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Kommune bleibt auf den Kosten sitzen

Kommune bleibt auf den Kosten sitzen

Kommune bleibt auf den Kosten sitzen

Anke Haagensen
Anke Haagensen Lokalredakteurin - Apenrade
Apenrade/Aabenraa
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Für das Logo des Computerunternehmens Apple – der angebissene Apfel – soll der Legende nach der Gravensteiner Apfel Modell „gestanden" haben. Foto: Apple

Apenrade hat etliche Personalstunden in das Apple-Projekt gesteckt. Auch in Sachen Infrastruktur wurden bereits zig hunderttausende kommunale Steuerkronen investiert. Die Kommune kann diese Kosten allerdings nicht dem Apple-Konzern in Rechnung stellen.

Die überraschende Apple-Absage vom Dienstag hat nicht nur betrübte Mienen bei Politikern und in der Wirtschaft in der Kommune Apenrade hinterlassen. Sie hinterlässt auch ein gewisses Loch in der Gemeindekasse.

Über viele Monate haben Mitarbeiter und Politiker konkret für das Apple-Projekt gearbeitet, haben Baupläne erstellt, Anhörungen abgehalten, Bauanträge behandelt und auch einige Änderungen in der Infrastruktur durchgeführt. Es wurden Kreuzungen geändert, neue Straßen angelegt. Mit anderen Worten: Etliche Personalstunden und mehrere Tonnen Sand und Asphalt hat die Kommune Apenrade bereits in das Projekt gesteckt, das für das Dorf Kassö geplant war.

„Der Nordschleswiger“ hat trotz Anfrage bei der Kommune keine konkrete Aufstellung erhalten können, wie viele Stunden konkret für das Projekt aufgewendet wurden. Die bereits angefallenen Kosten belaufen sich aber schätzungsweise in der Größenordnung von zighunderttausend Kronen; womöglich ist die Millionengrenze auch schon überschritten.

Es liegt keine konkrete Aufstellung vor

„Wir haben keine Aufstellung gemacht, wie viele Personalstunden wir in das Apple-Projekt gesteckt haben“, lautet die Antwort von Stig Werner Isaksen auf die direkte Anfrage des „Nordschleswigers“. Der Verwaltungsdirektor für den Bereich Kultur, Umwelt und Gewerbe im Apenrader Rathaus teilt zudem mit, dass die entstandenen Kosten für unter anderem Ausarbeitung von Bebauungsplänen und bereits durchgeführten Änderungen in der Infrastruktur nicht dem Apple-Konzern in Rechnung gestellt werden können. „Wir haben auch Arbeitsstunden für die Erstellung von Baugenehmigungen und Ähnlichem angewendet. Dafür haben wir aber Bearbeitungsgebühren verlangt“, sagt Stig W. Isaksen.

Hoffen auf Google

Der Verwaltungsdirektor teilt darüber hinaus mit, dass die Arbeiten mitnichten vergebens waren. „So gilt der Bebauungsplan ja weiterhin und kann von anderen Rechenzentren genutzt werden. Die Mittel, die wir in das Straßennetz investiert haben, kommen ja dennoch der Lokalbevölkerung zugute. Außerdem sind wir dann bestens vorbereitet, wenn das andere Unternehmen hoffentlich baut“, so Isaksen. Dieses vom Verwaltungsdirektor angesprochene „andere Unternehmen“ ist Google. Das Unternehmen hatte sich das Nachbargrundstück von Apple sichern lassen.

Mit etwas Glück übernimmt Google womöglich das Apple-Grundstück. So erspart sich das Unternehmen unter anderem die zeit- und kostenaufwendigen archäologischen Ausgrabungen durch Mitarbeiter des Museums Sønderjylland.

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