Gesellschaft

Vertrauen in Polizei sinkt – trotz sinkender Zahl von Straftaten

Vertrauen in Polizei sinkt – trotz sinkender Zahl von Straftaten

Vertrauen in Polizei sinkt – trotz sinkender Zahl von Straftaten

Kopenhagen
Zuletzt aktualisiert um:
Blaulicht Polizei
Foto: Rigspolitiet

Eine neue Untersuchung zeigt, dass nur noch rund 80 Prozent der Bürger in Dänemark dem Einsatz der Ordnungshüter vertrauen. Auch das Sicherheitsgefühl in Nordschleswig/Südjütland hat gelitten.

Seit Jahren präsentierte Berichte über Personalnot bei der dänischen Polizei und Bandenkonflikte haben offenbar das Vertrauen der Bürger in die Polizei sinken lassen. Trotz jüngster Statistiken über anhaltenden Rückgang z. B. bei der Einbruchskriminalität. Eine Untersuchung der Reichspolizei zeigt, dass 85,7 Prozent der Menschen 2017 ein Gefühl der Sicherheit hatten. 2016 gaben das noch 89,1 Prozent an. Vertrauen in die Polizei hatten 2013 noch 81,2 Prozent. 2017 nur noch 79,2 Prozent.

Die Untersuchung hat zutage gebracht, dass auch im Polizeikreis Nordschleswig/Südjütland das Sicherheitsgefühl gelitten hat. Nur noch 79,2 Prozent vertrauen ihrer Polizei, 2013 waren es 84.3 Prozent. Chefpolizeiinspektor Bjarne Sørensen von der Polizeidirektion in Esbjerg verweist darauf, dass die Zahl der Straftaten in seinem Bereich um 4,3 Prozent gesunken ist. Die gegen Bürger gerichtete Kriminalität sogar um 9,5 Prozent. „Objektiv betrachtet, ist es in unserem Polizeikreis sicherer geworden“, erklärt Sørensen.

Ein Blick in den Bericht verrät auch, dass die Unsicherheit in den großen Städten und in Problemstadtteilen generell stärker ausgeprägt ist als in den übrigen Gebieten. Allerdings zeige der verstärkte Polizeieinsatz z. B. an Esbjerger Brennpunkten, dass auch dort die Stimmung der Bürger besser geworden sei.

Negativtrend ist ärgerlich

Der Chef der Reichspolizei, Jens-Henrik Højbjerg, nennt den Negativtrend beim Sicherheitsempfinden ärgerlich. Er erinnert aber auch daran, dass die Befragung zu einem Zeitpunkt stattgefunden habe, als Bandenkonflikte für Schlagzeilen sorgten. Inzwischen habe sich aber auch die Personalsituation bei der Polizei verbessert und in diesem Jahr kämen viele neu ausgebildete Beamte auf die Straßen. Und der Chef der Polizei verspricht: „Sicherheit im Nahbereich der Bürger erhält höheren Stellenwert, auch außerhalb der Kriminalitätsschwerpunkte.“

Gerade in Gebieten ohne große Kriminalität werde die Polizei sichtbarer, damit man auch dort wieder mehr Vertrauen in die Polizeiarbeit bekommt. Justitzminister Søren Pape Poulsen (Konservative) hatte am Montag in einem Interview mit Berlingske angekündigt, dass im Rahmen der Maßnahmen der Regierung gegen sogenannte Ghettos Gesetzesänderungen vorgesehen seien, damit Straftaten in solchen Problembereichen künftig strenger bestraft werden können. Angestrebt werde ein verdoppeltes Strafmaß für Verbrechen in polizeilich umrissenen Problemzonen. Das löste allerdings auch Kritik aus.

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