Leitartikel

„Gut aufgestellt“

Gut aufgestellt

Gut aufgestellt

Nordschleswig/Sønderjylland
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Die Schleswigsche Partei ist in den Vorbereitungen zur kommenden Kommunalratswahl in Nordschleswig schon weit gekommen, aber es steht noch viel Arbeit bevor, meint Chefredakteur Gwyn Nissen.

Noch ist es ein ganzes Jahr hin bis zur nächsten Kommunalwahl in Dänemark. Doch in den Parteien laufen die Vorbereitungen bereits auf Hochtouren – so auch bei der Schleswigschen Partei in Nordschleswig.

Viele der jetzigen Stadtratsmitglieder stehen bereits als SP-Kandidaten für 2021 fest, und derzeit wird eifrig nach weiteren Kandidaten gesucht. Aber der Grundstamm – und somit viel politische Routine – steht bereits, was nicht heißt, dass für weitere, neue Profile kein Platz ist.

Denn auch wenn die Schleswigsche Partei für die kommende Wahl gut aufgestellt ist, gehört zur Arbeit ebenfalls dazu, den Blick nach vorne zu werfen und für Nachwuchs zu sorgen: Kronprinzessinnen und Kronprinzen müssen rechtzeitig in Stellung gebracht werden.

Hinzu kommt, dass die Partei der deutschen Minderheit soeben ein neues Grundsatzprogramm angenommen hat – ein komplett neues und nicht die übliche Fortschreibung oder Ergänzungen von alten Programmen.

Es ist viel Arbeit in das Grundsatzprogramm gesteckt worden, den Nerv der Zeit zu treffen und alle relevanten Themen abzudecken: Zu 22 Bereichen hat die Schleswigsche Partei nun eine Meinung. Just in diesem Jahr ist die SP 100 Jahre alt geworden, doch es ist immer noch eine agile und zukunftsorientierte Partei, die es verstanden hat, sich laufend umzustellen.

Für alte und neue SP-Kandidaten ist das Grundsatzprogramm eine tolle Stütze im politischen Alltag. Was man allerdings nicht erwarten darf, ist, dass die Wähler sich die Mühe machen werden, die politischen Ziele der SP auf der Webseite nachzulesen – auch nicht, obwohl sie bald auf Dänisch kommuniziert werden.

Die eigentliche Überzeugungsarbeit – als Partei der Minderheit auch für die Mehrheit und das Gesamtwohl des Landesteils da zu sein – steht noch bevor. Dafür sind zum Teil die Kandidaten da, aber eben auch ein zielgerichtetes Marketing, das sich vor allem (wieder) an die nordschleswigsche Mehrheitsbevölkerung wenden wird, denn hier liegt selbstverständlich das Potenzial eines Stimmenzuwachses.

Das heißt aber lange nicht, dass die SP nicht weiterhin die Stimme und die Partei der deutschen Minderheit ist – auch das kann man im Grundsatzprogramm nachlesen.

Der Wahlkampf läuft praktisch schon jetzt an. Man braucht den Blick nur auf Sonderburg zu richten, wo sich Stephan Kleinschmidt von der SP nicht nur gegen einen amtierenden Bürgermeister Erik Lauritzen, sondern auch gegen eine prominente Venstre-Politikerin wie Ellen Trane Nørby durchsetzen muss, wenn er ein weiteres Mal einen Stimmenzuwachs hinlegen will.

Gerade deswegen ist es gut zu wissen, dass die SP bereits sehr weit in der Kandidatenfindung ist und auch ein neues Parteiprogramm hat. Das Fundament ist schon mal im Lot.

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Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
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