Ehrenamt

Tierheim hält sich über Wasser – gerade so eben

Tierheim hält sich über Wasser – gerade so eben

Tierheim hält sich über Wasser – gerade so eben

Hammeleff/Hammelev
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Etwa 50 Katzen leben zurzeit im Hammeleffer Tierheim. Foto: Ute Levisen

Die Ehrenamtlichen des Tierheims „Sønderjyllands Dyreværnsforening af 1995“ haben in diesen Wochen und Monaten zu kämpfen – vor allem in finanzieller Hinsicht. Das Heim ist coronabedingt geschlossen. Katzen können weder aufgenommen noch vermittelt werden. Eines kommt für die Tierfreunde bei aller Ungemach nicht infrage.

Bente Hoffmann ist eine von etwa 20 Ehrenamtlichen, die im Hammeleffer Tierheim „Sønderjyllands Dyreværnsforening af 1995“ dieser Tage den Betrieb am Laufen halten. Im Schichtbetrieb sozusagen.

Tiere wollen versorgt sein

„Wir haben zurzeit etwa 50 Katzen“, sagt sie. Die Tiere dürfen wegen der Corona-Restriktionen nicht in ein neues Zuhause vermittelt werden. Auch Neuzugänge können die Tierfreunde gegenwärtig nicht aufnehmen, da das Katzenheim wie die meisten Einrichtungen wegen der Pandemie geschlossen ist.

Bislang gibt es im dänischen Tierschutzgesetz keine Registrierungspflicht für Katzen – zum Leidwesen der Tierfreunde. Foto: Ute Levisen

Corona geht an die Reserven

Dennoch: Die Tiere, die in Regie von „Sønderjyllands Dyreværnsforening af 1995“ vorübergehend ein neues Heim gefunden haben, wollen versorgt werden. Dies wiederum zehrt an den finanziellen Reserven der Tierfreunde, die sich daher über Spenden freuen.

Einschläfern kommt nicht infrage

Eines aber kommt für die Betreiber des Tierheims nicht infrage: „Wir schläfern keine Katzen ein!“, stellt Bente Hoffmann mit fester Stimme klar und widerspricht damit entsprechenden Gerüchten in sozialen Netzwerken. „Das kommt für uns nicht infrage.“

Ihr tue es in der Seele weh, dass das Heim momentan auch keine Tiere in Not aufnehmen kann. Denn Corona oder nicht: Der Katzenjammer aufgrund ausgesetzter Tiere hat auch in Krisenzeiten nicht abgenommen: „Wir bekommen immer wieder Anfragen, aber wir dürfen momentan keine Katzen aufnehmen.“

Corona-Pandemie oder nicht: Die Tiere wollen versorgt sein. Foto: Ute Levisen

Nichts Neues von Christiansborg

In Sachen Tierschutzgesetz mit Schwerpunkt Katzen hat sich seit Anfang des Jahres nichts getan, wie Bente Hoffmann bedauert.

Bei einem Besuch im Tierheim hatte der sozialdemokratische Folketingsabgeordnete Jesper Petersen, Hammeleff (Hammelev), damals zugesichert, den Appell der Ehrenamtler für eine Registrierungspflicht, die auch Katzen umfasst, an die zuständigen Politiker des dänischen Parlaments auf Christiansborg weiterzuleiten – bislang ergebnisoffen.

Ein Teufelskreis

Denn: Nach wie vor gibt es für Katzen keine Registrierungspflicht, monieren die Tierfreunde. Es sei ein Teufelskreis: Ohne Registrierungspflicht lässt sich eine Sterilisation der Tiere leicht umgehen. Dies wiederum sorgt für zunehmendes Elend unter herrenlosen Katzen, die sich nicht nur unkontrolliert vermehren, sondern auch Hauskatzen mit diversen Katzenkrankheiten anstecken.

Unterdessen läuft der tägliche Betrieb in Hammeleff dank des unermüdlichen Einsatzes der Ehrenamtlichen weiter – wenngleich hinter verschlossenen Türen.

Etwa 20 Ehrenamtliche sorgen dafür, dass es den Katzen gutgeht. Foto: Ute Levisen

Spende fürs Katzenheim

Wer den Tierschutzverein „Sønderjyllands Dyreværnsforening af 1995“ unterstützen und somit dazu beitragen möchte, den Betrieb dort am Laufen zu halten, kann unter der MobilePay-Nummer 90546 einen Beitrag spenden.

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