Coronavirus

Kommunen wollen ungenutzte Schnelltestkapazität ausschöpfen

Kommunen wollen ungenutzte Schnelltestkapazität ausschöpfen

Kommunen wollen Schnelltest-Kapazität ausschöpfen

Ritzau/kj
Kopenhagen/Apenrade
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Ab dem 1. Februar sollen 60 Prozent der Schnelltestkapazitäten mobil einsetzbar sein. Dies bedeutet, dass die Tests flexibel beispielsweise in Pflegezentren und Schulen durchgeführt werden können. Foto: Philip Davali/Ritzau Scanpix

Ungenutzte Testkapazitäten veranlassen die Kommunen nun, den Corona-Schnelltest unter anderem in Seniorenzentren, Kinder- und Sondereinrichtungen sowie in Unternehmen durchzuführen.

Die Kommunen setzen sich nun voll und ganz für den Einsatz von privaten Corona-Schnelltests ein. Es hat sich herausgestellt, dass die Kapazität für mobile Schnelltests viel größer ist als die 14.000 Proben, über die die Kommunen zuvor informiert worden waren.

30.000 tägliche Tests möglich

Die vier privaten Anbieter von Schnelltests – Falck, SOS International, Carelink und Copenhagen Medical – schätzen die Kapazität auf 30.000 tägliche Tests.

Der Verband der dänischen Kommunen, Kommunernes Landsforening (KL), ermutigt daher alle 98 Kommunen des Landes, jetzt möglichst viele Schnelltests anzufordern.

„Wir ermutigen die Kommunen, so viele Tests wie möglich durchzuführen. Auf diese Weise können wir so viele Mitarbeiter wie möglich in Pflegeheimen, Wohneinrichtungen und Kindertagesstätten testen lassen“, sagt Jacob Bundsgaard (Soz.), Vorsitzender von Kommunernes Landsforening.

Angebot sich testen zu lassen, möglichst annehmen

„Und dann haben sowohl wir als auch die Gesundheitsbehörden die Aufgabe zu kommunizieren, dass der Schnelltest eine gute Alternative zum PCR-Test ist, damit unsere Mitarbeiter den Mut haben, ihn in Anspruch zu nehmen“, sagt er.

Die Schnelltests sind ein Angebot. Der KL-Vorsitzende ermutigt die kommunalen Mitarbeiter jedoch, dieses anzunehmen.

Unsere Mitarbeiter bemühen sich sehr, anderen zu helfen, deshalb müssen wir uns auch um sie kümmern. Schnelltests sind eines der Werkzeuge, die wir haben. Und diese müssen wir nutzen.

Jacob Bundsgaard, KL-Vorsitzender

„Die Tests sind freiwillig. Aber es ist unglaublich wichtig, dass wir uns um unsere Schwächsten kümmern, die durch Covid-19 ernsthaft krank werden könnten. Unsere Mitarbeiter bemühen sich sehr, anderen zu helfen, deshalb müssen wir uns auch um sie kümmern. Schnelltests sind eines der Werkzeuge, die wir haben. Und diese müssen wir nutzen“, sagt Jacob Bundsgaard.

Bürgermeister wussten nichts von ungenutzten Kapazitäten

Thomas Andresen, Venstre-Bürgermeister in Apenrade (Aabenraa), war wie den meisten Bürgermeistern, mit denen die Nachrichtenagentur „Ritzau“ gesprochen hat, nicht bewusst, dass es ungenutzte Testkapazitäten gab.

„Wir werden diese gerne in Anspruch nehmen. Wir testen bereits zweimal pro Woche einen großen Teil der schwachen und älteren Bürger sowie ihr Pflegepersonal in den Wohneinrichtungen“, sagt er.

„Aber wenn es mehr Kapazitäten gibt, möchten wir uns auch gerne an Kindertagesstätten und Sonderschulen wenden, um die Infektion einzudämmen“, sagt Thomas Andresen.

Tests auch für private Unternehmen

Gleichzeitig fordert er jedoch, dass die mobilen Teststationen auch privaten Unternehmen zugutekommen.

„Zum Beispiel haben wir ein Unternehmen, das ein bedeutender Anbieter von Masken, Visieren und Desinfektionsmittel ist. Viele sind darauf angewiesen, dass sie weiterarbeiten können“, sagt er.

Thomas Adelskov (Soz.), Bürgermeister der Kommune Odsherred, stimmt zu, dass der Bedarf in den privaten Unternehmen jetzt auch bei zusätzlichen Kapazitäten berücksichtigt werden muss.

„Wir sagen den Leitern unserer Institutionen, dass es jetzt Unternehmen gibt, wo die Mitarbeiter getestet werden müssen“, sagt er.

Die Gesamtkapazität mobiler Schnelltests beträgt nach Angaben der Dienstleister derzeit mehr als 30.000 tägliche Tests. Ab Februar steigt sie auf 60.000.

Am späten Donnerstag wurden alle Bürgermeisterinnen und Bürgermeister des Landes zu einem virtuellen Treffen mit Justizminister Nick Hækkerup (Soz.), Gesundheitsminister Magnus Heunicke (Soz.) und Sozial- und Innenministerin Astrid Krag (Soz.) über die Verwendung von Schnelltests durch die Gemeinden eingeladen.

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