Baldige Einweihung

„Kunsthal 6100“: Eröffnung im Blick

„Kunsthal 6100“: Eröffnung im Blick

„Kunsthal 6100“: Eröffnung im Blick

Karin Friedrichsen
Karin Friedrichsen Journalistin
Moltrup
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Lise Harlev in Moltrup, wo sie während ihres Aufenthaltes in Hadersleben eine Bleibe fand. Foto: Karin Friedrichsen

Die Einweihung der Kunsthalle wirft lange Schatten voraus: Bildkünstlerin Lise Harlev arbeitet an ihrer Ausstellung, die am 20. September 2019 eröffnet wird.

Bildkünstlerin Lise Harlev hat sich drei Wochen in Hadersleben umgesehen, um sich für ihre Ausstellung im September 2019 inspirieren zu lassen.

Marie Dufresne, Leiterin der Kunststätte „Kunsthal 6100“, bat die in Berlin lebende Bildkünstlerin, die erste Ausstellung der Kunsthalle zu gestalten. Die Ausstellungseröffnung ist am 20. September 2019. Bei der 45-jährigen Künstlerin haben die Vorbereitungen auf das ehrgeizige Projekt an Schwung gewonnen. Um ein Gefühl dafür zu bekommen, was sich in der Kommune Hadersleben bewegt, streifte Lise Harlev drei Wochen durch Museen, fuhr mit dem Dammboot „Dorothea“ und erforschte die Ostseeinsel Aarö. Bei der Erarbeitung des Ausstellungskonzepts berät sich Lise Harlev mit Marie Dufresne: „Die ehemalige Buchdruckerei wird umgebaut. Marie Dufresne hat mich gefragt, ob ich Ideen und Wünsche für die Gestaltung des Ausstellungsraumes habe“, sagte Lise Harlev. Die gebürtige Odenseerin lebt seit 16 Jahren in Berlin. Während ihrer Studienzeit am „Det Kgl. Danske Kunstakademi“ in Kopenhagen machte Harlev ein Auslandsjahr an der „Städelschule“ in Frankfurt am Main.

„Es war kein purer Zufall, dass ich nach Deutschland ging. Ich wollte gern in einem anderen Land leben. Nach dem Jahr in Frankfurt fand ich Gefallen an Deutschland“, sagt die Künstlerin. Lise Harlev lebt in Berlin Mitte. Sie arbeitet in einem Studio, das sie zusammen mit Kollegen an der Greifswalder Straße anmietete. Kinder hat die Wahl-Berlinerin keine, ihr Lebenspartner Andy Hayleck kommt aus den Vereinigten Staaten und ist Musiker.

International unterwegs

Lise Harlev hatte in den vergangenen Jahren Ausstellungen im In- und Ausland. 2016 erschien ihr Buch „Jeg er aldrig ligeglad“, das sich in der Sparte Unterhaltungsliteratur bewegt. Harlev arbeitet bei ihrer bildkünstlerischen Gestaltung oft mit Texten. Zu den Kennzeichen der Künstlerin gehören die grafische Arbeit und Seidendruck auf Messing. Für die Universität in Kopenhagen schuf sie zwölf Messingplatten, die mit verschiedenen Motiven und Texten einen Hörsaal zieren. In diesem Jahr gehörte Harlev zu den dänischen Gegenwartskünstlern, die in Wittenberg ausstellten, wobei sie über die Reformation und deren Bedeutung reflektierten.

„Meine Werke bestehen immer aus mehreren Elementen, die dann zu einem Werk zusammenwachsen“, erklärte Harlev. Eine Vorstellung davon, was sie in Hadersleben zeigen will, hat die Künstlerin auch schon. Auf ihrem „Inspirationstrip“ habe sie viele Fotos gemacht von Häusern, Museumsgegenständen und Landschaftsansichten. Sie plant, die besten Fotos auszuwählen, um diese bei ihrem nächsten Besuch in der Domstadt Interessierten vorzustellen. Im Interview oder mithilfe von Fragebögen werde sie Bürger dazu befragen, welche Gedanken sie mit den Fotos bzw. mit den von ihr fotografierten Objekten verbinden.

Bei einem Ausstellungsobjekt im Museum kann man nicht immer auf Anhieb wissen, wozu dieses genutzt worden ist. Die Form und das Design sind ebenfalls interessant“, betonte Lise Harlev, die sich bezüglich des Gesamtprojekts noch ein wenig bedeckt hält: „Ich lasse alle Eindrücke auf mich wirken und werde wahrscheinlich Anfang 2019 nach Hadersleben zurückkommen. Und wenn es sich bewerkstelligen lässt, die Ausstellung fortlaufend in meinem Studio gestalten“, erklärte die Künstlerin.

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