Deutsche Minderheit

Mit dem Frauenverein in den Harz

Mit dem Frauenverein in den Harz

Mit dem Frauenverein in den Harz

Hadersleben/Haderslev
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Der Harz Foto: Monika Knutzen

45 erwartungsvolle Mitglieder des Haderslebener Frauenvereins begaben sich auf eine ereignisreiche Reise in den Harz. Dieser, so das einmütige Urteil, ist eine Reise wert.

Busfahrer Harald war pünktlich vor Ort, und als das Kofferverstauen geschafft war, konnte die Fahrt losgehen. Bei Sonnenschein ging es an blühenden Rapsfeldern und im Maienlaub leuchtenden Bäumen vorbei gen Süden. Ein erster Stopp wurde eingelegt, um Kaffee und frische Brötchen zu genießen, bevor es ohne Stau durch Hamburg ging.

Die Teilnehmer hielten ihre Eindrücke mit Smartphones fest. Foto: Monika Knutzen

Als wir in Goslar ankamen, hatte es aufgehört zu regnen, sodass wir die Stadt in aller Ruhe erkunden konnten. Von Goslar bis zu unserem Hotel in Hahnenklee war es dann nur noch ein Katzensprung. Das Personal vom Hotel Walpurgis-Hof hatte uns erwartet, so dass schnell Quartier bezogen werden konnte. Als man sich zum Abendessen traf, war die Begeisterung groß: ein tolles Hotel, urgemütliche Zimmer, nettes Personal, und das Buffet übertraf alle Erwartungen: Salate, Tapas, Suppe, Aufschnitt, zwei warme Gerichte, Nachspeise, Käse und Eis versprachen ein Verwöhn-Programm für die nächsten Tage. Danach schleppten sich einige Mutige noch in den Hotel-Pool, bevor alle müde in die Betten fielen.

Harzer Luft

Vermutlich lag es an der guten Harzer Luft, aber nicht nur nach der ersten Nacht bestätigten alle, wunder-bar geschlafen zu haben. Nach einem überaus reichhaltigen Frühstücksangebot ging es gestärkt auf Fahrt. Morgens noch grau, wurde das Wetter besser und bald schien die Sonne. Harald lenkte den Bus sicher durch die kurvenreichen Straßen des Harzes, und Michael, unser Guide während der nächsten Tage, wusste uns während der Fahrt Wissenswertes nahezubringen.
Durch Bad Harzburg ging die Fahrt, bevor auf einem Rastplatz am Oker-Stausee ein Frühstück eingenommen wurde. Für das Projekt Stausee wurden die Bewohner von Mittel- und Unterschulenberg umgesiedelt. 1956 war die 67 Meter hohe und 260 Meter lange Staumauer fertig, und das Tal wurde geflutet.

Das Hotel Foto: Monika Knutzen

Heine irrte

Bei Sonnenschein genoss die Gruppe die Zeit an Bord des Ausflugsschiffes „MS. Aquamarin“, das ruhig über das bis zu 60 Meter tiefe Wasser des Stausees glitt. Mit vereinten Kräften klappte der Aufstieg zum Bus, und die Fahrt ging weiter. In Torfhaus zeigte sich der Brocken bei fast klarer Sicht, und man konnte die Brockenbahn anhand der Dampfwolken auf ihrem Weg zum Gipfel verfolgen. So konnte Heines angeblich im Gipfelbuch eingetragener Vers nicht bestätigt werden: „Viele Steine, müde Beine, Aussicht keine, Heinrich Heine“.

Die Seilbahn von Thale Foto: Monika Knutzen

Wasserkraft als Königsrecht

Auf dem Rückweg zum Hotel wurde ein Stopp in Altenau eingelegt, wo ein Rundgang durch den riesigen Kräuterpark viele in Erstaunen versetzte. Der Rückweg führte durch Clausthal-Zellerfeld, wo bei einem Schaubergwerk unser Guide Michael uns den Begriff Wasserregal erklärte: Durch Königsrecht wurde die Nutzung der Wasserkraft gestattet, mit deren Hilfe Wasserräder angetrieben wurden, welche wiederum über Hebelkonstruktionen die „Künste“ antrieben und so das Wasser, der Schwerkraft folgend, aus dem Berg führte. Trotz des vollen Programms waren wir danach rechtzeitig im Hotel, sodass noch Zeit für ein entspannendes Bad im Pool war, bevor das Abendessen serviert wurde. Wer wollte, konnte in der Stabkirche ein erstklassiges Konzert besuchen, dargebracht von dem Barock-Ensemle „Ciaconna“. Beim Verlassen der Kirche bot sich den Gästen dann noch ein wunderbares Naturschauspiel: Die untergehende Sonne tauchte die Berghänge in leuchtendes Abendrot und ließ die Gondeln der zum Bocksberg führenden Seilbahn reflektieren. Bei einem Gläschen ließ mancher den Abend ausklingen. Das war ein Tag voller schöner Erlebnisse.

Auch über die Kraft des Wassers erfuhren die Teilnehmer viel Wissenswertes. Foto: Monika Knutzen

Kunst aus Glas

Am nächsten Morgen wartete erneut ein üppiges Frühstück. Wieder war es grau, als es mit unserem netten Guide Michael auf Fahrt ging. Abermals hatten wir trotz miserabler Wettervorhersage Glück: Es klarte auf. In Derenburg angekommen, schien wieder die Sonne. In der Glasmanufaktur konnte bestaunt werden, was aus diesem Material hergestellt werden kann. Kunstvolle Vögel entstanden vor unseren Augen.
Weiter ging danach die Fahrt nach Quedlinburg, wo Michael uns während eines Stadtrundganges die Architektur des Harzes erläuterte und auf so manche Sehenswürdigkeit aufmerksam machte. Nach diesem schönen Aufenthalt ging es nach Thale. Mutige nutzten die Seilbahn, um in kleinen Gondeln in schwindelnder Höhe über die Bode-Schlucht zu schweben: 720 Meter Bahnlänge und 244 Meter Höhendifferenz galt es zu überwinden.

Glaskunst vom Feinsten Foto: Monika Knutzen

Schweben wie ein Falke

„Schweben wie ein Falke“ heißt es im Prospekt. Ein atemberaubender Blick ins schroffe Tal auf dem Weg zum Hexentanzplatz belohnte die Abenteurer. Nach dieser Anstrengung war eine Tasse Kaffee wohlverdient. Kaum saßen alle danach im Bus, entluden die dunkel aufziehenden Wolken ihre Ladung, und es goss während der Rückfahrt zum Hotel, wo es leider ans Verabschieden unseres Guides Michael ging. Auf uns wartete ein leckeres Abendessen. Da es abends wieder trocken war, konnte, wer wollte, sich die Beine bei einem kleinen Spaziergang vertreten. Wer nun noch nicht genug hatte, auf den wartete in der Bar der Kellner: „Happy hour“ war angesagt!
Am Sonnabend war etwas früher Abfahrt. In Wernigerode wartete ein Stadtführer. Wer sich den Fußmarsch nicht zutraute, nahm die Bimmelbahn oder besichtigte das Schloss. Die übrigen Teilnehmer machten sich mit dem Stadtführer zu Fuß auf den Weg. Da konnte auch der Nieselregen der guten Stimmung keinen Abbruch tun, und wir ließen uns von der malerischen Altstadt verzaubern.

Mit Volldampf durch den Harz Foto: Monika Knutzen

Faszinierende Unterwelt

Pünktlich trafen alle Gruppen am Bus ein: Es ging zum nächsten Programmpunkt. Im Rübeland konnte man die Hermannshöhle besuchen. Auf dem Weg durch die Unterwelt ging es auf 600 Metern treppauf und treppab – vorbei an fantastischen Tropfsteingebilden und versteinerten Höhlenbärenknochen. Die faszinierende Flusshöhle mit der glanzvollen Kristallkammer sowie den bis zu 50 Meter hohen Hohlräumen sowie dem Olmensee, in dem Deutschlands einzige Grottenolme leben, versetzten uns in Erstaunen.
Wieder über der Erde angekommen, wurden die „Bergleute“ noch von der Brockenbahn überrascht, die unter Dampf direkt an uns vorbeifuhr. Mit dem Bus ging es durch Regen und zuletzt durch dichten Nebel zurück zum Hotel. Wieder konnten sich alle an dem reichhaltigen Abendessen stärken, bevor es zum Treffen in die gemütliche Hotelbar ging. Mit dem Kellner hatte der Vorstand abgesprochen, dass für jeden Teilnehmer ein Glas Wein ausgeschenkt werden sollte. Als ein DJ für die Hotelgäste zum Tanz aufspielte, stieg die Stimmung. So mancher fand sich auf der Tanzfläche ein. So klang der letzte Abend in froher Stimmung aus.

Wohlverdiente Rast Foto: Monika Knutzen

Eine Reise wert

Am Morgen hieß es leider schon wieder Kofferpacken! Schweren Herzens verabschiedeten wir uns von Hotel und Personal. Bald waren alle Koffer verstaut, die Reisenden an Bord, und die Rückfahrt wurde angetreten. Während die Bäume vom Regen dampften und der Nebel von den Hängen stieg, verließen wir den schönen Harz, der bestimmt eine Reise wert ist. Ein letzter Halt wurde in Uelzen eingelegt, wo der Bahnhof – von Hundertwasser gestaltet – bewundert wurde. Dann ging es gen Norden. Nach diversen Stopps unterwegs und einer Kaffeepause vor der Grenze, wo die letzten mitgebrachten Kekse verzehrt wurden, erreichte die Reisegruppe gegen 17 Uhr wohlbehalten Hadersleben. Dort hieß es Abschied-nehmen: von unserem tüchtigen Fahrer Harald, der uns immer sicher durch die Gegend kutschiert hatte, und natürlich von den Mitreisenden. So fand eine wunderschöne Harz-Reise ihren Abschluss.

Gruppenfoto von der Reisegruppe Foto: Monika Knutzen
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