Bewerbungsfrist endet bald

Grenzland wird 2020 kein UNESCO-Kulturerbe

dodo
Apenrade/Aabenraa
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Johannes Callsen
BDN-Hauptvorsitzender Hinrich Jürgensen (Zweiter von l.) und der schleswig-holsteinische Minderheitenbeauftragte Johannes Callsen (re.) sind sich einig, dass mit der Bewerbung nichts überstürzt werden sollte. Foto: Cornelius von Tiedemann

Die Bewerbungsfrist endet noch in diesem Monat, daher haben sich alle Beteiligten auf einen einjährigen Aufschub geeinigt. Der BDN-Hauptvorsitzende Hinrich Jürgensen sieht darin sogar zwei große Vorteile.

Das große Ziel, das deutsch-dänische Grenzland im Jubiläumsjahr 2020 als immaterielles Kulturerbe bei der UNESCO eintragen zu lassen, ist nicht zu erreichen. Der Grund: Die Bewerbungsfrist, um im kommenden Jahr in die Liste aufgenommen zu werden, endet noch in diesem Monat. Der Vorsitzende des Kulturvereins SSF der dänischen Minderheit in Südschleswig, Jon Hardon Hansen, bestätigte dies: „Die Fertigstellung des Antrags ist eine größere Aufgabe, als wir zuerst erwartet hatten“, sagte er zur Zeitung „Flensborg Avis“.

Auf Nummer sicher gehen

Um sicherzugehen, dass die Bewerbung am Ende auch allen Ansprüchen der UNESCO entspricht, wurde das Projekt nun auf Anraten des schleswig-holsteinischen Minderheitenbeauftragen Johannes Callsen (CDU) von Kulturministerin Mette Bock um ein Jahr verschoben. Es sei besser, auf Nummer sicher zu gehen, als jetzt etwas zu überstürzen, so die Ministerin zu der Zeitung.

Auch von Seiten der deutschen Minderheit in Nordschleswig gibt es Zustimmung für die Entscheidung. „Ich glaube, dass dies die vollkommen richtige Entscheidung ist. So können wir ganz sichergehen, dass es auch hundertprozentig richtig gemacht wird“, so der Hauptvorsitzende des Bundes Deutscher Nordschleswiger, Hinrich Jürgensen, zu nordschleswiger.dk.

Zwei Vorteile

Auch wenn das Jubiläumsjahr 2020 natürlich ein gutes Datum für die Ernennung gewesen wäre, ist Jürgensen nicht enttäuscht, dass es nicht klappt. „Die Ernennung zum Kulturerbe hätte sowieso erst im Herbst kommenden Jahres stattgefunden, da wäre es schwer geworden, diese noch für die Feierlichkeiten zu nutzen“, sagt der BDN-Hauptvorsitzende. Er sehe sogar Vorteile darin, dass man sich nun ein Jahr später bewerbe, da die Aufnahme des Grenzlandes als immaterielles Kulturerbe bei den vielen Veranstaltungen und Feiern zum 100. Geburtstag der Minderheiten so nicht drohe, unterzugehen, so Jürgensen.

Auch sieht er die Möglichkeit, dass durch die einjährige Verzögerung der Antrag nicht nur von dänischer und schleswig-holsteinischer Seite, sondern zusätzlich auch von der deutschen Regierung unterstützt werden könnte. „Ich würde mir wünschen, dass wir dann eine gemeinsame, von beiden Regierungen unterstützte, Bewerbung abgeben. Das würde die Chancen auf eine Annahme weiter erhöhen“, so der BDN-Hauptvorsitzende.

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