F-35

Haderslebener Appell an Christiansborg: Übernehmt die Verantwortung für den Lärm!

Ute Levisen
Ute Levisen Lokalredakteurin
Hadersleben/Haderslev
Zuletzt aktualisiert um:
Bürgermeister H. P. Geil Foto: Ute Levisen

Der Stadtrat der Kommune Hadersleben wendet sich in einem Schreiben an die Politik auf Christiansborg mit dem Appell, bei der Einführung des Kampfjets F-35 Rücksicht auf die Lokalbevölkerung zu nehmen.

Die jüngst von der Verteidigung vorgelegten Berechnungen des Lärmniveaus von Dänemarks künftiger F-35-Kampfjetflotte bestätigen die Anrainer in ihren schlimmsten Befürchtungen. Seit dem 11. April steht nun auch offiziell fest, dass mit der Einführung des Kampfjets F-35 auf dem Luftwaffenstützpunkt in Skrydstrup weitaus mehr Bürger mit einer weitaus höheren Lärmbelästigung rechnen müssen, als bislang bekannt gewesen ist.

Größtmögliche Rücksichtnahme

Vor diesem Hintergrund wenden sich Bürgermeister H. P. Geil (Venstre) und Kommunaldirektor Willy Feddersen im Auftrag des Stadtrats an Verteidigungsminister Claus Hjort Frederiksen (Venstre) sowie an die Mitglieder des Verteidigungsausschusses des Parlaments.
In ihrem Appell unterstreichen sie, dass es enorm wichtig sei, die größtmöglichen Rücksichten auf die Anrainer des Stützpunktes sowie auf Institutionen und die Bürger der Gegend zu nehmen, die von der erhöhten Lärmbelästigung am meisten betroffen sein werden.

Unter staatlicher Aufsicht

Erneut drängt das politische Hadersleben darauf, dass die Übernahmepflicht für Häuser, deren Bewohner in hohem Maße betroffen sein werden, in dem sogenannten „Anlagengesetz“ für das Projekt in Milliardenhöhe verankert – und die Schätzung der Hauspreise der „Enteignungskommission“ überantwortet werden. Zudem verweisen Geil und Feddersen in ihrem Schreiben darauf, dass das Vorhaben auch verwaltungstechnisch äußerst komplex sei und der Staat daher die Aufsichtspflicht über die Einhaltung der Lärmschutzmaßnahmen übernehmen muss. Beide begründen dies nicht zuletzt damit, dass ein Teil der betroffenen Region in der Kommune Tondern liegt.

Eine komplexe Angelegenheit

„Wir sind die einzige Kommune in Dänemark, die Standort für ein Unternehmen mit kriegsähnlichen Funktionen ist“, sagte H. P. Geil am Mittwoch in einem Kommentar zu dem Brief. Zudem sei die Domstadtkommune zurzeit als aufsichtsführendes Organ für den Kampfjet F-16 zuständig. Eine Zeitlang werden beide Kampfjet-Typen zum Einsatz kommen: „Und dann wird es richtig kompliziert!“
Geil und Feddersen betonen in ihrem Schreiben, dass die genannten Punkte entscheidenden Einfluss darauf haben werden, ob das gute Verhältnis zwischen Verteidigung und Bevölkerung ungetrübt bleibt.

Mehr lesen

Leserbrief

Lone Ravn
„Suppen kan blive for tynd“