Coronavirus

Ministerin erfüllt „Sonderwünsche”

Ministerin erfüllt „Sonderwünsche”

Ministerin erfüllt „Sonderwünsche”

Hadersleben/Haderslev
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Signe Knappe (stehend) freut sich über die politische Unterstützung ihrer Ausschusskollegen. Foto: Ute Levisen

Familienpolitikerin Signe Knappe jubelt: Gemeinsam mit ihren Ausschusskollegen hatte die Venstre-Politikerin für eine flexible Handhabung der Unterrichtspflicht an Sonderschulen plädiert. Bereits am Dienstagnachmittag hatte das dänische Bildungsministerium diesen Wunsch erfüllt.

„Das ist ja wie ein Geschenk!“, jubelt Signe Knappe, stellvertretende Vorsitzende des Kinder- und Familienausschusses. Und dies nur wenige Wochen nach Weihnachten.
Gemeinsam mit der stellvertretenden Ausschussvorsitzenden des Sozialausschusses der Kommune Hadersleben, Lene Bitsch Bierbaum (Venstre), hatte sie die Initiative für einen politischen Appell an das Unterrichtsministerium ergriffen.

Im Rahmen zweier außerordentlicher Ausschusssitzungen am Wochenende einigten sich alle Politiker auf einen entsprechenden Appell an die zuständige Unterrichtsministerin Pernille Rosenkrantz Theil (Sozialdemokratie).

Erstmals außerordentliche Sitzungen am Wochenende

„Es ist das erste Mal, dass wir uns zu außerordentlichen Sitzungen am Wochenende getroffen haben – zumindest das erste Mal während meiner Zeit im Kommunalparlament“, sagte Signe Knappe am Dienstagnachmittag. „So etwas macht man nicht mal eben so.“

Aber der Wunsch von Eltern mit Kindern in Fördereinrichtungen und der Lehrer dort nach einer flexiblen Handhabung für den Präsenzunterricht in Corona-Zeiten habe oberste Priorität genossen.

Umso mehr freuen sich die beiden Venstre-Politikerinnen Knappe und Bierbaum über diesen schnellen Erfolg: „Lene und ich sind uns einig darin, dass wir überaus zufrieden sind“, sagte Signe Knappe mit vernehmbarer Freude.

Die Kommunalverwaltung erhielt die frohe Botschaft am Dienstagnachmittag und informierte umgehend die Leitung der Sonderschuleinrichtungen und Förderklassen.

Bis Dienstagmittag hatte für diese Schüler – im Unterschied zu Schülern im sogenannten „Allgemeinbereich“ – weiterhin die Präsenzpflicht gegolten – ein Fernbleiben vom Unterricht war nicht erlaubt.

Unverständnis bei Lehrern und Eltern

Dies wiederum hatte bei Lehrern, Gewerkschaftern und Eltern an der Louiseskolen in Hadersleben für Unverständnis gesorgt. Sie bangen nicht nur um die eigene Gesundheit und die ihrer Schüler in der Corona-Pandemie. Sie hatten sich zugleich dafür starkgemacht, den Förderschulen einen größeren Spielraum einzuräumen. Während einige Schüler, nach Schätzung von Lehrern etwa ein Drittel, durchaus zu Hause unterrichtet werden könnten, sind andere auf den Nahkontakt mit ihren Bezugslehrern und einen strukturierten Alltag angewiesen.

Sondersitzungen am Wochenende

Darauf hatten die beiden Venstre-Politikerinnen Knappe und Bierbaum reagiert. Letztere ist Lehrerin an der Louiseschule (Louiseskolen) und daher mit den Herausforderungen dort bestens vertraut. Auf außerordentlichen Sitzungen beider Ausschüsse am Wochenende konnten sie ihre Kollegen davon überzeugen, sich an das Unterrichtsministerium zu wenden.

Keine homogene Gruppe

In ihrem Schreiben vom Montag plädieren sie für eine flexible Handhabung der Vorgaben für einen Präsenzunterricht in Förderklassen, Förderschulen und in der STU-Ausbildung (særligt tilrettelagt undervisning), eine Berufsausbildung für junge Menschen mit besonderen Bedürfnissen. Denn die Schüler hätten unterschiedliche Voraussetzungen, so Knappe. Die geforderte Flexibilität sei daher nicht nur angemessen, sondern ein Zeichen der Vernunft.

Gewerkschafter für Notunterricht

Die Lehrergewerkschaft hatte sich ebenfalls an das Unterrichtsministerium gewandt, so der Vorsitzende der Haderslebener Lehrergewerkschaft, Lars Pedersen. In einem Gespräch mit dem „Nordschleswiger“ hatte er seinen „Sonderwunsch“ präzisiert: Er sähe gern, dass die Schulen in Zusammenarbeit mit den Eltern darüber entscheiden können, welche Schüler zu Hause unterrichtet werden können und welche nicht. Der Gewerkschaftsvorsitzende hatte daher die Initiative der Politikerinnen begrüßt. Pedersens Wunsch ist somit, kaum geäußert, auch schon in Erfüllung gegangen.

Corona-Infektion in der Förderschule

In der Zwischenzeit hat sich ein Schüler der Louiseschule mit dem Coronavirus infiziert.

„Es ist ein Schüler, der nicht zu Hause hätte unterrichtet werden können“, so Pedersen. Dennoch: Für Pedersen und die Politiker ging es mit ihrem Appell an die Ministerin nicht zuletzt darum, das Ansteckungsrisiko so gering wie möglich zu halten. Der Gewerkschafter hatte daher eine Art Notunterricht mit wenigen Lehrern vorgeschlagen, um weitere Infektionen zu vermeiden. Auch dies wird nach den ministeriellen Zugeständnissen nunmehr möglich sein.

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