Forschungsprojekt

Dänische Filteruntersuchung nach multiresistenten Bakterien ist nicht effektiv

Dänische Filteruntersuchung nach multiresistenten Bakterien ist nicht effektiv

Untersuchung nach resistenten Bakterien ist nicht effektiv

PauSe
Apenrade/Aabenraa
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Das Krankenhaus in Apenrade Foto: K. Riggelsen

Das Krankenhaus in Apenrade hat ein groß angelegtes Forschungsprojekt geleitet – und kam zu beunruhigenden Ergebnissen.

Ein umfassendes Forschungsprojekt, an dessen Spitze Lektor Helene Skjøt-Arkil vom Krankenhaus Nordschleswig in Apenrade steht, hat enthüllt, dass die von der dänischen Gesundheitsbehörde ausgearbeitete und empfohlene Filteruntersuchung für die Feststellung von multiresistenten Bakterien nicht ausreichend ist. „Das vermittelt eine falsche Sicherheit, wenn die Untersuchungsmethode höchstens jeden zweiten mit MRSA infizierten Patitenten identifiziert“, sagt Skjøt-Arkil in einer Mitteilung des Krankenhauses.

MRSA ist nicht das am häufigsten auftretende Problem, da nicht viele Patienten MRSA in sich tragen. Weit häufiger ist eine ESBL-Resistenz, die nicht Teil der dänischen Filteruntersuchung ist, obwohl fast jeder 20. mit ESBL angesteckt ist. ESBL ist ein Enzym in Bakterien, das bestimmte Typen von Beta-Laktam-Antibiotika abbaut und somit die Bakterien resistent gegen das Antibiotikum macht.

Befragung führt zu unnötiger Isolation

Bei der Einweisung in die Notaufnahme wird der Patient einleitend nach einem Frageschema von einer Krankenschwester interviewt. Das Interview dauert durchschnittlich sieben Minuten, und aus den Antworten schätzt die Krankenschwester ab, ob das Risiko besteht, dass der Patient mit MRSA oder CPE angesteckt ist. Im Verdachtsfall werden Proben aus der Nase, dem Rachenbereich und Rektum entnommen. Der Patient wird isoliert.

„Unsere Forschung hat gezeigt, dass die mündliche Filteruntersuchung eine Vielzahl von eventuell Angesteckten ausweist, obwohl diese nicht angesteckt sind und unnötigerweise isoliert wurden“, erläutert Professor und Oberarzt Christian Backer Mogensen.

Die Forscher hoffen, dass die technische Entwicklung auf diesem Gebiet Fortschritte macht, um dem Krankenhauspersonal innerhalb weniger Stunden ein korrektes Ansteckungsbild liefern zu können. Obwohl Skjøt-Arkil die mangelhafte Filteruntersuchung kritisiert, will sie dennoch nicht empfehlen, sie gänzlich abzuschaffen, bevor ein technischer Ersatz vorhanden ist.

„Der Nordschleswiger“ hat die staatliche Gesundheitsbehörde auf den beanstandeten Umfang der Filteruntersuchung angesprochen. Dort antwortete Oberärztin Bolette Søberg, dass ihr die Mitteilung bekannt sei. Nach ihrem Empfinden ist der Inhalt missverständlich formuliert worden. „Falls die Mikrobiologische Fachgruppe meint, dass ESBL mit einbezogen werden soll, dann müssen sie das der Gesundheitsbehörde mitteilen“, erklärt Bolette Søberg den Vorgang.

„Wir können natürlich auch selbst die Initiative ergreifen, aber normalerweise schlägt die Gesellschaft für klinische Mikrobiologie/Klinisk mikrobiologisk Selsskab vor, was in den Untersuchungsverlauf aufgenommen werden soll.“

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