Abfallwirtschaft

Mehr Müll im Corona-Jahr

Mehr Müll im Corona-Jahr

Mehr Müll im Corona-Jahr

Apenrade/Aabenraa
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Besonders auf dem Recyclinghof ist mehr Material abgegeben worden. Foto: Karin Riggelsen

Bis zu 30 Prozent mehr Abfälle sind im Vergleich zum Vorjahr beim kommunalen Verwertungsunternehmen Arwos angekommen und verarbeitet worden. Der kommissarische Abfallchef vermutet, dass das mit dem Coronavirusausbruch im Frühjahr zusammenhängt.

„2020 ist ein ganz besonderes Mülljahr“, sagt Carsten Kjær Jürgensen. Jürgensen ist derzeit Abfallchef beim kommunalen Versorgungsunternehmen Arwos und berichtet, dass dort zum Teil 30 Prozent mehr Abfall angekommen und verarbeitet worden ist, als im Jahr zuvor.

„So wurden beispielsweise 2019 auf dem Recyclinghof 6.800 Tonnen Bauabfälle antransportiert. In diesem Jahr waren es 1.000 Tonnen mehr“, erzählt der Arwos-Chef. Bei den Gartenabfällen sei es noch mehr gewesen. „Unsere Mitarbeiter haben bisher 11.000 Tonnen registriert. Und das Jahr ist noch nicht zu Ende. Im vergangenen Jahr kamen wir auf 6.800 Tonnen. Das ist ein enormer Unterschied und es sind sehr große Mengen, die wir verarbeitet haben“, so Carsten Kjær Jürgensen.

Erst jetzt, wo es auf Weihnachten zugehe, sei eine Entspannung spürbar. „Es kommen weniger Kunden zu uns und liefern Abfälle ab“, konstatiert Jürgensen.

Corona-Situation als Auslöser

Der konstituierte Arwos-Abfallchef kann zwar nicht auf Untersuchungen zurückgreifen, warum so viel Müll zur Wiederverwertung abgeliefert wurde, doch er hat eine Vermutung: „In der Zeit seit dem Coronavirusausbruch und dem ersten Lockdown hatten die Leute viel Zeit, um in ihren Gärten zu arbeiten. Dementsprechend gab es mehr Abfälle.

Und noch etwas kommt hinzu. Viele Urlaube wurden aufgrund der Corona-Situation abgesagt. Das gesparte Geld steckten viele der Menschen in Renovierungsmaßnahmen an ihren Immobilien. Deshalb auch die große Menge Bauschutt, die bei uns ankam“, erklärt er.

Versandhandel bei Arwos zu spüren

Ein weiteres Phänomen können die Mitarbeiter beim Arwos-Recyclkinghof sehen. „Wir haben einen großen Teil mehr Pappe entgegengenommen. Normal liegen wir bei 600 Tonnen im Jahr. Bisher waren es schon 800 Tonnen. Vieles davon sind Versandkartons, denn die Leute bestellen wohl mehr über das Internet und lassen sich die Waren liefern“, so die Erklärung von Carsten Kjær Jürgensen.

Bitte um Rücksicht

Er bittet die Kunden abschließend darum, Rücksicht auf die Mitarbeiter zu nehmen. „Wir mussten leider erleben, dass die Coronamaßnahmen, die vor einer Infektion mit dem Virus schützen sollen, nicht eingehalten werden. Vor allem am Abstand fehlt es“, berichtet er.

„Wir möchten einen guten Service bieten und meine Kollegen machen eine gute Arbeit, zeigen großen Einsatz, helfen, wo sie könne, aber sie sollen auch sicher arbeiten können. Haltet bitte Abstand, auch wenn das bedeutet, mal warten zu müssen“, bittet er eindringlich.

800 Tonnen Pappe sind 2020 bei Arwos angekommen. Foto: Karin Riggelsen

Das Mitarbeiterteam auf dem Recyclinghof musste wegen des größeren Andrangs zum Teil sogar aufgestockt werden. „Wir haben dafür zusätzliche Aushilfen eingestellt, um die Abfertigung schneller gewährleisten zu können“, sagt Carsten Kjær Jürgensen abschließend.

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