Renovierungsprojekt

Bauarbeiten: Das Sonderburger Schloss wird eingehüllt

Bauarbeiten: Das Sonderburger Schloss wird eingehüllt

Bauarbeiten: Das Sonderburger Schloss wird eingehüllt

Sonderburg/Sønderborg
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Am Nord-Ostflügel des Schlosses ist bereits ein Gerüst errichtet worden. Foto: Sara Wasmund

Das Schloss am Sonderburger Hafen verschwindet bis 2022 etappenweise hinter Gerüsten und Planen. Grund sind Dacharbeiten.

Es erinnert ein wenig an ein Projekt der Künstler Christo und Jeanne-Claude. Doch der Grund, warum das Sonderburger Schloss derzeit verhüllt wird, ist ein rein praktischer: Das komplette Ziegeldach muss ausgetauscht werden.

Die Seite des Eingangsportals ist bereits mit einem Gerüst verkleidet, im Laufe des Jahres geht es rund um das Schloss herum. Kirche, Museum, Rittersaal, Kerker – alles verschwindet nach und nach unter Planen und Gestänge.

Renovierung in drei Etappen

„Die Dacharbeiten werden in drei Etappen durchgeführt“, erklärt Kaare Lykke Lauridsen, Leiter der Einheit Bau und Technik des Museum Sønderjyllands, das im Schloss ein Museum betreibt. „Etappe eins umfasst Ost- und Nordflügel, Etappe zwei den Westflügel und Etappe drei den Südflügel.“

Direkt am Eingang zum Alsensund wurde das Schloss einst als Verteidigungsanlage gebaut. Foto: Arne Magnussen/Ritzau Scanpix

Als Eigentümer des Schlosses steht die Schloss- und Kulturbehörde hinter den Renovierungsarbeiten. Mit dem Ende der Dacharbeiten wird Ende Mai 2022 gerechnet.

Architektin Signe Hommelhoff betreut das Projekt als Bauleiterin für Behörde. „Das Dach an sich ist eigentlich noch nicht so alt. Aber es gab Probleme mit der Befestigung der Ziegel. Einige sind bereits runtergefallen und bevor das Problem größer wird, musste man etwas tun.“

Rund 50.000 Ziegel benötigt

Im Zuge der Dachrenovierung werden auch alle Holzfenster des Schlosses gewartet und neu gestrichen. Die Gesamtkosten des Renovierungsprojektes werden auf 12,8 Millionen Kronen veranschlagt. Die roten Ziegelsteine sind handgeschöpft und kommen vom Unternehmen Monier aus Volstrup in Nordjütland.

Für das Dach werden rund 50.000 Ziegel benötigt. Das jetzige Dach des Schlosses ist Ende der 1960er gelegt worden.

Eine aktuelle Ausstellung beleuchtet 100 Jahre Grenzlandgeschichte. Foto: Casper Dalhoff/Ritzau Scanpix

„Zugang zum Schloss wird immer gewährleistet sein“

Ein Museumsbesuch soll – nach Corona – trotz der Bauarbeiten uneingeschränkt möglich sein. „Lediglich auf dem Parkplatz direkt vor dem Schloss kann es zu Einschränkungen kommen, ansonsten sollen die Besucher so wenig wie möglich mitkriegen“, so Kaare Lykke Lauridsen vom Museum Sønderjylland. „Der Zugang zum Schloss wird immer gewährleistet sein.“

Schloss Sonderburg

  • Das Sonderburger Schloss hat eine lange Geschichte: 1168 baute Valdemar der Große am Eingang zum Alsensund eine Befestigungsanlage gegen einfallende Westslaven. Zwischen 1300 und 1400 wurde die Anlage zur mittelalterlichen Burg ausgebaut, die wechselweise im Besitz des dänischen Königs und der schleswigschen Herzöge war.
  • Das Schloss spiegelt seit Jahrhunderten die deutsch-dänische Geschichte des Grenzlandes. In den Schleswigschen Kriegen wurde das Schloss zur Kaserne und zum Lazarett umfunktioniert. Im Ersten Weltkrieg arretierte Preußen politische Gefangene und Militärverweigerer im Gebäude, nach dem Zweiten Weltkrieg internierten dänische Behörden dort dänische Nazis und freiwillige SS-Mitglieder aus den Reihen der deutschen Minderheit.
  • 1920 verkaufte der rechtmäßige Besitzer Herzog Ernst Günther das Schloss an den dänischen Staat, seit 1921 gab es im Schloss ein Museum. Zwischen 1964 und 1973 wurden die Gebäude umfassend restauriert, seit 2006 ist das Museum Sonderburger Schloss ein Teil von Museum Sønderjylland. Verschiedene Ausstellungen zeigen die Geschichte der Grenzregion.
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