Kulturkommentar

„Jeder kennt jeden – von wegen“

Ulf-Mikael Iwersen
Apenrade/Aabenraa
Zuletzt aktualisiert um:

Ein Kulturkommentar von Uffe Iwersen, Kulturkonsulent des Bundes Deutscher Nordschleswiger.

Man kennt sich in der Minderheit. Die Minderheit ist ein kleiner geschlossener Kreis. Jeder kennt jeden. Es mag sein, dass sich viele alteingesessene Minderheidis und Minderheinis kennen. Als ich jedoch kurz vor Weihnachten beim Punschen mit einer kleinen, mir unbekannten Personengruppe ins Gespräch kam und es sich herausstellte, dass diese auch Angestellte und Angehörige der Minderheit waren, wurde mir bewusst: Man kennt sich doch nicht.

Und genau dieses Thema besprachen wir an diesem Abend. Die drei Personen fanden es sehr schade, dass sich nicht einmal die Angestellten der Minderheit – sei es Hausmeister, Büchereileiterin, Lehrer, Generalsekretär, Erzieherin, Pastor, Köchin, Buchhalter oder Schulsekretärin – wirklich alle kennen bzw. zumindest voneinander wissen. So entstand im gemütlichen Beisammensein die Idee eines Personaltages für die gesamte Minderheit.

Diese Idee habe ich dann vom Punschstand mit ins Büro genommen, etwas daran gefeilt, ein Projekt entwickelt und einen Antrag zur Finanzierung an den BDN-Hauptvorstand formuliert.

Ich denke, eine Finanzierung wäre mehr als legitim, denn jährlich stattfindende Personaltage mit einer Mischung aus Fortbildung, Spiel und Spaß, Kultur und gemütlichem Beisammensein würden der oft beschworenen, aber auch oft vermissten Minderheitensolidarität auf die Sprünge helfen und die Minderheit auf Personalniveau dabei unterstützen, zu einer besser funktionierenden Einheit zu werden.

Denn nur wer sich kennt, wer miteinander lacht und wer sich miteinander wohlfühlt, kann auch gut miteinander zusammenarbeiten.

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