Telemauer

Die unendliche Geschichte setzt sich fort

Die unendliche Geschichte setzt sich fort

Die unendliche Geschichte setzt sich fort

Anke Haagensen
Anke Haagensen Lokalredakteurin - Apenrade
Apenrade/Aabenraa
Zuletzt aktualisiert um:
Die Telemauer wartet auf der Müllhalde in Süderhostrup auf ihren Einsatz. Foto: Claus Thorsted/JV

Der geplante Umzug eines Kunstwerks der Bildhauerin Ulla Viotti an die Arena Apenrade wird sich zumindest verzögern. Die Kommune hat die Fundamentierungskosten für die schwere Backsteinmauer falsch eingeschätzt. Es fehlen mehr als eine Million Kronen.

Seit rund zwölf Jahren fristet das Kunstwerk, das einst von Ulla Viotti für den damaligen Sitz der Telegesellschaft TDC in Apenrade an der H. P Hanssens Gade angefertigt wurde, ein kümmerliches Dasein auf der Müllhalde in Süderhostrup. Wie es aussieht, wird die sogenannte Telemauer doch noch länger dort ausharren müssen. Der Kommune fehlt das nötige Kleingeld, um das Kunstwerk an der Arena neu aufbauen zu können.

Die Telemauer musste seinerzeit weichen, weil der Platz gebraucht wurde, damit Bäckermeister Steen Skallebæk damals seinen Drive-in-Bäckerladen (heute Lagkagehuset) an der H. P. Hanssens Gade bauen konnte. Damals wurde versprochen: Das rote Backsteinkunstwerk wird ein neues schönes Plätzchen erhalten.

Mit Künstlerin geeinigt

Doch die Telemauer geriet fast schon in Vergessenheit, bis sie nahezu durch Zufall auf der Deponie in Süderhostrup entdeckt wurde. Es wurden in den vergangenen Jahren verschiedene Platzierungsmöglichkeiten ins Spiel gebracht. Ohne Ergebnis. Nun aber sollte die Telemauer tatsächlich an die Apenrader Arena ziehen. Alles schien perfekt. Man hatte sich bereits mit der Künstlerin auf diesen Standort geeinigt. Doch nun zeigt es sich, dass das für den Umzug abgesetzte Geld nicht ausreicht.

Die Kommune hatte 350.000 Kronen für den Umzug des Kunstwerks eingeplant. Als nun das Detailprojekt erarbeitet wurde, stellte sich nämlich heraus, dass die Fundamentierungskosten allein zwischen 1 und 1,6 Millionen Kronen kosten werden.

Der zuständige Kultur- und Freizeitausschuss hat das Vorhaben deshalb zunächst einmal „ins Toraus getreten“, um in Ruhe überlegen zu können, wie man das Dilemma lösen kann.

Telemauer wird Thema der Haushaltsverhandlungen

Ausschussvorsitzender Lars Kristensen (Venstre) wird die Telemauer bei den demnächst in der Kommune Apenrade stattfindenden Haushaltsverhandlungen vorbringen. Er selbst sieht die Kommune in der Pflicht, die Telemauer wieder aufzustellen, allerdings hat der Kultur- und Freizeitausschuss nicht das nötige Geld in seinem Budget.

Ob Kristensen beim Haushaltsseminar eine Mehrheit für sein Vorhaben finden wird, ist fraglich. Sein Parteikollege Philip Tietje hat über die sozialen Medien bereits verlauten lassen, dass die Telemauer nicht auf seiner persönlichen „Priorisierungsliste“ stehe, und Ejler Schütt von der Dänischen Volkspartei hat gegenüber den Kollegen von „JydskeVestkysten“ wenn auch eher scherzhaft, so doch klar seine Haltung geäußert: „Verwendet die Telemauer zum Auffüllen des Hafens!“ Vertreter von Konservativen und Sozialdemokraten haben sich hingegen dafür öffentlich starkgemacht, dass die notwendigen Mittel gefunden werden müssen.

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