Erfahrungsaustausch

„Von Nachbarn lernen“ – Kita-Mitarbeiter zu Besuch im Nachbarland

„Von Nachbarn lernen“

„Von Nachbarn lernen“

Apenrade/Lübeck
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Die Gruppe zu Besuch im Lübecker Rathaus mit der zweiten stellvertretenden Stadtpräsidentin Silke Mählenhoff (Bündnis 90/Die Grünen) Foto: Privat

Eine Delegation der Deutschen Kindergärten Apenrade war zu Besuch in Lübeck und berichtete dort über die Institutionsarbeit in Nordschleswig. Dabei wurden zum Teil große Unterschiede festgestellt.

Drei Vertreterinnen der Deutschen Kindergärten Apenrade (DKA) waren kürzlich in Lübeck und stellten deutschen Kollegen dort die Arbeit und die Arbeitsbedingungen in den Kindergärten in Dänemark vor.
Es ging bei der Veranstaltung im Lübecker Gewerkschaftshaus unter anderem um Öffnungszeiten, Löhne, Betreuungsschlüssel und Ausbildung.

In einigen Bereichen große Unterschiede

„Dabei konnten wir merken, dass es im Vergleich zwischen Dänemark und Deutschland in verschiedenen Bereichen große Unterschiede gab“, berichtet DKA-Gesamtleiterin Morlyn Frenzel Albert.
Das übergeordnete Thema der Veranstaltung war die Gleichstellung. „Wir stellten bei den Gesprächen mit den anwesenden Kollegen aus sozialpädagogischen Einrichtungen und Kindergärten in Schleswig-Holstein fest, dass in unseren DKA-Kindergärten mehr Männer beschäftigt sind“, sagt Albert. „Männer fühlen sich in unseren Einrichtungen wohl. Es gibt eine gute zeitliche als auch finanzielle Absicherung zur Versorgung der Familie ist besser“, meint die Apenrader Leiterin.

Als Unterschiede entdeckten die Teilnehmer nämlich, dass das Gehalt in Dänemark höher ist und der gesellschaftlichen Stellenwert sozialpädagogischer Berufe in Schleswig-Holstein geringer ist. „Außerdem sind wir in unseren Einrichtungen viel weiter mit der Digitalisierung. Es gibt beispielsweise Apps für die Kommunikation zwischen Einrichtungen und Eltern“, erklärt die DKA-Leiterin.

Gleiche Probleme

Allerdings konnten auch Übereinstimmungen festgestellt werden. „Wir haben Schwierigkeiten Stellen zu besetzen. Auch das ist ein Problem in den schleswig-holsteinischen Institutionen. Und wie hier in Apenrade fehlt auch dort Geld: für Einrichtung, Ausstattung und für die Gebäudeinstandhaltung“, sagt Albert.

Von Thiemo Koch vom Südschleswigschen Wählerverband (SSW) in Lübeck kam vor einigen Wochen die Anfrage beim Generalsekretär des Bundes Deutscher Nordschleswiger, Uwe Jessen, ob es nicht die Möglichkeit gebe, eine Veranstaltung für pädagogisches Personal zu initiieren. Die solle im Rahmen von „100 Jahre deutsch-dänische Grenze“, wie es auf der später herausgegebenen Einladung heißt, veranstaltet werden.

Jessen nahm Kontakt mit Stefan Sass, dem zuständigen Kindergarten-Chef des Deutschen Schul- und Sprachvereins für Nordschleswig, auf, und schon kurze Zeit später gab es von dort ein Ja, sodass drei Mitarbeiter aus der Kommune Apenrade mit der Aufgabe beauftragt werden konnten und in Lübeck Rede und Antwort standen.
Beteiligt war außerdem die Gewerkschaft Verdi in Schleswig-Holstein.
Im Rahmen des Lübeckbesuchs waren die Gäste aus Nordschleswig auf Stippvisite in der Universitätsklinik und im Rathaus, wo es Informationstreffen mit Vertretern aus den jeweiligen Häusern gab.

Projektbeteiligte (v. l.): Jasmin Sakarupke (Erzieherin, Pattburg), Morlyn Frenzel Albert (Gesamtleitung DKA), Barbara Kammer (Verdi Lübeck), Thiemo Koch (SSW und Gleichstellungsbeauftragter Lübeck), Melanie Steffensen (Abteilungsleitung Pattburg) Foto: Privat
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