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Angebot an Sportstätten steigert Mitgliederzahlen der Vereine

Angebot an Sportstätten steigert Mitgliederzahlen der Vereine

Angebot an Sportstätten steigert Mitgliederzahlen

Jon Thulstrup
Jon Thulstrup Online-Redaktion
Nordschleswig/Odense
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Foto: Tom Wheatley/Unsplash

Eine neue Studie der Süddänischen Universität hat einen Zusammenhang zwischen den Mitgliederzahlen in Sportvereinen und dem kommunalen Angebot von Sportanlagen festgestellt. Das gilt so auch in der Minderheit.

Sporthallen und Rasenflächen, die für sportliche Aktivitäten jeglicher Art geeignet sind, haben einen positiven Einfluss auf Mitgliederzahlen in den vielen Sportvereinen Dänemarks. Zu dem Schluss kommen Forscher der Süddänischen Universität in Odense in einer neuen Studie. Diese zeigt, dass die Zahl der Vereinsmitglieder mit der Zahl der vorhandenen Sportstätten zunimmt.

„Die Ergebnisse deuten an, dass die Kommunen das Sportengagement in den Vereinen mit guten Bedingungen steigern können“, erklärt Karsten Elmose-Østerlund, einer der beteiligten Forscher der Studie. Wichtig sei aber, dass die Kommunen wissen, welche Sportanlagen benötigt sind und dass sie sich auch mit den lokalen Bedürfnissen auseinandersetzen.

„Mehr Anlagen heißt nicht automatisch, dass sich mehr Bürger in Sportvereinen engagieren. Der bewiesene Zusammenhang zwischen den Möglichkeiten für sportliche Aktivitäten und Nachfrage in den Vereinen kann auch damit zusammenhängen, dass die Kommunen sich den Ansprüchen der Vereine angepasst haben“, so der Forscher. Im dänischen Sportverband, bestehend aus DIF und DGI, freut man sich über die Ergebnisse der neuen Studie.

„In dem Bereich brauchen wir dringend mehr Forschung. Gute Sportanlagen sind eine gute Investition für die Kommunen“, so DIF-Abteilungsleiter Poul Broberg.

„Interessante Studie“

Lars Kristensen (Venstre), Vorsitzender des Kultur- und Freizeitausschusses der Kommune Apenrade, bezeichnet gegenüber dem „Nordschleswiger“ die neue Studie als „interessant“. „Es ist klar, dass wir als Kommune daran interessiert sind, dass die Vereine so viele Mitglieder wie nur möglich bekommen. Das hat auch einen Mehrwert für die Gesundheit in der Kommune“, so Kristensen.

Derzeit investiere die Kommune Apenrade viel Geld in die Errichtung von Sportanlagen mit Kunstrasen. „Wir stehen vor der Herausforderung, dass sich auf unseren Grünflächen und Fußballfeldern durch den vielen Niederschlag große Pfützen bilden“, betont er.

Bei der jüngsten Ausschusssitzung wurden zudem Gelder für die Renovierung der Umkleiden in mehreren Sporthallen verteilt. „Und auch auf die Flutlichtanlagen der Sportplätze wurden wir aufmerksam gemacht. Einige davon müssten ersetzt werden. Insgesamt bin ich der Meinung, dass wir einen guten Dialog mit den Vereinen in der Kommune haben“, so Kristensen.

Ähnlichkeiten zum Vereinsleben in Nordschleswig

Beim Deutschen Jugendverband für Nordschleswig hat man sich laut Abteilungsleiter Lasse Tästensen noch nicht mit der Studie befasst, sieht aber Ähnlichkeiten zum Vereinsleben in Nordschleswig. „Wir bemerken, dass dort, wo es gute Sportanalgen gibt, die Vereine auch anders blühen. Mit guten Anlagen hat man mehr Möglichkeiten“, so Tästensen. In der Hinsicht hätten die kleinen Vereine in den kleineren Ortschaften schwieriger als Vereine in den größeren Städten.

„Die traditionellen Sportarten müssen seit einigen Jahren um ihre Mitglieder kämpfen. In größeren Städten hat man die Möglichkeit, wie in Hadersleben zum Beispiel, einen Streetdome, der für die Jugend anziehend ist, zu bauen“, so der Abteilungsleiter des Jugendverbandes.

In der Minderheit sorge man auch dafür, dass die Sportanlagen ein breites Publikum ansprechen. „Das Schwimmbecken im Sport- und Kulturzentrum in Tingleff wird gerade renoviert und auch der Sportplatz ist verbessert worden. Die Multifunktionalität ist wichtig“, betont Tästensen. Wenn in den deutschen Vereinen ein Bedarf für andere Sportanlagen oder Verbesserungen entsteht, dann hat er den Eindruck, dass die Vereine gut darin sind, ihre Wünsche den Kommunen vorzulegen.

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