Leserbrief

„Nachruf auf den Tod von Gerhard Rossen“

Nachruf auf den Tod von Gerhard Rossen

Nachruf auf den Tod von Gerhard Rossen

Martin Christiansen
Bülderup-Bau/Bylderup-Bov
Zuletzt aktualisiert um:

Martin Christiansen erinnert sich.

Zwei Tage die es in sich hatten und ihre unausweichliche Folgen -- auch für meinem Alltag. Erst der Tod von Said Kirollos. Kaum im Gefühlsleben einsortiert und dann der Bericht vom Tode Gerhard Rossen. Wie und nach welchem Muster... was schwächt ...was verstärk ehe noch im Sammelsurium meiner Gefühle? Zum Tode von Said Kirollos später!

Der Tod von Fetter Gerhard kam auch für mich völlig unvorbereitet. Aus verschiedenen Zeitfenstern werde ich von kleinen zugetragenen Episoden ,,erzählen". Als 10/11/12 jährige radelten mein Bruder Jürgen und ich nach Løgum Bjerg auf ein paar Ferientage bei Onkel Nils und Tante Karoline. Mit leicht versteckter Bewunderung beobachteten wir, wie die Frühstück notwendige Haferflocken Zuteilung bei den drei Rossen Brüdern ,,von statten ging". Erst eine dünne Schicht Zucker, dann Haferflocken und dann wieder, genau wie bei uns in Horns, Zucker obendrauf. Gerhard hat seine Selbstdarstellung so, jedenfalls teilweise, schon von zu Haus aus mit gebracht. Er ist ihr dann immer treu geblieben. Über folgende Jahre brach die enge Verbindungen ab. Ich habe da des Öfteren seinen kleinen Bruder Kurt (Handballspielen) getroffen , mit kurzen gelegentlichen Gesprächen. Als unser jüngster Sohn Philip zeitweise arbeitslos war, da wurde ihm behördlich eine Arbeit angewiesen. Und zwar im Bereich : Auenpflege. Und unter wessen praktischer Handhabe? ...unser Fetter Gerhard war hier sein BOSS. Diese, von Hand Beschäftigung, war leider eine völlige Fehleinschätzung öffentlicher Behörden. Dazu noch unnötig Kräfte zehrend . Seine Erfahrungen aus diesem Zeitfenster war dann später bei unseren Treffs oft Gesprächsstoff. Flemming , Gerhards ältester Sohn, hatte als eins seiner Freizeitbeschäftigungen ,,slægtforskning" gewählt. So ergaben sich daraus dann zusätzliche enge Verbindungen. Etliche Treffen folgten. Zwischen durch hatten Gerhard und ich uns schon etliche Male besucht. Entweder mit seinem modernisiertem Stahlross oder in seinem, doch so sehr geliebtem, treuem Kadett tauchte er dann, immer gutgelaunt, bei mir auf. Ich habe ihn bei keinem einzigem Treffen anders erlebt. Dabei hatte er ganz ,,schön" viel gesundheitlichen Ballast zu tragen. Wir haben immer über ,,fast alles schnacken können!". Eine Begeh-Runde über seinem grossem Grundstück gehörte dann bei meinen Gegenbesuchen oft dazu. Gerhard hatte über jede Pflanze ,,sich Wissen aufgelagert". Im Besonderem über die unterschiedlichen Baumsorten. Vor Kurzem habe ich ihn noch damit aufgezogen -- die Mengen von Brennholz, die er gelagert hatte: Då vil nok iitt, få dæ føst, stil æ træsk. Nun kam es... so sehr viel anders!

Vor ca. 10 Tagen hatte ich eine Absprache mit Jimmi, dem ältestem Sohn von unserem ältesten Bruder Lütje. Als es ans Fenster klopfte -- meine Hündin Loki öffnet jede unverschlossene Tür ( also abschliessen) -- stand dort Fetter Gerhard. Das ganz Besondere -- draussen stand nicht der Kadett, sondern ein neu erworbenes Auto. Mit gewissem, bescheidenem Stolz -- haben wir es gemeinsam ,,besprochen". Als dann Jimmi dazu kam, da gab es eine absolut harmonische Gesprächsrunde mit Kaffee und ,,lidt gnask". Es war wohl das erste Mal überhaupt, dass die Zwei sich trafen. Mit nachträglicher Dankbarkeit werde ich dieses Treffen in Erinnerung behalten. Abschiede sind nicht nur .....ein bisschen wie Sterben .....!

M.B. Christiansen, Hyndingholmvej 16, 6372 Bylderup Bov

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