Gesundheit

Babywindeln vor Mund und Nase

Babywindeln vor Mund und Nase

Babywindeln vor Mund und Nase

Apenrade/Aabenraa
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Dariusz Worek sucht als Arzt und als Mensch immer nach Lösungen. Wenn Mundschutz knapp wird, macht man sich halt eigenen. Foto: Karin Riggelsen

Not macht erfinderisch: Der Apenrader Arzt Dariusz Worek hat für seine Klinik Schutzmasken nähen lassen.

Warum für teures Geld Einwegmundschutz kaufen, wenn es auch eine ebenso effektive, auf die Dauer billigere, nachhaltigere und wesentlich angenehmer zu tragende Lösung gibt.

Der Apenrader Arzt Dariusz Worek hat für sich, seine Mitarbeiter und Patienten Mundschutz nähen lassen – aus herkömmlichen Baumwollwindeln. Die vierlagigen Schutzmasken wurden in enger Zusammenarbeit zwischen der Klinik und der Näherin Zemira Mujadzic am Skrænten entwickelt.

Krankenschwester Berit Høj schätzt den hohen Tragekomfort der Babywindel-Mundschutzmaske. Foto: Karin Riggelsen

Effektiver Tröpfchenschutz

„Das ist ein effektiver Tröpfchenschutz – in beide Richtungen“, sagt Berit Høj, die in Woreks Klinik im „Havnegaarden“ am Opnørplads als Krankenschwester arbeitet. Nicht nur das Personal trägt diese Masken, sondern auch die Patienten werden gebeten, das zu tun. „Wir haben in diesen Zeiten ja nicht so viele Patienten. Wer aber zu uns kommt, ist deshalb schon sehr krank. Die Masken dienen dem gegenseitigen Schutz“, unterstreicht die Krankenschwester.

„Wir hatten zunächst versuchsweise nur zweilagigen Mundschutz. Wir sind aber jetzt bei vier Lagen angelangt. Das hält nämlich auch einem kräftigen Niesen stand“, sagt Berit Høj.

In der Arztpraxis im „Havnegaarden" werden nur akute Patienten behandelt, und die müssen sich vorher telefonisch anmelden. Foto: Karin Riggelsen

Hoher Tragekomfort

Sie lobt den Tragekomfort dieser selbst genähten Windel-Masken. „Wir können sie den ganzen Tag anhaben. Anschließend werden sie bei 90 Grad gewaschen, wobei 60 Grad laut Behörden ausreichen würden. Wir wollen allerdings auf Nummer sicher gehen. Außerdem lassen wir sie anschließend noch 48 Stunden liegen, um ganz, ganz sicher zu sein, dass sie nicht mit Viren behaftet sein können“, sagt die Krankenschwester.

„Vielleicht sollte ich schon mal auf Verdacht ein paar dieser Mundschutzmasken nähen. Einfach um einige auf Lager zu haben“, überlegt die Näherin Zemira Mujadzic lachend. Sie hat ihre Nähstube in dieser Woche geschlossen, einfach weil es coronabedingt nicht so viel zu tun gibt. „Ab Montag bin ich aber wieder da“, sagt die Näherin.

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