Dänemark Kompakt

Der Nachrichtenüberblick am Montag

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DN
Kopenhagen
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Polizeieinsatz am Montagmorgen in Kopenhagen Foto: Mads Claus Rasmussen, RitzauScanpix

Wissen, was in Dänemark läuft – die wichtigsten Nachrichten des Tages im Überblick.

47 Autofahrer rasten vor Schule in Rinkenis in Radarfalle

Die Polizei von Nordschleswig und Südjütland spricht von einem niederschmetternden Ergebnis. Die Polizei berichtet von 47 Tempoverstößen, gemessen mit einem Radarwagen der Polizei am Montag an der Schule in Rinkenis am ersten Schultag. Acht der Raser waren so schnell gefahren, dass sie neben einem Bußgeld einen Vermerk (klip) in ihrer Fahrerlaubnis erhalten. Die Polizei hatte ihre Tempokontrollen seit Tagen angekündigt. Das staatlichen Straßendirektorat erinnerte daran, dass selbst kleine Überschreitungen des Tempolimits zu verlängerten Bremswegen führen und dadurch besonders Kinder in Schulnähe gefährdet würden. Die höchste gemesse Geschwindigkeit vor der Schule betrug 73 km/h.

Experte hält dänisches Stromnetz für ausreichend zur Versorgung von einer Millionen Elektroautos bis 2030

Forscher an der Dänischen Technischen Universität (DTU) weisen Angaben zurück, der Einsatz von Elektroautos in großer Zahl würde zu einer Überlastung des dänischen Stromversorgungsnetzes führen. In einem Beitrag des Mediums videnskab.dk heißt es, dass bis zu eine Million Elektroautos bis 2030 mit Strom aus dem dänischen Versorgungsnetz beliefert werden könnten. Im Rahmen einer wissenschaftlichen Studie hat die DTU das Thema beleuchtet.

Claus Hjort Frederiksen: Venstre hat keine Doppelspitze mehr

Zwei Tage nachdem der langjährige Venstre-Politiker Claus Hjort Frederiksen den 2. Vorsitzenden der Partei aufgefordert hatte, seinen Posten zu räumen, hat Frederiksen nun verkündet, die Partei habe keine Doppelspitze mehr und werde ausschließlich von Lars Løkke Rasmussen geführt. Die Zeit des geteilten Vorsitzes sei vorbei, so Frederiksen auf Facebook. Dieser wurde 2014 nach einem Treffen des Hauptvorstandes ins Leben gerufen; seitdem bekleideten Lars Løkke Rasmussen und Kristian Jensen die beiden Ämter. Nicht alle in der Partei sind der Meinung Frederiksens. Zu diesem Schluss seien die Teilnehmer des Sommertreffens nicht gekommen, so Louise Schack Elholm, steuerpolitische Sprecherin der Partei und ehemalige stellvertretende Fraktionsvorsitzende. Hjort Frederiksen warf zudem der Dänischen Volkspartei vor, sie habe mit ihren überzogenen Forderungen in Sachen Ausländerpolitik und der Drohung, gemeinsame Sache mit den Sozialdemokraten zu machen, den früheren Regierungschef Lars Løkke Rasmussen dazu getrieben, im Wahlkampf für ein Bündnis von Venstre und Sozialdemokraten zu werben.

Anti-Mobbing-Plan der Schulen: Eltern unwissend

Die Schulen im Lande müssen Strategien gegen digitales und physisches Mobbing im Petto haben, viele Eltern sind unwissend und fühlen sich unbeteiligt. Wie eine Untersuchung der Organisation „Red Barnet“ zeigt, kennt nur jedes zweite Elternpaar die Anti-Mobbing-Strategien und -Pläne der Schule ihrer Kinder und die Hälfte der Eltern fühlen sich nicht richtig an der Schulpolitik beteiligt. „Schule und Eltern haben hier eine große geteilte Verantwortung, wenn aber die Hälfte der Eltern den Plan gegen digitales Mobbing nicht kennt oder nicht daran beteiligt war ihn zu erstellen, wird es schwer sich dafür zu engagieren“, sagt Johanne Schmidt-Nielsen, Generalsekretärin bei „Red Barnet“ der Nachrichtenagentur Ritzau. Das treffe vor allem die Kinder. Die Organisation fordert daher dazu auf, zum Schulstart auch die Eltern der Schulkinder in die Schule zu bitten, um aufzuklären. Eine Untersuchung zeigte Anfang des Jahres, dass jedes zehnte Kind im Laufe einiger Monate online gemobbt wurde, doppelt so viele wie in der Schule.

Schwindende Unterstützung für dänische Beteiligung an Einsatz im Persischen Golf

Die Radikale Venstre, die zusammen mit SF und Einheitsliste der sozialdemokratischen Regierung zur Mehrheit verhilft, lehnt eine dänische Beteiligung an einem Einsatz von Kriegsschiffen in der Krisenregion Persischer Golf ab. Die Radikalen hätten eine Entsendung dänischer Kriegsschiffe nur im Rahmen einer EU-Mission unterstützt. Einer Mission allein von USA und Großbritannien könne sich Dänemark nicht anschließen, so Martin Lidegaard, außenpolitischer Sprecher der Radikalen Venstre. Außenminister Jeppe Kofod (Soz.) hat eine dänische Beteiligung an einem Flotteneinsatz nicht ausgeschlossen.

Rotes Lager hat weiter Rückhalt bei den Wählern

Eine aktuelle Meinungsumfrage zeigt, dass die Parteien des Roten Blocks sechs Wochen nach Übernahme der Regierung durch die Sozialdemokraten weiter Rückhalt in der Bevölkerung haben. Laut Institut Voxmeter entfielen auf das rote Lager 99 Mandate im Folketing, auf das blaue 76. Die rechten Gruppierungen Stram Kurs und Nye Borgelige würden an Sperrklausel scheitern. Auch die Liberale Allianz kratzt an der 2-Prozent-Marke. Die Dänische Volkspartei, die bei den Folketingswahlen im Juni eine schwere Schlappe erlitten hatte, erholt sich etwas. Insgesamt gibt es kaum Verschiebungen innerhalb der Blöcke. Neben den Sozialdemokraten, die laut Umfrage weiter stärkste Partei in Dänemark sind, entfallen auf die linken Unterstützer Radikale, SF und Einheitsliste jeweils rund 8,2 Prozent Stimmenanteil. Venstre rangiert laut Umfrage nur wenig hinter den Sozialdemokraten, die über 25 Prozent Stimmenanteil erreichen würden.

Mann in Kopenhagen in Oberschenkel gestochen

Am frühen Montagmorgen ist ein Mann im Kopenhagener Bahnhof Christianshavn niedergestochen worden. Wie Henrik Brix, Wachchef der Polizei in Kopenhagen berichtet, habe die Polizei die Meldung des Vorfalls um 6.19 Uhr am Montagmorgen erhalten. Wie die Nachrichtenagentur Ritzau berichtet, befindet sich der Mann nicht in Lebensgefahr. Bislang gebe es noch keinen Hinweis auf den Täter, die Polizei ist weiterhin vor Ort. „Wir befragen die Menschen dort draußen, um herauszufinden, in welcher Richtung wir suchen müssen“, sagt Henrik Brix. Auf Grund der polizeilichen Ermittlungsarbeiten gab es an der Haltestelle Christianshavn kurzweilig keinen Halt, seit 6.39 Uhr erfolgt der Zugverkehr wieder nach Fahrplan.

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Leitartikel

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
„Schon gewonnen“