Seniorenwohnungen

Viel Lob für Wohnungsbauprojekt in der Ortsmitte

Viel Lob für Wohnungsbauprojekt in der Ortsmitte

Viel Lob für Wohnungsbauprojekt in der Ortsmitte

Rothenkrug/Rødekro
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Horup möchte sein Bauprojekt auf dem Gelände an der nördlichen Ecke des Hærvejen und der Østergade in Rothenkrug verwirklichen. Foto: Kommune Apenrade

Das virtuelle Bürgertreffen zu dem Flächennutzungsplan in Rothenkrug wurde an 78 Endgeräte übertragen.

Es klappte beim ersten virtuellen Bürgertreffen der Kommune Apenrade zum überarbeiteten Bebauungsplan für die Rothenkruger Stadtmitte eigentlich wie am Schnürchen, abgesehen davon, dass nach einer Stunde etwa plötzlich die Alarmanlage des Rathauses zu schrillen begann, wo sich die Hauptakteure am Donnerstagabend befanden. Das Problemchen konnte aber im zweiten oder dritten Anlauf behoben werden.

Ansonsten lief das Bürgertreffen glatt über die Bühne. Es wurde viel und interessiert gefragt. Darüber hinaus gab es auch einigen anderen Input für die Apenrader Kommunalpolitiker.

In 78 Haushalte wurde das virtuelle Bürgertreffen am Donnerstagabend übertragen. Foto: Anke Haagensen

48 Seniorenwohnungen

Der Apenrader Bau-Riese Per Horup hat vor, in der Rothenkruger Ortsmitte an der nördlichen Ecke des Hærvejen und der Østergade einen Gebäudekomplex mit 48 Seniorenwohnungen, verteilt über drei Stockwerke, zu errichten.

Da der geltende Bebauungsplan allerdings das Gebiet primär für Geschäfte und Läden ausgewiesen hat, muss ein neuer Plan erstellt werden.

Der Apenrader Stadtrat hat den Plan im Dezember quasi in erster Lesung gutgeheißen. Die öffentliche Anhörung läuft noch bis zum 10. März. Bis dahin können noch Eingaben eingereicht werden und damit noch den Bebauungsplan beeinflussen. Der Vorsitzende des kommunalen Wachstumsausschusses, Philip Tietje (Venstre), forderte die Rothenkruger deshalb auf, von diesem demokratischen Recht fleißig Gebrauch zu machen.

78 zugeschaltete Haushalte

Wegen der Corona-Beschränkungen konnte die Kommune Apenrade das geplante Bürgertreffen nicht in bewährter Form mit einer Großversammlung durchführen, weshalb sie nun virtuell im Internet stattfand. 78 Haushalte hatten sich zugeschaltet.

Überwiegend gab es Lob für die Baupläne Horups, dem die Möglichkeit eingeräumt wurde, sein Vorhaben persönlich vorzustellen.

Jede Wohnung wird mit Balkon oder Terrasse ausgerüstet. Jede Etage wird zudem über einen Fahrstuhl zu erreichen sein. Darüber hinaus sind Gemeinschaftsräume und Gästezimmer eingeplant, die nur von den Bewohnern genutzt werden können.

An der Ecke des Grundstücks soll ein kleiner Stadtpark entstehen. Foto: Kommune Apenrade

Bedenken ausgeräumt

Natürlich gab es auch einige, die Bedenken äußerten.

So ist im Bebauungsplan eine maximale Bauhöhe von 15 Metern ausgewiesen. Es beruhigte allerdings ein wenig, dass Horup versicherte, dass sein Bauvorhaben diese Höhe nicht ausreizen werde. Sein Projekt wird an der höchsten Stelle 12,8 Meter hoch sein.

Es blieb jedoch eine gewisse Befürchtung, dass der Gebäudekomplex zum Hærvejen hin doch sehr mächtig daherkommen würde. Allerdings wurde die Materialwahl begrüßt. Horup hat vor, sein Gebäude dem umliegenden Baustil einer dänischen Stationsstadt anzupassen.

Das Haus wird überwiegend aus roten Ziegelsteinen bestehen und aus anderen „qualitativ hochwertigen Materialien“ (O-Ton Horup) gebaut. Schließlich sei er kein Spekulant, sondern wolle das Projekt in seinem Portfolio (und möglichst auch in dem der nächsten Horup-Generation) behalten. Auch das nahmen die Zuhörer wohlwollend zur Kenntnis.

Vertreibung des Gewerbes

Bedauern äußerten die Teilnehmer auch, dass im Horup-Projekt kein Gewerbe im Erdgeschoss eingeplant ist. „Vertreibt ihr dadurch nicht das Gewerbe aus dem Ort?“, fragte ein Teilnehmer.

Diesen Vorwurf wies Horup jedoch nach dem Motto „Umgekehrt wird ein Schuh draus“ zurück. Schließlich war es trotz enormer Anstrengungen nicht gelungen, die Geschäftsräume zu vermieten, weshalb die Gebäude im Rothenkruger Zentrum zusehends verfallen.

Selbst in den größeren Städten ist die Entwicklung des Einzelhandels rückläufig. Per Horup hielt die Grundlage für weitere Geschäfte in Rothenkrug deshalb auch nicht wirklich für gegeben.

Die grauen Gebäude im Hintergrund werden abgerissen. Foto: Bente Staugaard/JV

Die heftige Kritik blieb aus

Die Kritiker, die in den sozialen Medien noch im Vorfeld getönt hatten, blieben von dem virtuellen Bürgertreffen fern. Das wunderte den Ausschussvorsitzenden Philip Tietje allerdings nicht wirklich. „Es ist leider oft so, dass diejenigen, die sich über Facebook kritisch äußern, sich nicht beteiligen, wenn es um die wahre Demokratie geht“, stellte er fest.

Ganz großes Lob erhielt Horup jedoch für sein Vorhaben, den Teil des Grundstücks, den er nicht bebauen wird, für einen Stadtpark zur Verfügung zu stellen. Die Gestaltung dieses Parks soll in enger Zusammenarbeit mit der Kommune Apenrade stattfinden. Der Vorsitzende des Wachstumsausschusses versprach, dass die Einwohner Rothenkrugs zu gegebener Zeit in die Ideenfindung einbezogen werden würden.

Bei dem Bürgertreffen wurden auch schon einige Vorschläge gemacht. „Wir benötigen dringend einen schönen Kinderspielplatz in der Ortsmitte“, meinte eine Teilnehmerin. Daran würden sicherlich auch die künftigen Bewohner der Seniorenresidenz ihre Freude haben, wenn sie Besuch von Enkeln und Urenkeln hätten, so ihre Überzeugung.

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