Corona-Virus

Superspreader-Ereignisse fachen Corona-Pandemie an

Superspreader-Ereignisse fachen Corona-Pandemie an

Superspreader-Ereignisse fachen Corona-Pandemie an

Ritzau/nb
Apenrade/Aabenraa
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Weltweit haben die Menschen in den vergangenen Monaten eine Reihe an Beschränkungen über sich ergehen lassen müssen, um die Verbreitung von Covid-19 einzuschränken. Dabei ist deutlich geworden, dass sogenannte „Superspreader-Ereignisse“ Auslöser für einen Virusausbruch sein können. (Archivfoto) Foto: Scott Olson/Ritzau Scanpix

Die meisten Personen, die mit dem Corona-Virus infiziert sind, geben die Infektion nicht an andere weiter, zeigen Studien. In den Fällen, in denen es jedoch zu einer Weitergabe kommt, kann die Infektionsübertragung explosionsartig sein.

Im Zuge der Corona-Krise ist deutlich geworden, dass eine Kontaktzahl, die unter 1,0 liegt, wichtig ist, um der Pandemie Einhalt zu gebieten.

Die Kontaktzahl sagt etwas darüber aus, wie viele Personen von einer anderen angesteckt werden. Jedoch kann auch eine andere Ursache hinter einem großen Virusausbruch stehen. In mehreren Fällen kann ein sogenanntes Superspreader-Ereignis nämlich einen großen Infektionsausbruch herbeigeführt haben. In einem solchen Fall können sich viele Menschen dadurch angesteckt haben, dass sie an der gleichen Veranstaltung teilgenommen haben.

Nur wenige Covid-19-Infizierte geben Infektion an andere weiter – dann jedoch explosionsartig

Eine Vielzahl an Studien zeigt, dass der größte Teil der mit dem Corona-Virus Infizierten die Infektion nur in seltenen Fällen an andere weitergibt. Sofern es dennoch zu einer Virusübertragung kommt, kann diese jedoch explosiv sein.

So könne das Virus „10, 20, 50 oder noch mehr Menschen“ infizieren, sagt Benjamin Althouse, Virusforscher an der University of Washingtons Institute for Disease Modeling, gegenüber AFP.

Er ergänzt, dass im Fall des Corona-Virus nur zehn Prozent der Infizierten für 90 Prozent aller Infektionen verantwortlich sein können. Insofern sei nur ein kleiner Teil der Infizierten für den Großteil der Weitergabe des Virus verantwortlich. Dieses Muster sei das gleiche, als würde man „ein Streichholz auf einen Haufen Brennholz werfen“, sagt Althouse zu AFP.

Kettenreaktion sorgt für schnelle und weitreichende Verbreitung des Virus

„Du wirfst ein Streichholz, aber es entzündet sich nicht. Du wirfst noch eins, auch das entzündet sich nicht. Du wirfst noch ein Streichholz, und dieses Mal siehst du, wie die Flammen auflodern. Für Covid-19 bedeutet dies, dass es für das Virus zwar schwierig ist, neue Infektionsorte zu etablieren, sobald dies jedoch geglückt ist, verbreitet sich das Virus sehr schnell und weitreichend“, so Althouse.

Das Nutzen eines Mund-Nasen-Schutzes, Abstand und die Beschränkung in der Anzahl an Kontakten seien die besten Möglichkeiten, die Ansteckungsgefahr zu reduzieren, sagt Benjamin Althouse von der University of Washington.

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