Glaube

Dornröschenschlaf für alte Kirchen

Dornröschenschlaf für alte Kirchen

Dornröschenschlaf für alte Kirchen

Nordschleswig/Dänemark
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Dänemark ist reich an Mittelalterkirchen, aber in einigen fehlt es an Kirchgängern. Nun gibt es eine Diskussion über die Zukunft solcher schwach besuchten Kirchen, denn sie sind teuer. Foto: Leif Schack-Nielsen/Ritzau Scanpix

Die Geschichte Dänemarks spiegelt sich auch in den vielen Mittelalterkirchen wider. Doch die Landflucht führt in einigen Gotteshäusern zu leeren Bänken. Das stellt die Gemeinderäte vor Probleme, der Unterhalt der Gotteshäuser ist teuer. Doch es gibt da eine Idee.

Knapp 2.000 Mittelalterkirchen gibt es in Dänemark – so viele, dass man – wie die Zeitung „Jyllands-Posten“ bemerkt – oft von der einen zur anderen schauen kann. Nur gut besucht ist nicht mehr jedes der Gotteshäuser.

Wie die Zeitung berichtet, ist nun innerhalb der evangelisch-lutherischen Kirche (folkekirken) eine Diskussion darüber in Gang gekommen, ob einige Kirchen für die meiste Zeit des Jahres geschlossen werden sollten, um nur bei besonderen Anlässen, wie etwa an Weihnachten oder bei kirchlichen Trauungen, wieder zu öffnen. So könnten die Gemeinderäte, die für den Unterhalt der Kirchen zuständig sind, Geld sparen.

Kirchen mit verschiedenen Standards

Die Bischöfe des Landes haben laut „Jyllands-Posten“ in den vier Bistümern Arbeitsgruppen ins Leben gerufen, die überprüfen sollen, wie Kirchen auf unterschiedlichen Standards bewahrt werden können.

„Es ist teuer, Kirchen zu unterhalten“, so Elof Westergaard, Bischof des Bistums Ripen (Ribe Stift) im Gespräch mit dem „Nordschleswiger“. Es gebe in seinem Bistum Kirchen, die weiterhin gut besucht seien, aber auch welche, die es nicht seien. „Und das liegt daran, dass die Menschen fortziehen“, so Bischof Westergaard.

Auch die Zeitung Jyllands-Posten sieht den Trend, dass weiterhin mehr und mehr Menschen vom Land in die Stadt ziehen – was auch die Zahl der Kirchgänger beeinflusst.

Ich persönlich kann mir vorstellen, dass diese Nutzungsart ausgeweitet wird.

Bischof Elof Westergaard, Bistum Ripen (Ribe Stift)

225 Kirchen gibt es im Bistum Ripen, bereits jetzt, würden, so Bischof Westergaard, drei Kirchen nur noch zu besonderen Anlässen genutzt (lejlighedskirker). „Ich persönlich kann mir vorstellen, dass diese Nutzungsart ausgeweitet wird. Es ist aber nicht der Bischof, der darüber entscheidet“, so Westergaard. Das sind die Gemeinderäte.

Für Bischöfin Marianne Christiansen vom Bistum Hadersleben stellt sich die Situation weniger einschneidend dar. „Bei uns im Stift kommt das nicht in Frage. Es gibt schon Kirchen, die weniger gut besucht sind, doch sind es nicht so wenige Kirchgänger, dass Kirchen geschlossen werden müssen“, so die Bischöfin.

Sie verweist in diesem Zusammenhang auf die Verpflichtung, die Kirchen zu bewahren. Auf diese Pflicht macht auch Ulla Kjær vom Nationalmuseum in „Jyllands-Posten“ aufmerksam. Die Kirchen besäßen einen einzigartigen nationalgeschichtlichen Wert. Die Gemeinderäte seien verpflichtet, die Kirchen instand zu halten, so Kjær.

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