Dänemark kompakt

Der Nachrichtenüberblick am Montag

Der Nachrichtenüberblick am Montag

Der Nachrichtenüberblick am Montag

DN
Apenrade/Kopenhagen
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Noch nie wurde so viel an Amateurarchäologen und Metalldetektor-Nutzer gezahlt wie 2018. (Archivbild) Foto: Henning Bagger/Ritzau Scanpix

Wissen, was in Dänemark läuft – die wichtigsten Nachrichten des Tages im Überblick.

Börsenbericht

Kopenhagen Der Leitindex an der Kopenhagener Börse, der C 25, büßte am Montag 0,3 Prozent ein. Es wurde ein Schussstand von 1.205,94 notiert. Die Aktie des Hörgeräteherstellers Demant erlebte nach Veröffentlichung von neuen Geschäftszahlen einen Höhenflug von plus 6,9 Prozent. Auch die Ankündigung von Aktienrückkäufen weckte das Interesse der Investoren. Abwärts um 1,8 Prozent ging es für Novo Nordisk. Ritzau

Frederiksen sieht keine Alternative zur Nato

Als Frankreichs Präsident Emmanuel Macron die Nato kürzlich als „hirntot“ bezeichnete, sorgte dies beidseits des Atlantiks für Aufsehen ob der schärfe der Kritik am Zustand des Verteidigungsbündnisses. Bei ihrem Besuch am Montag in Paris hat Dänemarks Regierungschefin, Staatsministerin Mette Frederiksen (Soz.) nun Verständnis für Macrons Äußerungen bekundet. Sie könne der „grundlegenden Analyse“ Macrons folgen, sagte sie am Montag an der Seine. „Ich will mich nun nicht aufschwingen und Wörter bewerten. Aber die grundlegende Analyse, dass die Nato vor Herausforderungen steht, hat, meine ich, etwas für sich“, so Frederiksen. Anders als Macron sehe sie jedoch keine europäische Alternative zur Nato, so Frederiksen.

Kontrollen nach Schweden sollen 100 Millionen Kronen kosten

Am vergangenen Dienstag haben dänische Polizisten die jüngst von der Regierung beschlossenen Kontrollen an den Grenzübergängen nach Schweden aufgenommen. Einige Tage später wurde nun ein Preisschild angeheftet. 100 Millionen Kronen soll die Kontrolle in den kommenden sechs Monaten mindestens kosten. Das berichtet die Tageszeitung „Jyllands-Posten“ aufgrund einer Antwort von Justizminister Nick Hækkerup (Soz.) an den Abgeordneten der Alternative Sikandar Siddique.

Schweinepest nähert sich Dänemark

Die polnischen Behörden haben am vergangenen Donnerstag ein im Straßenverkehr getötetes Wildschwein positiv auf die Schweinepest getestet. Das berichtet das Online-Medium „Pigprocess“. Bisher galt die Seuche als im östlichen Polen eingegrenzt. Dieses Wildschwein wurde jedoch im westlichen Polen geborgen. Somit hat sich die im Schweine-Exportland Dänemark gefürchtete Seuche weitere 300 Kilometer an Dänemark angenähert. cvt/Ritzau

Jahrelang steuerfrei: 1.200 Hausbesitzer müssen nicht alles nachzahlen

Rund 1.200 Hausbesitzer, die über Jahre wegen eines Behördenfehlers keine oder zu wenig staatliche Grundsteuer
 („ejendomsværdiskat“) gezahlt haben, müssen die Fehlbeträge nicht vollständig nachzahlen. Das hat das Steuerministerium am Montag mitgeteilt. Ihnen werden lediglich drei Jahre in Rechnung gestellt. „Das ist eine gute und ausgewogene Lösung, auf die wir uns quer durch die Folketingsparteien geeinigt haben“, so Steuerminister Morten Bødskov (Soz.). Neben den Sozialdemokraten haben Venstre, Radikale Venstre, Konservative, Liberale Allianz und die Alternative für die Lösung gestimmt.

Sie sieht unter anderem auch vor, dass Hausbesitzer, die bis zum 1. Januar 2019 versucht haben, die fehlerhafte oder fehlende Grundsteuergrundlage zu berichtigen, keine Steuern nachzahlen müssen. cvt/Ritzau

DR setzt „Sporløs“ ab und spart bei „Hammerslag“

Als Folge der im Folketing beschlossenen Kürzungen für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk allgemein und „Danmarks Radio“ im Speziellen hat der Sender entschieden, eine Reihe von Formaten und Sendern einzustellen. Am Montag teilte der Sender das Aus für die Fernseh-Formate „Sporløs“ und „Danmarks bedste portætmaler“ mit. Einige Programme wie „DR2 Dagen“ sind bereits abgewickelt, zu Neujahr soll dann die ganz große Welle kommen, wo auch viele Inhalte aus dem Fernsehen ins Internet verschoben werden.

Die Fernsehsender DR2 und DR K werden als DR2 zusammengelegt, DR3 und DR Ultra als reine Netzangebote fortgeführt. Im ersten Programm werden eine Reihe von Magazinformaten, zum Beispiel „Sundhedsmagasinet“ und „Kulturmagasinet Gejst“, abgesetzt. Die Sendung „Hammerslag“ wird nur noch halb so häufig ausgestrahlt wie bisher. Die Tour de France wird nicht mehr auf DR 1 gezeigt, und es verschwinden zahlreiche Kultursendungen wie „Historiequizzen“, „Vild med bøger“, „Filmselskabet“ und „Kunstquizzen“.

2021 sollen weitere Absetzungen folgen, wenn von politischer Seite nicht anders entschieden wird, teilt die DR-Intendanz mit. cvt/Ritzau

Nationalmuseum mit Rekordauszahlungen für kulturhistorische Funde

Im vergangenen Jahr hat das dänische Nationalmuseum so viel für kulturhistorische Funde („danefæ“) bezahlt, wie noch nie. Das geht aus dem Rechenschaftsbericht für 2018 hervor, berichtet „Kristeligt Dagblad“. Insgesamt 7,7 Millionen Kronen wurden an Amateurarchäologen und Metalldetektor-Nutzer ausgezahlt. Das sind 3,7 Millionen mehr als im Budget veranschlagt waren. Allein die Gruppe „Team Rainbow Power“, deren Mitglieder sich der Metalldetektoren-Suche verschrieben haben, hat Gegenstände im Wert von insgesamt 1,07 Millionen Kronen gefunden. Der dramatische Anstieg hat laut Nationalmuseum seinen Ursprung darin, dass die Sachbearbeitung vereinfacht wurde und somit im vergangenen Jahr sowohl Fälle aus Vorjahren als auch aus dem laufenden Jahr abgeschlossen wurden. cvt/Ritzau

Umfrage: Rote Mehrheit hält weiter

Der sogenannte rote Block im dänischen Folketing hätte auch derzeit noch eine Mehrheit. Das zeigt der aktuelle „Ritzau Index“, der den Durchschnitt der tonangebenden dänischen Meinungsumfragen abbildet. Demnach bekämen Sozialdemokraten, Radikale Venstre, Sozialistische Volkspartei, Einheitsliste und die Alternative insgesamt 53,8 der Stimmen, was 98 Mandaten entspräche. Der blaue Block mit Venstre, Dänischer Volkspartei, Liberaler Allianz, den Konservativen, den Christdemokraten, der Neuen Bürgerlichen sowie Klaus Riskær Pedersen würden 44,4 Prozent bekommen – was 77 Mandaten entspräche. Die Partei Strammer Kurs würde mit 1,5 Prozent der Stimmen erneut nicht ins Folketing kommen. cvt/Ritzau

Hacker kosten Demant Gewinn

Der dänische Hörgeräte-Hersteller Demant hat durch einen Hackerangriff rund 650 Millionen Kronen verloren. Das gab das Unternehmen am Montag bekannt. Dadurch sei sämtliches Wachstum des dritten Quartals 2019 eliminiert worden. Demant gehört zu Dänemarks größten Unternehmen überhaupt. Vergangenes Jahr betrug der Umsatz fast 14 Milliarden Kronen. Weltweit beschäftigt die Firma 14.000 Menschen. Trotz des Angriffes vom 3. September rechnet Demant mit einem Betriebsgewinn von insgesamt mindestens zwei Milliarden Kronen für 2019. cvt/Ritzau

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