Leitartikel

„Wetten dass...“

Wetten dass...

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Nordschleswig/Sønderjylland
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Das Tønder Festival beginnt Donnerstag. Das Festival geht in Sachen Klimaschutz neue Wege – und die erwachsenen Besucher gehen mit, meint Chefredakteur Gwyn Nissen.

... es auf dem Festivalgelände in Tondern nicht aussieht wie nach dem Smukfest, Roskilde Festival oder Woodstock, wenn am Sonntagabend das Tønder Festival? Immer wieder schockieren die Fotos nach den großen Festivals: Überall, wo man hinschaut, liegen Berge von Müll und zurückgelassenen Gegenständen wie Zelte, Schlafsäcke und Matratzen.

Die älteren Generationen waren in ihren jungen Jahren sicherlich kein bisschen besser, als die heutige Jugend, und sie müssen sich von den jüngeren Generationen einiges vorwerfen lassen, weil das Klima in den letzten Jahrzehnten eine zu kleine Rolle gespielt hat. Jetzt zahlen unsere Nachfahren – und die Natur – den Preis dafür. Deshalb ist es schön, dass die Erwachsenen am Wochenende in Tondern zeigen können, dass es auch anders geht, als ein Abfall-Schlachtfeld zu hinterlassen.

Wie andere Festivals, hat auch das Tønder Festival einen grüneren Weg eingeschlagen. Dieselgeneratoren für den Campingplatz sind durch Strom von Windrädern ersetzt worden, statt Plastik-Einweggeschirr gibt es jetzt Teller, Gläser und Besteck aus Zuckerrohr oder organischem PLA-Plastik, und in diesem Jahr werden die Besucher außerdem dazu aufgefordert, ihren Abfall zu trennen.

Von Festivals und anderen Großveranstaltungen wird heute erwartet, dass sie grüne Lösungen finden. Das Tønder Festival hat eine Drei-Jahres-Strategie mit dem Beratungsunternehmen Cowi festgelegt, damit das Folkfestival nachhaltiger wird. Das zeigt, dass das Tønder Festival die Klima-Herausforderung ernst nimmt. Toll.

Hoffentlich nehmen die Besucher des Festivals die Herausforderung ebenfalls ernst, sonst sind die Bestrebungen in Tondern für die Katz. Aber Motivation genug gibt es ja, nämlich das erhoffte Foto nach dem Festival. Ohne Abfallberge.

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