfließen, der die Wirtschaftspolitik der kommenden zwei Jahre definiert.

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