Kommunalpolitik

„Wir werden deine Vernunft vermissen“

„Wir werden deine Vernunft vermissen“

„Wir werden deine Vernunft vermissen“

Apenrade/Aabenraa
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Im Vorfeld der Kommunalwahl 2017 hatte die SP ein kleines „Synnejysk“-Sprachenlexikon erstellt. SP-Politiker Kurt Andresen stellte sich als Fotomodell zur Verfügung, als der Begriff „Buun“, nämlich Bauer, dargestellt werden sollte. Foto: Schleswigsche Partei

Weibliche und männliche Kollegen und Kontrahenten zollen Kurt Andresen Respekt und Dank für seine politische Arbeit. Die Nachricht des SP-Politikers, bei den Kommunalwahlen 2021 nicht wieder antreten zu wollen, hat überrascht.

Die Tatsache, dass der Apenrader Kommunalvertreter der Schleswigschen Partei, Kurt Andresen, Nolde, bei den nächsten Kommunalwahlen im Herbst 2021 nicht wieder antritt, hat auch bei vielen männlichen und weiblichen Weggefährten, Kollegen und politischen Widersachern großes Bedauern, aber auch Respekt für die Entscheidung ausgelöst.

„Deine Gesellschaft und deine Vernunft wird vermisst werden“, schreibt Stadtratskollege Søren Frederiksen (Venstre) unter dem Facebook-Kommentar von Kurt Andresen.

Frederiksens Parteikollegin Ditte Vennits Nielsen kommt mit einer Silbe aus. „Æv“, schreibt sie, was auf Deutsch soviel wie „Schade“ heißt. Sie fügt allerdings ein „Wir werden dich vermissen“ hinzu. „Dein Nachfolger wird in große Fußstapfen treten müssen“, schreibt Venstre-Mann Philip Tietje unter anderem in seinem Kommentar.

Und der Parteivorsitzende von Venstre, Leif Andersen, zollt Kurt Andresen ebenfalls großes Lob für dessen politische Arbeit. „Respekt für deinen Einsatz für die Kommune und alles Glück der Erde für deinen weiteren Einsatz für das für uns alle so wichtige Gewerbe – der Landwirtschaft.“

Die komplette Postkarte Foto: Schleswigsche Partei

Verlust für die SP und für den Stadtrat

„Das ist ein Verlust für die SP und für den Stadtrat, aber Respekt vor der Entscheidung“, formuliert es der Konservative Fraktionssprecher Rasmus Elkjær Larsen.

Der sozialdemokratische Bürgermeisterkandidat Erik Uldall Hansen zollt dem 54-jährigen Landwirt aus Nolde ebenfalls großen Respekt für dessen Entscheidung. „Man muss auch seine Grenzen kennen“, fügt er hinzu.

Politiker mit „Kinderbrille“

„Du hast in deiner langen Stadtratskarriere den Erziehern zugehört und die ,Kinderbrille‘ aufgesetzt. Kurt, du hat einen positiven Unterschied für die Kinder, für die Kindertagesstätten und die Schulen ausgemacht“, schreibt Uldalls Fraktionskollegin Dorrit Knudsen, mit der Kurt Andresen „zum Glück noch anderthalb Jahre“ (O-Ton Knudsen) im Stadtrat zusammenarbeitet.

„Deine Entscheidung ist dir sicherlich nicht leicht gefallen. Ich habe immer deinen Zugang zu den gestellten Aufgaben geschätzt, auch wenn wir nicht immer einig waren“, lautet der Kommentar von Knudsens Parteigenossen Kim Brandt.

Mit beiden Beinen auf dem Bodem

Auch im ökosozialistischen Lager wird der Abschied von Kurt Andresen aus der Kommunalpolitik bedauert. „Respekt, Kurt Andresen. Du bist immer mit beiden Beinen auf dem Boden geblieben“, so Gert Nordklitgaard von der Einheitsliste. Nordklitgaard, der gerade eben ein kurzes Comeback für seine Partei beendet hat, gibt dem SP-Kollegen noch einen gutgemeinten Rat mit auf dem Weg: „Vergiss nicht, mit deiner Familie in der Sonne zu parken.“

Der frühere SP-Vorsitzende Gerhard Mammen bringt es auf den Punkt: „Wir werden dich vermissen, Kurt.“

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Leitartikel

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
„Es bleibt sitzen“