Deutsche Minderheit

SP: Keine Einsparung am kommunalen „Kulturgold“

SP: Keine Einsparung am kommunalen „Kulturgold“

SP: Keine Einsparung am kommunalen „Kulturgold“

Hadersleben/Haderslev
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Carsten Leth Schmidt, Schleswigsche Partei, warnt vor Einsparungen am Kulturerbe. Foto: Ute Levisen

Die Schleswigsche Partei warnt im Rahmen der Haushaltsverhandlungen in der Kommune Hadersleben vor Einsparungen bei sozialen Projekten sowie vor Einschnitten ins Kulturerbe. Und was die kommunale Führungsriege angehe, so gebe es durchaus Spielraum nach oben.

Carsten Leth Schmidt, Stadtratsabgeordneter der Schleswigschen Partei (SP) in Hadersleben, nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn es um die aktuellen „Haushalts-Herausforderungen“ geht. Vor allem der Bereich Arbeitsmarkt und Integration, genauer gesagt, Arbeitsgänge der Sachbearbeitung, müssten einmal gründlich unter die Lupe genommen werden. Wie berichtet, verbucht die Kommune einen Großteil ihrer Haushaltsüberschreitungen in den Bereichen Beschäftigung, Senioren sowie Kinder und Jugendliche.

Neue Wege durch Umdenken

Bislang hat die sogenannte Investitionsstrategie indes nicht die gewünschte Wirkung gezeigt. Leth Schmidt fordert vor diesem Hintergrund zu einem allgemeinen Umdenken auf.
„Wir müssen uns mehr denn je fragen, wie wir arbeiten. Wir brauchen einen taktischen, vor allem aber fachübergreifenden Einsatz über kommunale Einrichtungen hinweg. Unser Augenmerk sollte auf strukturellen Anpassungen liegen und – ganz wichtig – auf einer anderen kommunalen Führungskultur, um explodierende Mehrausgaben in diesen großen und kostenintensiven Bereichen in Zukunft zu vermeiden.“
Dies wiederum gebe Luft für Investitionen in das kulturelle Leben, in das Ehrenamt und in soziale Maßnahmen.

Synergien

Leth Schmidt verweist auf das Beispiel Historische Kutschensammlung, die ebenfalls im Sparkatalog aufgelistet ist: Auch hier bedürfe es eines Umdenkens, indem man beispielsweise die Holzwerkstatt aus dem Kulturhaus Bispen in die Kutschensammlung am Simmerstedter Weg integriert. Dort gibt es ein engagiertes Team von Ehrenamtlichen. Apropos: Ehrenamt. Hier zahle sich jede Krone doppelt und dreifach aus und habe zudem einen präventiven Effekt.

„Wir brauchen diese Synergien, nicht zuletzt mit der Museumsbahn, die direkt vor der Kutschensammlung hält, um unser kulturelles Erbe zu bewahren“, betont der SP-Politiker und wird noch deutlicher: „Es wäre doch kommunaler Wahnsinn, Goldklumpen wie diese, die gleich mehrere Geschichten erzählen, zu verscherbeln, indem man sie wegspart.“

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