Konkurs

Senvion-Konkurs kann auch dänische Jobs betreffen

Senvion-Konkurs kann auch dänische Jobs betreffen

Senvion-Konkurs kann auch dänische Jobs betreffen

Charlotte Hülser/Flensborg Avis
Deutschland/Dänemark
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Von Senvions Insolvenz werden auch dänische Unternehmen betroffen sein. Foto: dpa

Der große norddeutsche Windradproduzent Senvion im April ist Konkurs gegangen. Das kann sich auch auf dänische Unternehmen auswirken und im schlimmsten Fall auch auf dänischer Seite zu Konkursen führen.

Dass der norddeutsche Windkraftanlagen-Produzent Senvion im April für konkurs erklärt wurde, hat nicht nur Auswirkungen für Mitarbeiter und Kunden des Unternehmens. Wie die Zeitung „Flensborg Avis“ berichtet, werden auch viele dänische Unternehmen von dem Konkurs betroffen sein.

Im schlimmsten Fall kann das die dänischen Subunternehmen von Senvion sowohl Umsatz als auch Arbeitsplätze kosten, oder in Folge des wirtschaftlichen Abschwungs des Produzenten auch in Dänemark zu Insolvenzen führen.

„Eine ganze Menge Subunternehmen von Senvion haben viele Monate lang nichts von dem Geld erhalten, das sie bekommen sollten“, sagt Axel B. Röpke, Partner in der Anwaltskanzlei Sagawes & Klages, der Zeitung. Die Anwaltskanzlei aus Hamburg repräsentiert eine Reihe der betroffenen dänischen Subunternehmen.

Offene Rechnungen

Axel B. Röpke kann nicht genau sagen, wie viele Unternehmen genau nach dem Kollaps des Windradproduzenten mit Problemen zu kämpfen haben. Aber in der Firma hätten er und seine Kollegen verschiedene Klienten, von denen keiner die ausstehenden Rechnungen bezahlt bekam.

„Senvion ist ein Großkunde für viele Subunternehmen, denn es gibt nicht so viele Produzenten von Windkraftanlagen auf dem Markt. Sie verlassen sich daher normalerweise auf sehr wenige Kunden“, so Röpke zu „Flensborg Avis“. Außerdem, so Röpke weiter, sei ein Teil der produzierten Teile speziell für Senvion-Produkte hergestellt, und diese können daher nicht an andere Kunden verkauft werden.

Wie stark die einzelnen Unternehmen von dieser Pleite betroffen sein werden, hänge von der jeweiligen ökonomischen Stärke ab. Im schlimmsten Fall seien sie gezwungen, all das ausstehende Geld abzuschreiben.

„Während eines Konkurses bekommt man typischerweise nur einen Teil seines Anspruchs ausgezahlt, wenn das Insolvenzverfahren ein paar Jahre später abgeschlossen wird. Vielleicht bekommen sie nur 25 Prozent des Anspruches zurück. Im schlimmsten Fall kann das für die Subunternehmen in einer Insolvenz enden“, sagt er.

Axel B. Röpke unterstrich gegenüber „Flensborg Avis“, dass er keine detaillierten Informationen geben könne, da er der Schweigepflicht unterliege. Zusätzlich machte er deutlich, dass er keine Kenntnisse über interne Vorgänge bei Senvion habe.

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Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
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